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Hafen von Los Angeles soll wegen Lieferengpässen 24 Stunden am Tag laufen
Angesichts der weltweiten Lieferengpässe wegen der Corona-Pandemie soll der Hafen der US-Millionenstadt Los Angeles 24 Stunden am Tag laufen. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Hafenbetreiber und der Gewerkschaft der Hafenarbeiter wollte US-Präsident Joe Biden am Mittwoch verkünden, wie US-Regierungsvertreter sagten. Auch Logistikunternehmen wie Fedex und UPS sollen ihre Arbeitszeiten ausweiten, um den Rückstau bei Lieferungen abzubauen.
Rezession? Inflationsrate im September 4,1 Prozent
Es ist die höchste Inflationsrate seit 28 Jahren: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch erklärte, erreichte die Inflation im September 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Einen höheren Anstieg der Verbraucherpreise gab es zuletzt im Dezember 1993. Das Bundesamt bestätigte damit seine erste Schätzung für die Inflation von Ende September. In den Vormonaten Juli und August hatte die Inflation noch knapp unter vier Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat August blieben die Verbraucherpreise unverändert. Die hohe Inflationsrate hat nach Ansicht des Statistischen Bundesamts mehrere Gründe: Noch immer machen sich Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020 bemerkbar. Insbesondere die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer und der Preisverfall bei Mineralölprodukten im Vorjahr führten demnach zu vergleichsweise hohen Preissteigerungen. Auch Liefer- und Produktionsschwierigkeiten in der Vorproduktion beeinflussten demnach die Preise. Ein weiterer Faktor sind die hohen Energiepreise: Während sich die Preise für Waren zwischen September 2020 und September 2021 um 6,1 Prozent erhöhten, stiegen die Preise für Energieprodukte um 14,3 Prozent. Besonders stark erhöhten sich die Preise für Heizöl (plus 76,5 Prozent) und Kraftstoffe (plus 28,4 Prozent), auch die Preise für Erdgas (plus 5,7 Prozent) und Strom (plus 2,0 Prozent) stiegen an. Überdurchschnittlich stark verteuerten sich auch Nahrungsmittel mit einem Plus von 4,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich stiegen insbesondere die Preise für Gemüse um 9,2 Prozent sowie für Molkereiprodukte und Eier mit plus 5,5 Prozent. Andere Gebrauchsgegenstände wie Fahrzeuge (plus 6,4 Prozent) und Möbel und Leuchten (plus 4,4 Prozent) verteuerten sich ebenfalls überdurchschnittlich. Auch die Preise für Dienstleistungen gingen im Vorjahresvergleich nach oben: Im Schnitt waren sie 2,5 Prozent teurer als im September 2020. Deutlich teurer wurden die Wartung von Fahrzeugen (plus 5,4 Prozent), die Leistungen sozialer Einrichtungen (plus 5,0 Prozent) und Dienstleistungen in Gaststätten (plus 3,6 Prozent). Energie- und Lebensmittelpreise waren laut Statistischem Bundesamt die wichtigsten Preistreiber: Ohne die Preissteigerungen im Energiesektor hätte die Inflationsrate demnach bei lediglich 3,1 Prozent gelegen, ohne beide Güterbereiche bei 2,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat August blieben die Verbraucherpreise im September 2021 insgesamt stabil - lediglich die Energiepreise stiegen weiter um 0,7 Prozent. Günstiger wurde hingegen der Urlaub: Die Preise für Pauschalreisen sanken zum Ende der Sommerferien um 9,2 Prozent. (M. Taylor--BTZ)
Verbraucherpreise für Öl, Gas und auch Strom steigen
Die Verbraucherpreise für Öl, Gas und Strom sind im September im Vorjahresvergleich teils heftig gestiegen. Für leichtes Heizöl mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher rund 76,5 Prozent mehr als vor einem Jahr bezahlen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Erdgas wurde um 5,7 Prozent teurer, Strom um 2,0 Prozent. Die großen Unterschiede seien auf auf den unterschiedlichen Zugang zum Energiemarkt zurückzuführen, erläuterte das Bundesamt: "Während Heizöl zu aktuellen Preisen gekauft wird, gelten für Erdgas und Strom oftmals langfristige Verträge mit Energieversorgern. Preisanpassungen finden dort meist nur jährlich und mit einigem Vorlauf statt." Mit Öl und Gas werden noch viele Wohnungen in Deutschland beheizt - in Neubauten dagegen setzen sich laut Statistik erneuerbare Energieträger mehr und mehr durch. Rund ein Viertel aller Wohnungen in Deutschland wird demnach noch mit Öl beheizt. Bei den Neubauten wurden 2020 nur noch 0,7 Prozent mit einer Ölheizung ausgestattet. Auch Gasheizungen werden seltener eingebaut: Im Jahr 2000 wurden noch 74 der Neubauten damit ausgestattet, 2010 waren es 53 Prozent, 2020 noch 39 Prozent. Fast die Hälfte aller Neubauten aus dem Jahr 2020 - 46 Prozent - wird dagegen mit einer Wärmepumpe geheizt; insgesamt wurden 2020 erstmals in mehr als der Hälfte (50,5 Prozent) aller neugebauten Wohnungen erneuerbare Energien zum Heizen eingesetzt. Die Ausgaben eines Durchschnittshaushalts für Wohnenergie, also unter anderem für Strom, Gas und Heizöl, lagen im Jahr 2019 bei monatlich 150 Euro, wie das Statististische Bundesamt weiter mitteilte. Das waren demnach 5,8 Prozent der privaten Konsumausgaben. Den größten Anteil an den Ausgaben für Wohnenergie haben demnach die Ausgaben für Strom. Im Jahr 2019 lagen sie im Schnitt bei 46 Prozent oder rund 70 Euro im Monat. (L. Brown--BTZ)
EU-Kommission legt Vorschläge gegen hohe Energiepreise vor
Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten am Mittwoch zahlreiche Maßnahmen gegen die deutlich gestiegenen Energiepreise vorschlagen. Energiekommissarin Kadri Simson sagte in Brüssel, die Staaten könnten einkommensschwachen Haushalten etwa Gutscheine ausstellen oder gezielt Steuersätze senken. Auch für Unternehmen seien staatliche Hilfen und gezielte Steuersenkungen möglich. Dies könne finanziell aus den gestiegenen Einnahmen des europäischen Emissionshandels unterstützt werden.
Privatbanken fordern Ausstiegsperspektive aus Niedrigzinspolitik
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) fordert angesichts der hohen Inflationsrate eine Ausstiegsperspektive aus der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch wenn die Inflation im kommenden Jahr voraussichtlich wieder zurückgehen werde, "spricht vieles dafür, dass uns der erhöhte Inflationsdruck noch länger begleiten wird", sagte der BdB-Präsident und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, am Mittwoch. Negativzinsen dürften kein "dauerhaftes Instrument der Geldpolitik" sein.
Ikea testet Pop-Up-Ladenkonzept in Wolfsburg und Ravensburg
Die schwedische Möbelhauskette Ikea will im Winter ein Pop-Up-Ladenkonzept in zwei deutschen Innenstädten testen. Am 1. November eröffnet ein Ikea-Geschäft in Wolfsburg, Anfang 2022 soll ein zweiter Laden in Ravensburg folgen, wie Ikea am Mittwoch ankündigte. Die Möbelkette will so "erreichbarer" werden.
Energiekonzern Vattenfall will Rotorblätter von Windkraftanlagen wiederverwerten
Der Energiekonzern Vattenfall will die Rotorblätter von Windkraftanlagen am Ende ihrer Lebensdauer künftig nicht mehr auf Müllhalden deponieren sondern wiederverwerten. Ausgemusterte Rotorblätter eigener Anlagen würden "ab sofort" wiederverwendet, recycelt oder die eingesetzten Rohstoffe zurückgewonnen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bis 2025 will der Konzern demnach eine Recyclingquote von 50 Prozent der Rotorblätter erreichen, bis 2030 von 100 Prozent.
Chinas Exporte im September weiter sehr stark gestiegen
Chinas Exporte haben im September trotz zahlreicher Stromausfälle im September kräftig zugelegt. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stiegen im Vorjahresvergleich um 28,1 Prozent, wie der chinesische Zoll am Mittwoch mitteilte. Die Importe kletterten um 17,6 Prozent im Vergleich zum September 2020. Bereits im August hatten Exporte und Importe die Erwartungen der Analysten übertroffen.
Bertelsmann-Stiftung: Auswege aus "Zweitverdienerinnenfalle"?
"Raus aus der Zweitverdienerinnenfalle": Dafür schlägt die Bertelsmann-Stiftung eine kombinierte Reform des Ehegattensplittings und der Minijobs vor. Das brächte einer Ifo-Studie für die Stiftung zufolge auch mehr als 100.000 neue Jobs für Frauen. Denn für sie - insbesondere Mütter - würde durch eine solche Kombireform die Arbeit oder Mehrarbeit in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung attraktiver, erklärte die Stiftung am Mittwoch.
Chef von US-Spielzeughersteller Hasbro im Alter von 58 Jahren gestorben
Der Chef des US-Spielzeugherstellers Hasbro, Brian Goldner, ist tot. "Brians Tod ist ein enormer Verlust für Hasbro und die ganze Welt", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der 58-Jährige hatte sich nur zwei Tage zuvor krankschreiben lassen.
Billigairline Easyjet rechnet mit weniger Verlusten als 2020
Die britische Billigfluggesellschaft Easyjet sieht sich nach großen Verlusten während der Corona-Pandemie auf dem Weg der Besserung. Die Erholung sei "im Gange" und die Verluste gingen zurück, wie das Unternehmen am Dienstag erklärte. Demnach stiegen die Passagierzahlen angesichts gelockerter Corona-Einschränkungen zuletzt wieder an. Die Verluste vor Steuern werden sich im Geschäftsjahr bis September 2021 dennoch auf 1,14 bis 1,18 Milliarden Pfund belaufen (1,34 bis 1,39 Milliarden Euro) belaufen.
Studie: Steuervorteile für Dienstwagen behindern Verkehrswende
Die geltenden Steuervorteile für Dienstwagen sind laut einer Analyse der Denkfabrik Agora Verkehrswende und des Öko-Instituts ein zentrales Hindernis für mehr Klimaschutz im Verkehrssektor. Gefördert werde damit zum einen die Anschaffung besonders klimaschädlicher Fahrzeuge mit hoher Motorleistung, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Zum anderen profitierten überwiegend Haushalte mit einem besonders hohen Einkommen.
Israel verdoppelt Menge der jährlichen Wasserlieferung an Jordanien
Israel wird künftig doppelt so viel Wasser an das Nachbarland Jordanien liefern wie bislang. Das hielten beide Länder am Dienstag in einem Abkommens fest, für dessen Unterzeichnung Israels Ministerin für Infrastruktur, Energie und Wasserversorgung, Karine Elharrar, nach Jordanien reiste. Die Vereinbarung sei ein Beweis dafür, dass "wir gute nachbarschaftliche Beziehungen wollen", erklärte Elharrar anlässlich der Vertragsunterzeichnung durch Vertreter des Gemeinsamen Wasserausschusses beider Länder.
IWF hebt Ausblick für die Eurozone 2021 auf Wachstum von 5,0 Prozent an
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose für die Eurozone für dieses Jahr angehoben. Die Wirtschaft in der Währungsunion werde 2021 um 5,0 Prozent statt wie im Juli prognostiziert um 4,6 Prozent zulegen, teilte der IWF am Dienstag mit. Grund für die bessere Prognose ist demnach ein höheres Wachstum in Frankreich und Italien als erwartet.
IG BAU erhöht vor zweiter Schlichtungsrunde im Tarifstreit Druck auf Arbeitgeber
Vor dem Beginn der zweiten Schlichtungsrunde im Tarifkonflikt im Baugewerbe hat die Gewerkschaft IG BAU den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Gewerkschaftschef Robert Feiger sprach am Dienstag von der "wirklich allerletzten Chance" für die Bauarbeitgeber, sich auf dem Verhandlungsweg auf einen neuen Tarifvertrag zu einigen. "Wenn es jetzt nicht zu einem vernünftigen Abschluss kommt, ist Arbeitskampf angesagt."
Pharmahersteller Curevac unternimmt neuen Anlauf für Corona-Impfstoff
Das deutsche Pharmaunternehmen Curevac unternimmt einen neuen Anlauf für die Einführung eines Corona-Impfstoffs. Gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GSK konzentriert sich Curevac jetzt auf die Entwicklung eines Impfstoffkandidaten der zweiten Generation, wie das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mitteilte. Der Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für seinen Corona-Impfstoff der ersten Generation, der in Tests nicht die erhoffte Wirksamkeit erzielte, wird zurückgezogen.
Verbände kritisieren Abschlussbericht von Kommission zur Zukunft der Mobilität
Bereits vor der Veröffentlichung wird Kritik am Abschlussbericht der Expertenkommission "Nationale Plattform Zukunft der Mobilität" (NPM) laut. Der Fahrradclub ADFC, die Allianz pro Schiene, der BUND, der Städtetag und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) monierten am Dienstag, die vorgeschlagenen Maßnahmen reichten nicht aus, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Problematisch sei insbesondere der mangelnde Wille, den Autoverkehr "spürbar zu verringern".
Hering und Dorsch 2022 nur als Beifang in der Ostsee erlaubt
Fischer dürfen in weiten Teilen der Ostsee im kommenden Jahr keinen Hering und Dorsch fangen, außer wenn sie als Beifang in die Netze gehen. Darauf einigten sich nach langen Verhandlungen die EU-Fischereiminister bei der Festlegung der Fangquoten am Dienstag in Luxemburg. Wegen des weiterhin schlechten Zustands der Bestände hatte die EU-Kommission ein Fangverbot für Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee vorgeschlagen.
Konjunkturerwartungen von Finanzexperten fallen weiter
Die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexpertinnen und -experten in Deutschland sind im Oktober den fünften Monat in Folge gefallen. Der Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim sank um 4,2 Punkte auf 22,3 Punkte, wie das ZEW am Dienstag mitteilte. Auch die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage verschlechterte sich - das ist den Angaben zufolge der erste Rückgang seit Februar 2021. "Der konjunkturelle Ausblick für die deutsche Wirtschaft hat sich spürbar eingetrübt. Der erneute Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen geht hauptsächlich auf die weiterhin bestehenden Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten zurück", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Finanzmarktexpertinnen und -experten erwarten demnach vor allem bei den exportorientierten Branchen wie dem Fahrzeugbau und den Branchen Chemie und Pharma eine Verschlechterung der Ertragslage. Das ZEW fragt monatlich rund 200 Experten aus Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen von Großunternehmen nach ihren Einschätzungen zu den wichtigen internationalen Finanzmarktdaten wie Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes, Wechselkursen und dem Ölpreis. Der Index für die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland ging laut ZEW um 10,3 Punkte auf 21,6 Punkte im Oktober zurück. (H. Müller--BTZ)
Handelsverband: Weihnachtseinkäufe sind in diesem Jahr sicher
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat Befürchtungen vor größeren Engpässen des Einzelhandels im Weihnachtsgeschäft zurückgewiesen. "Die Weihnachtseinkäufe sind auch in diesem Jahr gesichert, da muss sich niemand Sorgen machen", sagte HDE-Sprecher Stefan Hertel am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Natürlich könne es passieren, dass begehrte Produkte oder Neuerscheinungen "auch mal knapp werden" - das seien jedoch bekannte Phänomene aus den vergangenen Jahren.
Macron: Hilfen von 30 Milliarden Euro für französische Industrie
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Staatshilfen in Höhe von 30 Milliarden Euro für die Industrie seines Landes angekündigt. Diese Hilfen sollten Frankreich in den kommenden Jahren zu einer Führungsrolle bei Innovationen und Forschung verhelfen, sagte Macron am Dienstag in einer Rede in Paris. Eine Milliarde Euro der Summe soll in den Ausbau der Atomenergie investiert werden.
Deutlich weniger Fahrgäste in Fernbussen im Jahr 2020
Die Zahl der Fahrgäste in Fernbussen im Linienverkehr ist im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag erklärte, sanken die Fahrgastzahlen gegenüber 2019 um 70 Prozent auf insgesamt 6,5 Millionen. Im Inlandsverkehr sanken die Fahrgastzahlen um 69 Prozent, im grenzüberschreitenden Verkehr waren es 74 Prozent. Grund für den stärkeren Rückgang waren laut Statistischem Bundesamt unter anderem Reisewarnungen und Grenzschließungen.
Lufthansa zahlt Teil der Coronahilfen früher als geplant zurück
Altkanzler Schröder: Hauptursache für steigende Gaspreise ist Nachfrage Chinas
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht die Hauptursache für den stark gestiegenen Gaspreis in der wachsenden Nachfrage Chinas. Die aktuelle Situation mache deutlich, dass sich der Handel mit Gas mittlerweile immer stärker globalisiere, schreibt Schröder in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" vom Dienstag. "Europa steht hier in einer scharfen Konkurrenz zu anderen Weltregionen, deren Energiehunger ungestillt ist."
Ifo-Umfrage: Einzelhandel klagt über Lieferprobleme
Die Beschaffungsprobleme der Industrie sind laut einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Einzelhandel angekommen. Im September klagten demnach 74 Prozent der Einzelhändler über Lieferprobleme, wie das Ifo am Dienstag mitteilte. "Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik", hieß es. Zudem seien Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden. "Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden."
IWF-Chefin Georgieva darf nach Vorwürfen wegen China-Bericht im Amt bleiben
Die wegen der angeblichen Schönung eines Berichts zugunsten Chinas unter Druck geratene IWF-Chefin Kristalina Georgieva darf ihr Amt behalten. "Nach Prüfung aller vorgelegten Beweise" erklärte das Exekutivdirektorium des Internationale Währungsfonds (IWF) am Montagabend "sein volles Vertrauen" in die 68-Jährige, die ihre Aufgaben "weiterhin effektiv" erfüllen werde. Georgieva begrüßte die Entscheidung und bekräftigte, die Anschuldigungen gegen sie seien "unbegründet".
EU-Agrarminister beraten über Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik
Die EU-Landwirtschaftsminister haben am Montag über die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in den Mitgliedstaaten beraten. Dabei forderten sie von der EU-Kommission ein transparentes Vorgehen bei der Bewertung der Strategiepläne, die jedes Mitgliedsland bis Ende des Jahres vorlegen soll, berichtete der slowenische Agrarminister Jože Podgorsek nach einem Treffen der für Landwirtschaft und Fischerei zuständigen EU-Minister in Luxemburg.
Frankreich hebt Wachstumsprognose auf 6,25 Prozent an
Die französische Regierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 6,0 auf 6,25 Prozent angehoben. "Das Wachstum ist stark, solide und dynamisch", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Montag in der Nationalversammlung. "Wir werden im Dezember 2021 wieder dasselbe Niveau der Aktivität wie vor der Krise haben", fügte er mit Blick auf die Corona-Krise hinzu.
Gurken mit Plastikhülle in Frankreich von 2021 an verboten
Eingeschweißte Gurken und in Plastik gehüllte Paprika sind in Frankreich bald verboten. Etwa 30 Obst- und Gemüsesorten seien von dem Verpackungsverbot betroffen, teilte die französische Regierung am Montag mit. "Eine Milliarde Plastikverpackungen" können demnach eingespart werden. Je empfindlicher die Sorten, desto länger haben die Anbieter Zeit für die Umstellung. Das Dekret soll am Dienstag veröffentlicht werden.
Roquefort-Lobby wehrt sich gegen negative Einstufung durch Nutri-Score
Die Roquefort-Lobby in Frankreich wehrt sich entschieden gegen eine negative Einstufung des traditionellen Blauschimmelkäses durch die Nährwertampel Nutri-Score. Der Roquefort-Verband sprach am Montag von einer Bestrafung und forderte eine Ausnahme für den bekannten Käse aus Schafsmilch, der in Aveyron in Südfrankreich hergestellt wird.
Bundesgerichtshof befasst sich mit dem Infinus-Skandal
Vor dem Bundesgerichtshof (BGH) ging es am Montag um einen großen Finanzskandal: Der fünfte Strafsenat verhandelte in Leipzig über die Revisionen von sechs früheren Mitarbeitern des Dresdner Finanzdienstleisters Infinus. Sie waren 2018 vom Landgericht Dresden zu Freiheitsstrafen zwischen viereinhalb und acht Jahren verurteilt worden. Der BGH prüft die Urteile auf mögliche Rechtsfehler. (Az. 5 StR 443/19)
Kanadische Firma Rock Tech Lithium plant Lithium-Fabrik in Brandenburg
Die kanadische Firma Rock Tech Lithium will im brandenburgischen Guben eine Fabrik zur Herstellung von batteriefähigem Lithium aufbauen. In der Fabrik, nach Unternehmensangaben die erste ihrer Art in Europa, sollen jährlich rund 24.000 Tonnen Lithium-Hydroxid hergestellt werden, wie Rock Tech Lithium am Montag mitteilte. Dies sei ausreichend, um eine halbe Million Elektroautos mit Lithium-Ionen-Batterien auszustatten.