Google will 13 Milliarden Euro in digitale Infrastruktur in Finnland investieren
Der US-Technologieriese Google hat eine massive Ausweitung seiner Investitionen in Rechenzentren und digitale Infrastruktur in Finnland angekündigt. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, sollen in den kommenden beiden Jahren 13 Milliarden Euro in dem skandinavischen Land investiert werden. Der Schritt sei "Googles größte Einzelinvestition in Europa" - und ein Beleg für Finnlands "Vorreiterrolle beim verantwortungsvollen Aufbau" von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI).
Die Investitionen umfassten auch "Projekte für saubere Energie", hob Google hervor. Zudem sollten Projekte zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme unterstützt werden, ebenso wie Infrastrukturmaßnahmen, die der lokalen Bevölkerung zugutekommen. Investitionen in Rechenzentren sind demnach in Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala geplant.
In Rechenzentren kommen große Mengen leistungsstarker Computer zum Einsatz, um dort Daten zu speichern oder Verarbeitungsschritte für unzählige digitale Dienste zu übernehmen - von Cloudlösungen über Internetanwendungen bis hin zu KI-Chatbots. Zugleich sorgt der immense Stromhunger der Anlagen und mitunter auch der Wasserverbrauch immer wieder für Debatten über die Umweltauswirkungen.
Finnlands Ministerpräsident Petteri Orpo begrüßte die Milliardeninvestitionen des US-Konzerns am Mittwoch ausdrücklich: Die Vertiefung der Zusammenarbeit mit Google werde "beiden Seiten dauerhafte Vorteile bringen", erklärte er. Der Wert der Datenwirtschaft gehe "weit über die direkten Investitionen hinaus und treibt Innovationen sowie Forschung und Entwicklung voran".
Google hatte bereits 2009 eine ehemalige Papierfabrik in der Küstenstadt Hamina erworben und zu einem Rechenzentrum umgebaut; seitdem hat der Konzern seine Präsenz in Finnland schrittweise erweitert. Durch die neuen Investitionen sei nun eine jährliche Steigerung des finnischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,6 Milliarden Euro möglich, teilte Google mit. Außerdem könnten mehr als 37.000 Arbeitsplätze im gesamten Land gesichert oder geschaffen werden. Schätzungsweise 16.000 dieser Arbeitsplätze entstehen demnach im Baugewerbe. Der Betrieb der digitalen Infrastruktur nach der Bauphase soll dem Unternehmen zufolge rund 7000 Arbeitsplätze sichern.
Finnland hat dank des vergleichsweise kühlen Klimas sowie der relativ stabilen und günstigen Stromversorgung in den vergangenen Jahren einen Boom bei Rechenzentren erlebt. Dutzende Anlagen befinden sich bereits im Bau. Für die Mitte-Rechts-Koalition unter Ministerpräsident Orpo haben Investitionen in diesem Bereich hohe Priorität, da das Land zugleich mit Rekordarbeitslosigkeit und schleppendem Wirtschaftswachstum kämpft.
P.Grazvydas--BTZ