Letzte Nachrichten
Japan weitet Gesundheitsnotstand auf seine Präfekturen aus
Eine Woche vor Beginn der Paralympics in Tokio hat die japanische Regierung den Gesundheitsnotstand wegen rapide steigender Corona-Infektionszahlen verlängert und auf weitere Landesteile ausgedehnt. Der Notstand, der bisher in der Hauptstadtregion und fünf weiteren Präfekturen galt, gelte nun auch in sieben weiteren Präfekturen, teilte die Regierung am Dienstag mit. Für alle Regionen wurde der Notstand, der ursprünglich am 31. August auslaufen sollte, bis zum 12. September verlängert.
Telekom-Tochter T-Mobile US bestätigt großen Hackerangriff
Die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile US, ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die Hacker hätten sich dabei Zugang zu "einigen Daten" verschafft, bestätigte das Unternehmen am Montag mit. Bisher habe aber noch nicht festgestellt werden können, ob auch persönliche Kundendaten betroffen seien. Auch die Zahl der Betroffenen ist demnach noch unklar.
US-Folk-Star Bob Dylan wegen sexuellen Missbrauchs verklagt
US-Folk-Star Bob Dylan ist wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verklagt worden. Das mutmaßliche Opfer gibt in der bereits am Freitag bei einem New Yorker Gericht eingereichten Klage an, vor fast 60 Jahren im Alter von zwölf Jahren von Dylan missbraucht worden zu sein.
WHO: Elfenbeinküste beginnt mit den Impfungen gegen Ebola
Die Elfenbeinküste hat nach einer Ebola-Infektion in der Wirtschaftsmetropole Abidjan mit Impfungen gegen die lebensbedrohliche Infektionskrankheit begonnen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurde der Impfstoff aus dem Nachbarland Guinea am Montag zuerst an Gesundheitspersonal sowie an "enge Verwandte und Kontaktpersonen" der Infizierten verabreicht. Insgesamt hat die Elfenbeinküste demnach 5000 Impfdosen von Guinea erhalten.
Blue Origin klagt gegen NASA-Milliarden-Auftrag an SpaceX
Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos hat die US-Regierung wegen eines Milliarden-Auftrags an den Konkurrenten SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk verklagt. Wie Blue Origin am Montag mitteilte, sollen mit der Klage "Fehler" im Vergabeverfahren für die neue Mondlandefähre der Raumfahrtbehörde Nasa behoben werden. Die Nasa hatte den 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) teuren Auftrag im April an SpaceX vergeben.
Zahl der Todesopfer durch Flut in der Türkei auf 77 gestiegen
In der Türkei hat sich die Zahl der Todesopfer durch die verheerenden Überschwemmungen der vergangenen Woche auf 77 erhöht. 40 weitere Menschen würden noch vermisst, teilten die türkischen Behörden am Montag mit.
Zahl der Todesopfer durch Erdbeben in Haiti steigt auf 1400
Die Zahl der Todesopfer durch das schwere Erdbeben in Haiti am Wochenende ist auf mehr als 1400 gestiegen. Laut einer aktualisierten Bilanz gebe es 1419 Tote und mehr als 6900 Verletzte durch das Beben, teilte der Zivilschutz am Montag mit. Mehr als 37.000 Häuser seien zerstört worden. Zuvor war von knapp 1300 Toten und 5700 Verletzten die Rede gewesen.
US-General: Flughafen von Kabul wieder für Flugbetrieb geöffnet
Der Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul hat nach mehrstündiger Schließung wieder den Betrieb aufgenommen. Kurz darauf sei eine US-Maschine mit weiteren Soldaten zur Sicherung des Flughafens gelandet, sagte US-General Hank Taylor am Montag im Pentagon.
Biden über Taliban: "Ich stehe hinter meiner Entscheidung"
US-Präsident Joe Biden hat nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan den US-Truppenabzug aus dem Land verteidigt. "Ich stehe aufrecht hinter meiner Entscheidung", sagte Biden am Montag in einer Fernsehansprache im Weißen Haus. "Amerikanische Soldaten können und sollten nicht in einem Krieg kämpfen und sterben, den die afghanischen Streitkräfte selbst nicht kämpfen wollen."
Biden verteidigt Truppenabzug nach Machtübernahme der Taliban
US-Präsident Joe Biden hat nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan den US-Truppenabzug aus dem Land verteidigt. "Ich stehe aufrecht hinter meiner Entscheidung", sagte Biden am Montag in einer Fernsehansprache im Weißen Haus. Es sei nie das Ziel der USA gewesen, Afghanistan in eine "vereinte zentralisierte Demokratie" zu verwandeln. Ziel sei es vielmehr gewesen, nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 neue Attacken auf die USA zu verhindern.
Biontech und Pfizer reichen in USA Unterlagen für dritte Corona-Impfdosis ein
Der Mainzer Impfstoffentwickler Biontech und sein US-Partner Pfizer haben bei den US-Behörden Unterlagen für eine künftige Zulassung einer dritten Corona-Impfdosis eingereicht. Die Unternehmen übermittelten der US-Arzneimittelbehörde FDA Daten ihrer Phase-1-Studie zu einer solchen Auffrischimpfung, wie Biontech und Pfizer am Montag mitteilten. Diese würden "ein vorteilhaftes Sicherheitsprofil sowie robuste Immunantworten" zeigen.
Kabul: Merkel dämpft Hoffnungen auf Aufnahme von Asylanten
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Hoffnungen auf die Aufnahme afghanischer Ortskräfte in Deutschland gedämpft. Merkel kündigte am Montagabend vor der Presse in Berlin an, dass Deutschland alles tun werde, um einheimische Mitarbeiter deutscher Stellen aus Kabul in Sicherheit zu bringen; zugleich räumte sie ein: "Das haben wir leider nicht mehr voll in der Hand." Ob die Evakuierungen ausgeführt werden können, hänge "von der Lage in Kabul ab".
Waldbrand bei Jerusalem noch nicht unter Kontrolle
In den Bergen bei Jerusalem hat am Montag am zweiten Tag in Folge ein Waldbrand gewütet. "Hunderte Familien" in Gemeinden am westlichen Stadtrand von Jerusalem seien in Sicherheit gebracht worden, teilte die israelische Polizei mit. Laut einem Sprecher der Rettungskräfte wurden bislang drei Gemeinden evakuiert. Hunderte Feuerwehrleute, zehn Löschflugzeuge und ein Hubschrauber waren im Einsatz, um die sich ausbreitenden Flammen einzudämmen.
Aus im DFB-Pokal: Wolfsburg-Sieg nach Wechselpanne aberkannt
Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg ist nach dem Wechselfehler von Trainer Mark van Bommel der Sieg im DFB-Pokal-Erstrundenspiel bei Preußen Münster nachträglich aberkannt worden. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag nach einer fast fünfstündigen Verhandlung in Frankfurt/Main.
Bayer zieht in Glyphosat-Rechtsstreit vor Obersten US-Gerichtshof
Der Bayer-Konzern zieht im Streit über den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup wie angekündigt vor den Obersten Gerichtshof der USA. Wie der Chemiekonzern am Montag in Leverkusen mitteilte, wurde über die US-Tochter Monsanto beim Supreme Court in Washington ein Antrag auf Revision des sogenannten Hardeman-Falls eingereicht. Mit dem Antrag wird das Gericht demnach gebeten, die Entscheidung der Berufungsinstanz in dem Fall zu überprüfen.
US-Regierungsvertreter: Taliban erhalten keinen Zugriff auf Guthaben in den USA
Die radikalislamischen Taliban werden nach Angaben eines US-Regierungsvertreters keinen Zugriff auf Guthaben in den USA erhalten. "Zentralbankreserven der afghanischen Regierung, die in den USA liegen, werden den Taliban nicht zur Verfügung gestellt", sagte der US-Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP.
Flutwelle reißt in Höllentalklamm Menschen mit
Nach Starkregen hat eine Flutwelle in der Höllentalklamm nahe Garmisch-Partenkirchen am Montag mehrere Menschen mitgerissen. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim am Abend mitteilte, konnten acht von ihnen aus dem Wasser gerettet werden. Zwei weitere Menschen würden aber "mit hoher Wahrscheinlichkeit" noch vermisst.
Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm bei Garmisch-Partenkirchen
Nach Starkregen hat eine Flutwelle in der Höllentalklamm nahe Garmisch-Partenkirchen am Montag mehrere Menschen mitgerissen. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim am frühen Abend mitteilte, konnten vier von ihnen aus dem Wasser gerettet werden. Es war jedoch zunächst unklar, ob es darüber hinaus noch Vermisste gibt.
Biden hält am Montag Fernsehansprache zu Afghanistan
Nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan wird sich US-Präsident Joe Biden am Montag öffentlich zur Lage in dem Land äußern. Biden wird um 15.45 Uhr (Ortszeit; 21.45 Uhr MESZ) im Weißen Haus in Washington eine Fernsehansprache halten, wie die Präsidentschaft mitteilte. Der Präsident, der sich seit Tagen nicht persönlich zu Afghanistan geäußert hatte, reist dazu vorzeitig von seinem Landsitz Camp David in die US-Hauptstadt zurück.
Chef des Beamtenbundes rechnet mit weiteren Bahnstreiks
Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn rechnet der Beamtenbund dbb, zu dem auch die Lokführergewerkschaft GDL gehört, mit einer weiteren Zuspitzung. "Es wird vermutlich noch weitere Streikaktionen geben müssen", sagte der dbb-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach dem Berliner "Tagesspiegel". Am Ende brauche jeder Tarifkonflikt einen Kompromiss, doch derzeit sehe es so aus, "dass es weiteren Druck braucht, damit der Vorstand der Bahn seine Strategie überdenkt", sagte Silberbach.
US-Soldaten töten zwei bewaffnete Männer am Flughafen Kabul
US-Soldaten haben auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul zwei bewaffnete Männer getötet. Inmitten von tausenden Menschen, die sich dort friedlich aufhielten, hätten zwei Männer ihre Waffen "auf bedrohliche Weise geschwungen", sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Montag. "Beide wurden getötet."
Großteil der Abtrünnigen kehrt in ECA zurück - Real, Barca und Juve außen vor
Neun der zwölf abtrünnigen Gründungsmitglieder der kurzlebigen Fußball-Super-League sind am Montag wieder in die Europäische Klubvereinigung ECA zurückgekehrt. Die spanischen Großklubs FC Barcelona und Real Madrid sowie der italienische Rekordmeister Juventus Turin bleiben derweil weiterhin außerhalb der einflussreichen Gruppe, da sie das Projekt einer eigenen europäischen Liga weiterhin unterstützen.
Bayerische Polizei findet mehr als 170 Kilogramm Ecstasy in Auto
In der Nähe von Münchberg in Oberfranken hat die Verkehrspolizei Hof mehr als 170 Kilogramm Ecstasy-Tabletten in einem Kastenwagen entdeckt. Die Beamten hätten das Fahrzeug auf einem Autohof kontrolliert, teilte das bayerische Landeskriminalamt am Montag in München mit. Auf der Ladefläche hätten sie die Drogen gefunden, die auf dem Schwarzmarkt etwa fünf Millionen Euro wert seien.
Caritas International nennt Lage in Kabul völlig "unübersichtlich"
Nach der Machtübernahme durch die radikalislamischen Taliban in Kabul ist die Lage für Hilfsorganisationen wie Caritas International völlig unklar. "Es ist ein großer Zustand der Unsicherheit und auch der Furcht" bei vielen Mitarbeitern, sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Der deutsche Leiter des Afghanistan-Büros der Organisation, Stefan Recker, könne derzeit für eine Ausreise nicht zum Flughafen von Kabul, weil die Lage in der Stadt zu "chaotisch" sei.
Seltene australische Beutelmaus-Art überlebt verheerende Waldbrände
Eine seltene australische Beutelmaus-Art hat zur Freude der Wissenschaftler die verheerenden Waldbrände vor zwei Jahren überlebt. Bei Untersuchungen im Bulburin-Nationalpark in Queensland im Osten des Landes seien 21 Exemplare der Silberfarbenen Breitfußbeutelmaus gefunden worden, berichtete Andrew Baker von der Technischen Universität Queensland am Montag: "Das heißt, dass sie überleben." Da ein Drittel ihres gesamten Habitats bei den Bränden 2019 in Flammen aufgegangen war, hatte Baker zuvor bereits ihr Aussterben in der Region befürchtet.
Klimaaktivisten starten Blockadeaktionen in Berlin
Aktivisten der Bewegung Extinction Rebellion haben am Montag in Berlin mit verschiedenen Aktionen für mehr Klimaschutz demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, versuchten "mehrere hundert" Protestierende am Vormittag an verschiedenen Orten rund um das Brandenburger Tor den Verkehr zu blockieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sitzblockade wurden den Angaben zufolge jedoch von Einsatzkräften von der Straße getragen.
Neuer Waldbrand südöstlich von Athen ausgebrochen
Südöstlich von Athen ist ein neuer Waldbrand ausgebrochen. Die Bewohner dreier Dörfer 50 Kilometer südöstlich der griechischen Hauptstadt wurden laut Feuerwehr am Montag zur sofortigen Evakuierung aufgerufen. Der Brand wütete demnach nahe der Hafenstadt Lavrio.
Polizei in Hessen nimmt mutmaßlichen Tierquäler fest
Im hessischen Wetteraukreis hat die Polizei einen Mann vorläufig festgenommen, der in mehreren Fällen Wirbeltiere gequält und getötet haben soll. In Ober-Mörlen seien immer wieder tote Tiere gefunden worden, teilte die Polizei in Friedberg am Montag mit. Bei den Ermittlungen sei sie auf die Spur des polizeibekannten 35-Jährigen gekommen.
Gut acht Jahre Haft für Ex-NPD-Politiker nach Anschlag auf geplante Notunterkunft
Sechs Jahre nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Nauen hat das Potsdamer Landgericht den früheren NPD-Politiker Maik S. zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt. Dies teilte eine Gerichtssprecherin am Montag mit. In dem Prozess ging es nicht mehr um die Frage der Schuld, sondern um die Höhe der Gesamtstrafe.
USA schützen Flughafen vor Terror-Bestien der Taliban
"Die Taliban sind keine Menschen, es sind Tiere in Menschengestalt, sie sind radikal-islamistischer Abschaum und wer nicht sofort umfangreiche Sanktionen gegen diese Terror-Bestien verhängt und diesen unmenschlich asozialen Gestalten sämtliche Hilfsgelder streicht, der vergeht sich an der gesamten Menschheit", sagen Bürger in Kabul gegenüber Journalisten und wer zudem diese pervers dreckigen Gestalten in langen Bärten sieht, die Ziegen ficken und vollkommen ungläubigen ihren Gott anjaulen, rücksichtslos morden, Kinder vergewaltigen, stehlen und rauben, der fühlt sich ins tiefste Mittelalter zurückversetzt, mit solch menschlichen Unrat kann niemand auf diesem Planeten Geschäfte machen, diese Terror-Bestien muss man international komplett isolieren", sagen zudem in diesen Stunden internationale Vertreter am Flughafen Kabul.(BERLINER TAGESZEITUNG kann und darf dies nicht kommentieren, es sich Worte von Dritten, welche zum Zwecke der Berichterstattung wiedergegeben werden) US-Soldaten haben am Flughafen von Kabul Schüsse in die Luft abgegeben, um eine riesige Menschenmenge auf dem Rollfeld unter Kontrolle zu bringen. "Ich habe sehr viel Angst. Sie feuern viele Schüsse in die Luft", sagte ein Zeuge gegenüber BERLINER TAGESZEITUNG am Montag. Nach der Einnahme von Kabul durch die radikalislamischen Taliban haben sich tausende Afghanen in der Hoffnung auf eine Möglichkeit zur Flucht am Flughafen versammelt. Die Flughafenverwaltung stellte den kommerziellen Flugverkehr am Montag ein. "Es wird keine kommerziellen Flüge vom Hamid-Karsai-Flughafen geben, um Plünderungen und Verwüstungen zu verhindern. Bitte begeben Sie sich nicht zum Flughafen", hieß es in einer an Journalisten versendeten Mitteilung. Die USA, Deutschland und weitere westliche Staaten haben Staatsbürger und Botschaftspersonal an den Flughafen gebracht, um sie von dort auszufliegen. 67 Länder, darunter auch Deutschland, forderten die Taliban in einer Erklärung auf, alle ausreisewilligen Afghanen und Ausländer ausreisen zu lassen. Am Montagmorgen teilte das Verteidigungsministerium mit, dass ein erstes A400M-Transportflugzeug der Bundeswehr aus Wunstorf nach Kabul gestartet sei, um "die zu Schützenden aus Afghanistan in Sicherheit" zu bringen. "Fest steht: Es ist ein gefährlicher Einsatz für unsere Soldatinnen und Soldaten", erklärte das Ministerium beim Onlinedienst Twitter. Um den Flughafen zu sichern sind tausende US-Soldaten nach Kabul verlegt worden. Ihr Aufgabe ist laut US-Außenministerium die Flugsicherung und die Unterstützung der Evakuierungsaktionen. (N. Lebedew--BTZ)
Totalversagen: Chaotische Evakuierung aus Kabul
Angesichts der chaotischen und sehr späten Evakuierungsaktionen erst inmitten der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan spricht die Opposition von einem Totalversagen der Bundesregierung. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock warf der Regierung am Montag vor, "vor der Realität die Augen verschlossen" zu haben. Von einem "historischen Fiasko" sprach Linken-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow. "Jetzt, in diesem Moment, müssen die Leute ausgeflogen werden, mit allen Möglichkeiten, die wir haben", verlangte Baerbock. Um ihr Leben bangen müssten neben den Ortskräften der Bundeswehr in Afghanistan auch Dolmetscherinnen und Dolmetscher, Medienvertreter oder Frauenrechtlerinnen. Baerbock bekräftigte ihre Forderung nach "Kontingenten im fünfstelligen Bereich" für die Aufnahme von Schutzsuchenden. Viel zu lange sei die Regierung davon ausgegangen, "dass schon alles gut wird", kritisierte auch der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour. Statt Evakuierungen vorzubereiten, habe sich die Regierung noch bis vor einer Woche darauf konzentriert, "die Abschiebungen nach Afghanistan fortzusetzen". Dabei hätten Viele eine schnelle Machtübernahme der Taliban vorausgesagt. "Es ist moralisch und ethisch zwingend geboten, dass die Bundesregierung jetzt die Leute aus Kabul holt. Jetzt geht es um eine unbürokratische Massenevakuierung", forderte Hennig-Wellsow in der Funke Mediengruppe. Sie machte vor allem Bundesaußenminister Heiko Maas für Versäumnisse der vergangenen Wochen verantwortlich, wodurch es viele "nicht mehr schaffen, sich und ihre Familien zu retten". "Die Bundesregierung muss erklären, wie sie die dramatische Zuspitzung vor Ort derart verschlafen konnte und warum sie so schlecht auf die Evakuierung vorbereitet war", erklärte der FDP-Außenpolitiker Bijan Djir-Sarai. Auch er pochte nun auf eine "schnelle und sichere Evakuierung der deutschen Staatsbürger, der afghanischen Ortskräfte und freien journalistischen Mitarbeiter". "Es darf niemand zurückgelassen werden", forderte der FDP-Politiker. "Es ist beschämend, dass die Bundesregierung unfähig war, Ortskräften beispielsweise in Masar-i-Scharif eine rechtzeitige Ausreise zu ermöglichen", kritisierte auch der FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff. "Heiko Maas, Annegret Kramp-Karrenbauer und Horst Seehofer haben da auf ganzer Linie versagt", sagte er auch mit Blick auf die Verteidigungsministerin und den Innenminister. Zuvor war bekannt geworden, dass die deutsche Botschaft in Kabul schon längere Zeit erfolglos auf die Gefahren hingewiesen hat, in diesem Fall vor allem mit Blick auf die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn nun etwas schief gehen sollte, "so wäre dies vermeidbar gewesen", hieß es laut einem ARD-Bericht in einem Schreiben des stellvertretenden deutschen Botschafters Hendrik van Thiel vom Freitag, aus dem der Sender zitierte. Vertreter der Bundesregierung wiesen gleichwohl die Kritik und den Vorwurf der Untätigkeit zurück. Es werde schon seit Monaten an Verfahren zur Evakuierung gefährdeter afghanischer Ortskräfte gearbeitet, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Auch seien bereits viele Menschen in Sicherheit gebracht worden. "Richtig ist, dass unsere Einschätzung, wie sich die Lage entwickeln wird, falsch war", räumte der Sprecher allerdings weiter ein. Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte eine offene und ehrliche Bewertung des deutschen Engagements in Afghanistan an. Allerdings sei "heute nicht der Tag dafür", vielmehr gehe es jetzt darum, möglichst viele Menschen noch in Sicherheit zu bringen. (S. Soerensen--BTZ)
Bekannter chinesischer Mediziner wegen Kritik an Corona-Politik unter Druck
Nach seiner Kritik am kompromisslosen Kurs der chinesischen Regierung in der Coronapandemie ist ein bekannter chinesischer Mediziner unter Druck geraten. Wie die Fudan-Universität in Shanghai am Sonntag mitteilte, leitete sie nach Plagiatsvorwürfen im Internet eine Untersuchung gegen ihren Experten für Infektionskrankheiten, Zhang Wenhong, ein. Dieser hatte Ende Juli im Online-Netzwerk Weibo eine allmähliche "Rückkehr zur Normalität" gefordert und erklärt, die Menschheit müsse lernen, mit dem Virus zu leben.