Berliner Tageszeitung - US-Staatsanwältin geht Beziehung der Deutschen Bank zu Trump nach

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US-Staatsanwältin geht Beziehung der Deutschen Bank zu Trump nach




US-Staatsanwältin geht Beziehung der Deutschen Bank zu Trump nach

Die Deutsche Bank gerät in den USA wegen ihrer früheren Geschäftsbeziehungen zum heutigen Präsidenten Donald Trump unter wachsenden Druck. Die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, Letitia James, forderte jetzt Unterlagen von der Bank über frühere Darlehen an den Trump-Konzern an, wie BERLINER TAGESZEITUNG (BTZ) am Dienstag aus Insiderkreisen erfuhr. Es gehe unter anderem um Gelder, die für Trump-Hotels in Chicago, Miami und Washington verwendet worden seien.

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Die "New York Times" berichtete, James habe von der Deutschen Bank auch Unterlagen angefordert, die sich auf ein früheres Vorhaben des Trump-Konzerns beziehen, den Football-Club Buffalo Bills zu kaufen. Das Vorhaben wurde 2014 von dem Konzern aufgegeben. Eine Sprecherin der Deutschen Bank erklärte auf BTZ-Anfrage lediglich, dass das Institut mit den Untersuchungen durch die US-Behörden kooperiere.

Zu der Anfrage an die Deutsche Bank wurde die Generalstaatsanwältin laut "New York Times" durch die jüngste Aussage von Trumps langjährigem Anwalt Michael Cohen im Kongress veranlasst. Cohen hatte gesagt, dass sein Ex-Chef sein Vermögen zu hoch beziffert habe, um Darlehen der Deutschen Bank zu erhalten.

Wegen ihrer Verbindungen zu Trump befindet sich die Deutsche Bank auch im Visier von US-Parlamentsausschüssen. Die oppositionellen Demokraten, die zu Jahresbeginn die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernommen hatten, wollen diese Beziehungen verschärft unter die Lupe nehmen. Sie wittern einen möglichen Zusammenhang mit der Affäre um Russland-Verbindungen des Trump-Lagers.

Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach den Pleiten, die der Immobilienmogul in den neunziger Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen Bogen um ihm. Die Deutsche Bank war damals hingegen bereit, ihm aus der Patsche zu helfen.

Zeitweise stand Trump laut US-Medienberichten bei der Deutschen Bank mit 340 Millionen Dollar (nach heutigem Wert: rund 300 Millionen Euro) in der Kreide. Inzwischen sollen es weniger sein. Die Verbindungen zwischen Trump und der Deutschen Bank sollen auch das Interesse des mit der Untersuchung der Russland-Affäre beauftragten Sonderermittlers Robert Mueller erregt haben. Laut Medienberichten vom Dezember 2017 forderte auch er bei dem Institut Unterlagen an.

Die demokratische Abgeordnete Maxine Waters äußerte bereits im Mai 2017 in einem Schreiben an die Deutsche Bank den Verdacht, dass Darlehen des Instituts für den Trump-Konzern und die Trump-Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen". Waters leitet seit Januar den Ausschuss zur Überwachung des Finanzsektors.

Der Oppositionsabgeordnete Adam Schiff, der seit Jahresbeginn dem Geheimdienstausschuss vorsitzt, hat die Deutsche Bank auch als "offenkundigen Ausgangspunkt" für die Untersuchung möglicher Geldwäsche-Aktivitäten durch den Trump-Konzern bezeichnet.

Das Institut steht wegen seiner Verwicklung in Geldwäsche-Skandale seit Jahren unter Druck. Anfang 2017 hatte die Deutsche Bank gegenüber den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien in Zahlungen von insgesamt 630 Millionen Dollar eingewilligt, weil sie suspekten Geldflüssen aus Russland heraus nicht nachgegangen war.

 

(K. Berger--BTZ)