Berliner Tageszeitung - Chinas Handelsüberschuss mit den USA steigt im April erneut an

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Chinas Handelsüberschuss mit den USA steigt im April erneut an




Chinas Handelsüberschuss mit den USA steigt im April erneut an

Chinas Handelsüberschuss mit den USA ist im April erneut gestiegen, was die Gespräche zur Beilegung des Handelsstreits zwischen beiden Ländern belasten dürfte. Der Überschuss kletterte im Vorjahresvergleich um 4,2 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar (18,6 Milliarden Euro), wie die chinesische Zollbehörde am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum ungewöhnlich schwachen März war das ein Plus von sogar 44 Prozent. Die Handelsgespräche zwischen den USA und China werden kommende Woche in Washington fortgesetzt.

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Chinas Exporte in alle Welt legten im April kräftig um knapp 13 Prozent zu, nachdem sie im März aus saisonalen Gründen noch leicht zurückgegangen waren. Der Handelsüberschuss der Volksrepublik - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wuchs auf insgesamt 28,78 Milliarden Dollar an. Exportweltmeister China profitiert von einer hohen Nachfrage aus den USA und aus der EU.

Analysten rieten zur Vorsicht: Grund für das hohe Plus bei den Exporten könnte ein Vorzieheffekt sein, weil chinesische Unternehmen in Erwartung von Strafzöllen ab Juni ihre Ausfuhren in die USA erhöht hätten. US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle auf 1300 chinesische Produkte mit einem Warenwert von insgesamt rund 50 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro) angekündigt. Das hohe Außenhandelsdefizit ist sein Hauptargument.

2017 betrug der Überschuss Chinas im Handel mit den USA nach US-Angaben 375 Milliarden Dollar. Die US-Regierung fordert Presseberichten zufolge, dass diese Summe bis Ende 2020 um 200 Milliarden Dollar sinken muss. Peking hat bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, zum Beispiel mit Strafzöllen auf Soja. Die USA exportieren ein Drittel ihrer Sojaproduktion nach China.

Doch noch verhandeln beide Seiten. Der chinesische Vize-Regierungschef Liu He werde kommende Woche in Washington zur Fortsetzung der Handelsgespräche erwartet, kündigte Regierungssprecherin Sarah Sanders an. Er hatte vergangene Woche die Verhandlungen mit einer ranghohen Wirtschaftsdelegation in Peking geführt. Sie waren allerdings ohne Durchbruch beendet worden; laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bestanden noch "erhebliche Differenzen" in bestimmten Fragen.

Regierungssprecherin Sanders betonte, Präsident Trump habe eine "tolle Beziehung" zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping. "Wir arbeiten an etwas, das toll für jedermann ist, wie wir glauben." Der Handelsstreit zwischen den USA und China schürt die Ängste vor einem Handelskrieg. Eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften würde die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

(A. Walsh--BTZ)