Norwegens Oberstes Gericht prüft Ölförderlizenzen
In Norwegen haben am Montag Anhörungen des Obersten Gerichts zu Einsprüchen von Umweltschützern gegen die Erteilung von Ölförderlizenzen durch die Regierung begonnen. Bei der Klage geht es um die Ausbeutung von drei Ölfeldern in der Nordsee, gegen die der norwegische Ableger der Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Gruppe Young Friends of the Earth Norway geklagt hatten.
Die Klimaschützer werfen der Regierung vor, Förderlizenzen für die Ölfelder Tyrving, Breidablikk und Yggdrasil erteilt zu haben, bevor Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen wurden. In zwei früheren Gerichtsverfahren vor untergeordneten Gerichten hatten die Aktivisten dabei Erfolge erzielt. Das Energieministerium wiederum legte dagegen Berufung ein, weshalb der Fall vor dem Obersten Gericht landete. Die Felder Breidablikk und Tyrving sind derzeit in Betrieb, während die Förderung bei Yggdrasil 2027 beginnen soll.
Klimaschutzorganisationen werfen der norwegischen Regierung seit Jahren vor, von den Verkäufen von Öl und Gas zu profitieren, obwohl die Nutzung fossiler Brennstoffe die Erderwärmung befeuert. Im Juli 2025 hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) in einem Gutachten festgestellt, dass der Klimawandel eine "existenzielle Bedrohung" darstellt und dass Länder deshalb Klimaschutzmaßnahmen ergreifen müssen.
F. Burkhard--BTZ