Bundesregierung verfünffacht finanzielle Unterstützung für Holocaustgedenkstätte Yad Vashem
Die Bundesregierung verfünffacht ihre finanzielle Unterstützung für die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel bis zum Ende des Jahrzehnts von einer Million Euro auf fünf Millionen Euro jährlich. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und sein israelischer Kollege Gideon Saar unterzeichneten am Dienstag in Jerusalem eine entsprechende Vereinbarung. Es sei Deutschlands "Aufgabe und Verpflichtung", der "grassierenden Relativierung oder sogar Leugnung des Holocaust entschieden entgegenzutreten", sagte Wadephul bei einer anschließenden Pressekonferenz.
Einer Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin zufolge sind die Mittel gerade jetzt und in den kommenden Jahren erforderlich, "um die gewaltigen Bestände von Yad Vashem zu digitalisieren". Zudem sollen dadurch "stärkere europa- und weltweite Bildungsprogramme zur Aufklärung über den Holocaust ermöglicht werden, insbesondere für jüngere Zielgruppen". Die Arbeit der Holocaustgedenkstätte sei besonders wichtig "in Zeiten, in denen kaum noch Zeitzeugen vom Menschheitsverbrechen der Shoa berichten können".
Israels Außenminister Saar begrüßte die Unterstützung der Bundesregierung für die Holocaustgedenkstätte. "Deutschlands anhaltendes Engagement für die Forschung, Dokumentation, Bildung und Erinnerung rund um den Holocaust ist gerecht und wird geschätzt", sagte er bei der Pressekonferenz in Jerusalem. Angesichts zunehmender Holocaustleugnung weltweit sei "die Stärkung der Holocaust-Bildung wichtiger denn je".
Yad Vashem, auch bekannt als World Holocaust Remembrance Center, wurde 1953 durch einen Beschluss des israelischen Parlaments gegründet. Es dient als zentrale Gedenkstätte, beherbergt Ausstellungen und ist darüber hinaus als Forschungsinstitut tätig.
Im Mai wurde bekanntgegeben, dass die Holocaustgedenkstätte in München ihr erstes Bildungszentrum außerhalb Israels ansiedeln wird. Yad Vashem zufolge soll das Bildungszentrum innerhalb von drei Jahren am Karolinenplatz im Zentrum Münchens eröffnen und als "bundesweite Plattform" für ein Publikum aus Deutschland und den Nachbarländern dienen. Yad Vashem unterhält enge Beziehungen nach Deutschland, unter anderem gibt es Kooperationsabkommen mit allen 16 Bundesländern.
I. Johansson--BTZ