Irakische Brüder in Düsseldorf wegen früherer IS-Mitgliedschaft verurteilt
In Nordrhein-Westfalen sind zwei Iraker wegen ihrer früheren IS-Mitgliedschaft zu Freiheitsstrafen von jeweils vier Jahren verurteilt worden. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf sprach die 43 und 47 Jahre alten Brüder am Freitag der mitgliedschaftlichen Beteiligung in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die Bundesanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen von fünf beziehungsweise viereinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung Freisprüche.
Laut OLG hatten sich die Brüder 2016 dem IS in ihrem Heimatland angeschlossen. Hintergrund waren demnach Verfolgung und Folterung wegen ihres sunnitischen Glaubens durch schiitische Milizen, die sie zur Flucht in das vom IS beherrschte Gebiet veranlassten. Der 43-Jährige soll unter anderem Mitglied des sogenannten Schariakomitees gewesen sein, der ältere Bruder soll als Militärpolizist und bei der Geheimpolizei gearbeitet haben.
Nach der militärischen Niederlage des IS im Sommer 2017 flohen die Angeklagten über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Wesentliches Beweismittel in dem Prozess gegen die Männer waren laut Gericht IS-Gehaltslisten, auf denen sie standen.
O. Larsen--BTZ