Jahrestag der Kapitulation: Japans Verteidigungsminister besucht umstrittenen Schrein
Zum 81. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg hat Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi demonstrativ den umstrittenen Yasukuni-Schrein besucht - Regierungschefin Sanae Takaichi blieb dem von China und Südkorea immer wieder kritisierten Ort dagegen fern. Koizumi besuchte den Schrein zum Gedenken an die japanischen Kriegstoten am Samstag ebenso wie tausende andere Japaner. An dem Schrein wird auch verurteilten Kriegsverbrechern gedacht.
Es war der erste Besuch Koizumis als Verteidigungsminister, vor der Übernahme dieses Amtes war er schon mehrmals dort. Auch Regierungschefin Takaichi hatte vor ihrem Amtsantritt im vergangenen Oktober mehrmals den Schrein besucht. Deshalb gab es Spekulationen, dass sie zum Jahrestag der Kapitulation nun als erste Ministerpräsidentin seit mehr als zehn Jahren kommen würde. Dies tat sie aber nicht, stattdessen sandte sie laut Medienberichten eine Opfergabe.
Der Yasukuni-Schrein ist rund 2,5 Millionen japanischen Kriegstoten seit dem 19. Jahrhundert gewidmet, darunter sind auch verurteilte Kriegsverbrecher. Besuche von japanischen Politikern an dem Schrein sorgen daher regelmäßig für Verärgerung in China und Südkorea, die im Zweiten Weltkrieg von Japan besetzt worden waren. Sie sehen in dem Schrein ein Symbol des japanischen Militarismus.
Als bislang letzter amtierender Regierungschef hatte Shinzo Abe 2013 den Schrein besucht und damit eine diplomatische Krise ausgelöst. Seine Nachfolger vermieden deshalb in den vergangenen Jahren Besuche an dem Ort und schickten stattdessen Opfergaben - so nun auch Takaichi.
P. Hansen--BTZ