AfD-Chef Chrupalla wirft französischem Rechtspopulisten Bardella Anbiederung an Merz vor
AfD-Co-Chef Tino Chrupalla hat dem französischen Rechtspopulisten und möglichen Präsidentschaftskandidaten Jordan Bardella ein Anbiedern an die Bundesregierung vorgeworfen. Bardella solle "erst mal Präsident werden", anstatt sich "an den Hals von Friedrich Merz" zu werfen, sagte Chrupalla am Mittwoch dem Sender Welt TV. Bardella hatte am Vortag erklärt, dass er "ideologische Übereinstimmungen" mit dem CDU-Kanzler Merz erkenne, unter anderem in der Einwanderungspolitik.
In einem Interview mit der "FAZ" hatte Bardella zudem die Frage bejaht, ob er die Freundschaft mit dem Bundeskanzler suche. "Ja, der französische Präsident ist der Freund des Bundeskanzlers, und das soll so bleiben", sagte Bardella mit Blick auf seine mögliche Präsidentschaftskandidatur.
Der AfD-Fraktionsvorsitzende Chrupalla erklärte, dass seine Partei "gute Kontakte" zu Bardellas Partei Rassemblement National habe. Bardella hatte in dem FAZ-Interview allerdings betont, dass es deutliche politische Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Parteien gebe. "Viele Positionen der AfD sind mit unseren Grundsätzen unvereinbar", hatte Bardella erklärt.
Die AfD sei auf EU-Ebene daher kein Bündnispartner. Konkret verwies Bardella auf "die extreme Rhetorik der AfD in historischen Fragen" und den "stark europafeindlichen Flügel, der einen EU-Austritt fordert".
Bardella bereitet sich auf die Präsidentschaftskandidatur vor, für den Fall, dass die RN-Fraktionschefin Marine Le Pen erneut in einem Veruntreuungsverfahren verurteilt wird und ihm den Platz überlassen würde. Sein Programm beinhaltet vor allem eine verschärfte Einwanderungspolitik.
Umfragen zufolge könnte Bardella derzeit in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit rund 34 Prozent der Stimmen rechnen. Die Wahl findet im April 2027 statt. Amtsinhaber Emmanuel Macron kann nicht mehr antreten.
D. O'Sullivan--BTZ