Letzte Nachrichten
Verdächtige nach Seilbahnunglück in Italien aus Untersuchungshaft entlassen
Nach dem Seilbahnunglück in Italien hat eine Richterin drei zunächst festgenommene Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Servicemanager der Seilbahngesellschaft wurde stattdessen unter Hausarrest gestellt, der technische Leiter und der Unternehmenschef auf freien Fuß gesetzt. Richterin Donatella Banci Bonamici sehe einen "totalen Mangel an Beweisen" gegen letztere zwei, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag.
Kerber mit drittem Erstrunden-Aus in Paris in Serie
Angelique Kerber ist bei den French Open zum dritten Mal in Serie in der ersten Runde gescheitert. Die 33 Jahre alte deutsche Nummer eins unterlag der Qualifikantin Angelina Kalinina aus der Ukraine am ersten Turniertag mit 2:6, 4:6. Paris bleibt für Kerber ein schwieriges Pflaster: Bei fünf der vergangenen sechs Ausgaben des Sandplatzklassikers musste sie bereits nach ihrem ersten Match die Sachen packen.
Mehrere Polizisten bei Rangeleien mit Feiernden in Stuttgart und Hamburg verletzt
Die Stimmung bei den Kontrollen von Corona-Maßnahmen in Deutschland wird aggressiver. Am Wochenende entluden sich Frust und Uneinsichtigkeit von Feiernden erneut in Gewalt gegen Polizeibeamte. In Stuttgart und Hamburg kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Feiernden. Dabei wurden mehrere Einsatzkräfte verletzt. Auch in anderen Städten wurden massenhaft Corona-Auflagen missachtet.
Opposition macht Regierung für Testcenter-Betrügereien mitverantwortlich
Oppositionspolitiker haben der Bundesregierung eine Mitverantwortung für die mutmaßlichen Betrügereien in Corona-Schnelltestzentren zugewiesen und eine Verschärfung der Regeln gefordert. Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow kritisierte am Sonntag die Einführung des Schnelltest-System als "überstürzt und chaotisch". Der Nachrichtenagentur AFP sagte sie: "Das ist in meinen Augen schlampiger Umgang mit einer wesentlichen Säule der Corona-Bekämpfung und schlampiger Umgang mit Steuergeld."
Linken-Chefin macht Regierung für Testcenter-Betrügereien mitverantwortlich
Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow hat der Bundesregierung eine Mitverantwortung für die mutmaßlichen Betrügereien in Corona-Schnelltestzentren zugewiesen und eine Verschärfung der Regeln gefordert. Die Regierung habe das Schnelltest-System "überstürzt und chaotisch" eingeführt, sagte Hennig-Wellsow am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. "Das ist in meinen Augen schlampiger Umgang mit einer wesentlichen Säule der Corona-Bekämpfung und schlampiger Umgang mit Steuergeld."
DFB und Kommunikationsdirektorin Berle beenden Zusammenarbeit
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Kommunikationsdirektorin Mirjam Berle gehen nach nur acht Monaten wieder getrennte Wege. "Ich bestätige die Entscheidung, meine Tätigkeit beim DFB zu beenden und mich neuen beruflichen Möglichkeiten zuzuwenden", sagte Berle dem SID. Hintergrund seien "unterschiedliche Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung und Neuausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit des DFB".
Downing Street bestätigt Eheschließung von Premier Johnson und Carrie Symonds
Ein Sprecher hat die Vermählung von Großbritanniens Premierminister Boris Johnson und seiner Verlobten Carrie Symonds offiziell bestätigt. Das Paar habe am Samstagnachmittag in "einer kleinen Zeremonie" in der Westminster-Kathedrale in London geheiratet, erklärte ein Sprecher Johnsons am Sonntag. Johnson und Symonds würden ihre Hochzeit "im nächsten Sommer mit Familie und Freunden" nachfeiern.
Städte beklagen zunehmende Übergriffe auf Mitarbeiter bei Corona-Kontrollen
Mitarbeiter von Ordnungsämtern und Polizei beklagen bei den Kontrollen von Corona-Maßnahmen ein zunehmend aggressives Verhalten der Bürger. Dies ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den 15 größten Städten Deutschlands. Kommunen berichteten dabei von steigendem Unverständnis, verbalen Konflikten und zum Teil tätlichen Angriffen, wenn Mitarbeiter die Einhaltung etwa von Maskenpflicht und Abstandsgebot kontrollierten.
Zypern wählt ein neues Parlament
In Zypern haben die Bürger am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Die konservative Disy-Partei geht als Favorit in die Abstimmung, wird aber voraussichtlich erneut die Mehrheit verfehlen. Dies würde bedeuten, dass Staatschef Nicos Anastasiades weiterhin eine Minderheitsregierung anführen würde.
Moto3-Pilot Dupasquier verstirbt nach schwerem Unfall
Der Schweizer Motorrad-Rennfahrer Jason Dupasquier ist nach einem schweren Unfall im Rahmen des Großen Preises von Italien seinen Kopfverletzungen erlegen. Das teilten die Organisatoren und sein deutsches Team PrüstelGP am Sonntagmittag mit. Der erst 19-Jährige war am Samstag im Qualifying der Moto3-Klasse in Mugello verunglückt und wurde in der Nacht operiert.
Zehntausende demonstrieren in Brasilien gegen Bolsonaro
In Brasilien haben erneut zehntausende Menschen gegen Staatschef Jair Bolsonaro demonstriert. Die Proteste in dutzenden Städten am Samstag richteten sich vor allem gegen den laxen Umgang des rechtsradikalen Staatschefs mit der Corona-Pandemie, aber auch gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Die Demonstranten warfen Bolsonaro zudem vor, Rassismus und Gewalt in der brasilianischen Gesellschaft zu befördern.
Fast 300 Menschen nach Brand auf Fähre in Indonesien gerettet
Nach einem Brand auf einer Fähre in Indonesien sind fast alle der knapp 300 Menschen an Bord gerettet worden. Die Rettungskräfte suchten am Sonntag nach Behördenangaben noch nach einem vermissten Passagier. Die "KM Karya Indah" war auf dem Weg nach Sanana im Nordosten Indonesiens, als kurz nach dem Ablegen das Feuer ausbrach. Die 275 Passagiere und Besatzungsmitglieder, darunter mindestens 35 Kinder, sprangen über Bord.
"BamS": Gesetzentwurf für Pflegereform mit Deckelung von Pflegeanteil im Heim steht
Die Bundesregierung hat sich auf eine milliardenteure Pflegereform mit verpflichtenden Tariflöhnen in Pflegeeinrichtungen und einem staatlichen Pflegezuschuss für Heimbewohner geeinigt. Der Gesetzentwurf, der "Bild am Sonntag" vorlag und am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll, sieht ab 2022 einen jährlichen Steuerzuschuss von einer Milliarde Euro für die Pflegeversicherung vor.
Lauterbach erhält regelmäßig Liebesbriefe von Frauen
Die Dauerpräsenz im Fernsehen während der Corona-Pandemie hat für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ungeahnte Folgen: Er punktet beim anderen Geschlecht. "Ich habe auch einige Liebesbriefe bekommen", sagte Lauterbach der "Welt am Sonntag". Darauf eingegangen sei er aber nicht: "Ich habe, offen gesagt, noch keine Zeit gefunden, mich denen zu widmen."
Franzose soll im Iran wegen "Spionage" vor Gericht gestellt werden
Ein seit Mai 2020 im Iran inhaftierter Franzose soll wegen "Spionage" und "Propaganda" vor Gericht gestellt werden. Benjamin Brière werde vorgeworfen, in einem iranischen Naturpark per Drohne "Fotos von verbotenen Gebieten" gemacht zu haben, teilte sein Anwalt Saïd Dehghan der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit. Zudem soll er in Onlinenetzwerken die Frage gestellt haben, weshalb das Tragen eines Kopftuchs im Iran "Pflicht" sei, während es in anderen muslimischen Ländern "optional" sei.
Chinesischer Transporter an Modul der neuen Weltraumstation angedockt
Der chinesische Raumtransporter mit Ausrüstung für die künftige Raumstation "Tiangong" hat am Sonntag erfolgreich am Kernmodul der Station angedockt. Der unbemannte Transporter vom Typ Tianzhou-2 hat Treibstoff, Lebensmittel und anderes Material für die Raumstation an Bord, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Raumfahrtbehörde CMSA berichtete.
Holz- statt Plastikbesteck in den Zügen der Deutschen Bahn ab Juni
Die Deutsche Bahn (DB) will den Plastikmüll in ihren Zügen reduzieren: Ab Juni bekommen Fahrgäste Holz- statt Plastikbesteck für To-go-Produkte in der Bordgastronomie. Zudem vereinfacht der Konzern die Trennung der Abfälle an Bord der Züge und auf Bahnhöfen, von Vierfach-Trennung wird auf Zweifach-Trennung umgestellt. Die Abfallbehälter werden dafür ressourcenschonend einfach neu beschriftet.
Match-Play: Popov in Vegas im Halbfinale
British-Open-Gewinnerin Sophia Popov (St. Leon-Rot) hat ihren Siegeszug beim Golf-Matchplay-Turnier in Las Vegas fortgesetzt und steht im Halbfinale. Eine Woche vor der US Open in San Francisco gewann die 28-Jährige zunächst gegen die ehemalige Weltranglistenerste und siebenmalige Major-Gewinnerin Park Inbee (Südkorea) das Achtelfinale, anschließend setzte sie sich auch gegen Patty Tavatanakit (Thailand) mit 3 und 2 durch.
Malischer Interimspräsident Goïta nimmt an Sondergipfel westafrikanischer Staaten teil
Der malische Übergangspräsident Assimi Goïta wird an dem Sondergipfel der westafrikanischen Staatschefs zur Lage in Mali nach dem Militärputsch teilnehmen. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas habe den Armee-Oberst zu "Beratungen" in Ghana am Sonntag eingeladen, heißt es in einem Brief der Organisation, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Goïta brach nach Angaben des malischen Präsidialamts am Samstag in die ghanaische Hauptstadt Accra auf.
Kampf um WM-Viertelfinalticket: "Nicht zu viel drüber nachdenken"
Der Kampf um das Viertelfinalticket bei der Eishockey-WM in Riga wird für die deutsche Nationalmannschaft zu einem Nervenspiel. "Wir dürfen nicht zu viel drüber nachdenken", sagte NHL-Stürmer Tobias Rieder nach dem 1:2 (0:1, 1:0, 0:1) gegen Weltmeister Finnland, "wir müssen unsere Leistung auf dem Eis abrufen. Am Ende schauen wir auf die Tabelle, wo wir stehen."
Frauen-Pokalfinale: Siebter Streich in Serie oder Thronsturz?
Schon beim Betreten des "Wohnzimmers" bekam Stephan Lerch wieder Gänsehaut. "Ich komme sehr gerne her", sagte der Trainer der Fußballerinnen vom VfL Wolfsburg, die am Sonntag (16.00 Uhr/ARD) in Köln zum siebten Mal in Serie und zum achten Mal insgesamt den DFB-Pokal gewinnen können.
Torhüterfrage beim DFB: Noch keine klare Nummer 2 hinter Neuer
Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Andreas Köpke haben hinter Kapitän Manuel Neuer noch keine klare Rangfolge bei den Torhütern festgelegt. "Was das Ranking betrifft, werden wir uns Zeit lassen", sagte Löw im EM-Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Seefeld/Tirol.
Schauspieler Gavin MacLeod im Alter von 90 Jahren gestorben
Der aus der Sitcom "Love Boat" bekannte Schauspieler Gavin MacLeod ist tot. MacLeod starb am Samstag im Alter von 90 Jahren, wie die Branchenzeitschrift "Variety" unter Berufung auf den Neffen des Schauspielers, Mark See, berichtete. Die Todesursache wurde nicht genannt.
Tuchel bleibt titelhungrig: "Ich will mich nicht ausruhen"
Teammanager Thomas Tuchel hat nach dem Gewinn der Champions League mit dem FC Chelsea gleich neue Ziele ausgegeben. "Natürlich ist jetzt die Zeit, ein paar Tage lang zu feiern, es zu genießen und zu verarbeiten. Aber sonst macht es überraschenderweise nicht so viel mit dir. Und ich glaube, das ist gut. Denn niemand will sich ausruhen, ich will mich nicht ausruhen", sagte Tuchel. Er wolle "den nächsten Erfolg, den nächsten Titel".
Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 35,2
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter auf 35,2 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden 3852 Neuinfektionen und 56 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert.
Spahn will asoziale Testcenter-Abzocke bekämpfen
Nach Berichten über groß angelegten Abrechnungsbetrug in Corona-Testzentren hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schärfere Kontrollen angekündigt. "Wo es nötig ist, schärfen wir nach", schrieb der Minister am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Es werde nun "stichprobenartig mehr Kontrollen geben", kündigte er an. Die SPD warf Spahn vor, den Betrug durch Nachlässigkeit bei den Vorschriften ermöglicht zu haben. Spahn zeigte sich empört über die möglichen Betrügereien. "Egal ob bei Masken oder beim Testen - jeder, der die Pandemie nutzt, um sich kriminell zu bereichern, sollte sich schämen", schrieb der Minister, der sich am Samstag in Südafrika aufhielt, auf Twitter. Der Minister begrüßte es, dass Staatsanwaltschaften in einigen bislang bekannt gewordenen Fällen Ermittlungen eingeleitet hätten. Er verwies darauf, dass es bei der Einrichtung der Teststellen wegen der Infektionslage schnell gehen musste - dies dürfe aber keinen Anreiz für Betrügereien liefern. "Pragmatismus ist in dieser Zeit notwendig", schrieb er. "Wer das aber ausnutzt, darf nicht davonkommen." Wegen der möglichen Betrugsfälle ermitteln inzwischen unter anderem die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Bochum und die Staatsanwaltschaft Lübeck. Unionsfraktionsvize Thorsten Frei bezeichnete die Ermittlungen als "gutes Signal". "Denn wenn solcher Abrechnungsbetrug tatsächlich vorläge, wären es am Ende die Steuerzahler, die geprellt würden", erklärte er am Samstag. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil richtete derweil scharfe Vorwürfe gegen Spahn (CDU). "Es ist mir unbegreiflich, dass Jens Spahn trotz der Warnungen solche Lücken für Betrüger zugelassen hat", sagte Klingbeil dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe). Der Minister müsse "dafür sorgen, dass in der Corona-Bekämpfung mit Steuergeldern verantwortungsvoll umgegangen wird". Klingbeil verwies in diesem Zusammenhang auch auf betrügerische Geschäfte mit überteuerten Corona-Schutzmasken. Das Gesundheitsministerium müsse "dem offensichtlichen Missbrauch umgehend ein Ende setzen und das Geschäft mit den kostenlosen Bürgertests strenger kontrollieren". Die Regelungen zu den kostenlosen Corona-Schnelltests für alle Bürger sind offenbar höchst anfällig für Betrügereien. Die Betreiber von Testzentren müssen für die Kostenerstattung nicht einmal nachweisen, dass sie überhaupt Antigen-Schnelltests gekauft haben, wie NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichteten. Es genüge, wenn sie den jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen die Zahl der Getesteten ohne jeglichen Beleg übermittelten. Abrechnen können die Teststellen pro Bürgertest 18 Euro. Spahn kündigte nun nachträgliche Kontrollen von Unterlagen an. "Die nachträgliche Kontrolle wird auch stattfinden, die Anbieter müssen die Unterlagen bis 2024 aufbewahren", sagte er der ARD. "In der Pandemie muss es manchmal schnell gehen, aber wir haben gesagt, dass bis Ende 2024 kontrolliert werden kann." NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" hatten die Testabläufe in Schnelltestzentren in Nordrhein-Westfalen mit einer internen Datenbank des Landes abgeglichen, in der die Meldungen der vorgenommenen Tests verzeichnet sind. Demnach zählten die Journalisten jeweils deutlich weniger Besucherinnen und Besucher in den Testzentren, als anschließend an das Land gemeldet wurden. (C. Fournier--BTZ)
Eltern von Protassewitsch rufen den Westen zu Hilfe auf
Die Eltern des nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Belarus festgenommenen Regierungskritikers Roman Protassewitsch haben bei einer Demonstration in Warschau die EU und die USA zur Hilfe aufgerufen. Sie appelliere an alle EU-Länder sowie die USA, "uns bei der Befreiung Romans" und von dessen Partnerin Sofia Sapega zu helfen, sagte Protassewitschs Mutter Natalia am Samstag bei der Kundgebung. "Wir wollen in einem freien Land leben, in einem Land, in dem jeder das Recht hat, seine Überzeugungen auszudrücken", fügte Protassewitschs Vater Dmitri hinzu. An der Solidaritätskundgebung für die belarussische Opposition in der polnischen Hauptstadt nahmen hunderte Menschen teil. Die Menge rief "Lang lebe Belarus!" und hielt Fahnen mit den rot-weißen Farben der belarussischen Opposition hoch. Auf Spruchbändern wurde Belarus unter anderem als "Nordkorea in der Mitte Europas" bezeichnet. Der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko setzte unterdessen seinen Besuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin fort. Der zweite Tag des Treffens in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi habe "informellen" Charakter gehabt, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Nach seinen Angaben sprachen die beiden Staatschefs über die wirtschaftliche Kooperation ihrer Länder und den Kampf gegen die Corona-Pandemie, nutzten aber auch das "prima Wetter" für eine Bootstour. Angesichts des internationalen Proteststurms nach der erzwungenen Landung der Ryanair-Maschine und der anschließenden Festnahme von Protassewitsch und seiner Freundin hatte Putin seinem belarussischen Kollegen bereits am Freitag demonstrativ den Rücken gestärkt. Er stimmte Lukaschenko darin zu, dass die "emotionale" Reaktion des Westens auf den Vorfall überzogen gewesen sei. Lukaschenko warf dem Westen erneut vor, sein Land destabilisieren zu wollen. Die Behörden in Belarus hatten am vergangenen Sonntag die Ryanair-Maschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Anschließend nahmen sie den im Exil lebenden Journalisten Protassewitsch und seine Partnerin fest. Als Begründung für die Zwischenlandung nannte Minsk eine Bombendrohung, doch halten die USA und die EU dies für einen Vorwand. Als Reaktion auf den Vorfall vereinbarten die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am Montag weitere Sanktionen gegen Belarus. Dazu gehören die Sperrung des europäischen Luftraums für Flugzeuge aus Belarus, Sanktionen gegen Verantwortliche für den Vorfall und auch Wirtschaftssanktionen. Dies soll nun in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Die USA bereiten ihrerseits weitere Strafmaßnahmen gegen Belarus vor, wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag mitteilte. Dabei geht es nach ihren Angaben um "gezielte Sanktionen" gegen wichtige Regierungsmitglieder. (S. Sokolow--BTZ)
Gesundheitspersonal fordert am WHO-Sitz energischeres Vorgehen gegen Klimawandel
Demonstranten aus dem Gesundheitssektor haben am Sitz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf an Regierungen rund um den Globus appelliert, die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels anzuerkennen. Die rund 200 Protestierenden trugen am Samstag bei ihrem Marsch durch die Stadt zur WHO-Zentrale weiße Kittel. Auf einem der riesigen Spruchbänder war ein Thermometer zu sehen - es zeigte das allmähliche Ansteigen der Temperaturen bis zu einem Zustand, in dem der Planet in Flammen steht.
5:1 in Kiel - Köln mit Köpfchen zum Klassenerhalt
Mit Köpfchen zum Klassenerhalt: Drei Kopfballtore binnen zehn Minuten haben den 1. FC Köln doch noch vor dem Bundesliga-Abstieg gerettet. Der dreimalige Meister gewann das Relegationsrückspiel bei Holstein Kiel ungefährdet 5:1 (4:1) und machte damit seine 0:1-Heimspielniederlage aus dem Hinspiel wieder wett.
Tausende demonstrieren in Zagreb gegen Abtreibungen
In Zagreb haben mehrere tausend Menschen gegen das Recht auf Abtreibung demonstriert. Die meisten Demonstranten in der kroatischen Hauptstadt am Samstag trugen keine Corona-Schutzmasken, sie stimmten patriotische Gesänge an und trugen kroatische Flaggen. Auf Spruchbändern hieß es "Unborn Lives Matter, Too" ("Auch das Leben von Ungeborenen zählt") - in Anlehnung an den Slogan "Black Lives Matter" ("Das Leben von Schwarzen zählt") der Bewegung gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA.
Bernal vor Giro-Sieg, Caruso gewinnt letzte Bergetappe
Der kolumbianische Radstar Egan Bernal steht vor dem Triumph beim 104. Giro dItalia. Der 24 Jahre alte Ineos-Kapitän wurde auf der letzten Bergetappe mit drei schweren Anstiegen Zweiter hinter seinem italienischen Widersacher Damiano Caruso (Bahrain-Victorious) und geht mit 1:59 Minuten Vorsprung auf Caruso in das abschließende Zeitfahren über 30,3 km am Sonntag in Mailand.
Quarantäne für Nationalspieler: Lauterbach plädiert für Ausnahmeregelung
Karl Lauterbach hat bei der Suche nach einer Lösung im Umgang mit vier England-Legionären in der deutschen Nationalmannschaft bezüglich der Corona-Einreiseverordnung für eine Ausnahmeregelung plädiert. "Ich würde bei den vier Spielern täglich einen PCR-Test machen lassen, der dann sequenziert, also auf die indische Variante untersucht wird. Das garantiert höchste Sicherheit und wahrt das nationale Interesse, die Fußballer trainieren zu lassen", sagte der SPD-Gesundheitsexperte der ARD-Sportschau.