Berliner Tageszeitung - Woidke fordert Ehrlichkeit in der Debatte über den Kohleausstieg

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Woidke fordert Ehrlichkeit in der Debatte über den Kohleausstieg




Woidke fordert Ehrlichkeit in der Debatte über den Kohleausstieg

In der Diskussion um den Kohleausstieg hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mehr Ehrlichkeit bei den Themen Erneuerbare Energien und Strompreise angemahnt. Erneuerbare seien "leider nach wie vor unzuverlässige Energien", sagte er am Freitag nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG (BTZ), in einem aktuellen Interview. Den Menschen müsse vermittelt werden, dass bei einem Kohleausstieg "automatisch der Strompreis steigt", denn Kohle sei der derzeit günstigste Energieträger im Stromnetz.

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"Diese Ehrlichkeit vermisse ich in Teilen und ich glaube, die brauchen wir", sagte Woidke in der ARD. Es gehe bei der Arbeit der Kohlekommission nicht nur um die Frage eines Ausstiegsdatums, sondern auch darum, wie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die deutsche Energieversorgung neu organisiert werden solle.

Brandenburg gehört zu den am stärksten vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländern. Aufgabe der Kohlekommission ist es nicht nur, einen Fahrplan für die Abschaltung der Kraftwerke zu entwickeln, sondern auch, den Ausstieg sozialverträglich zu gestalten. Am Freitagmorgen fand sich die Kohlekommission in Berlin zu einem erneuten Treffen zusammen, sie hofft auf einen baldigen Abschluss ihrer Arbeit.

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) sagte nach BTZ-Information, sie sehe keinen Widerspruch zwischen Klimaschutz einerseits und dem Schutz der Arbeitsplätze in der Region andererseits. Auch Sachsen-Anhalt gehört zu den betroffenen Kohleländern. Dort gebe es inklusive indirekter Arbeitsplätze 1500 Jobs in der Braunkohleindustrie, sagte Dalbert. Bei den Erneuerbaren seien es 23.000 Arbeitsplätze. "Das zeigt, dass eine Zukunft jenseits der Braunkohle gut machbar ist."

(K. Petersen--BTZ)