Berliner Tageszeitung - Studie: Trotz Niedrigzinsen weiterhin große Vorbehalte gegenüber Aktien

Börse
EUR/USD -0.07% 1.0789 $
Goldpreis 0.72% 1876.5 $
Euro STOXX 50 0.4% 4257.98
TecDAX 0.08% 3338.57
SDAX -0.04% 13494.83
MDAX -0.1% 29778.59
DAX -0.21% 15476.43

Studie: Trotz Niedrigzinsen weiterhin große Vorbehalte gegenüber Aktien




Studie: Trotz Niedrigzinsen weiterhin große Vorbehalte gegenüber Aktien

Trotz der jahrelangen Niedrigzinsphase haben die Deutschen einer Umfrage zufolge weiterhin große Vorbehalte gegenüber Aktien. "Missverständnisse, ein schlechtes Bauchgefühl und eine gewisse Gleichgültigkeit" seien weit verbreitet, wenn es um die Geldanlage in Aktien gehe, erklärten die Börse Stuttgart und das Deutsche Aktieninstitut am Mittwoch. Sie befragten für ihre Studie 2003 Menschen - davon 283 Aktionäre und 1720 Nicht-Aktionäre.

Textgröße:

Während sich Aktienrisiken durch die Einhaltung einfacher Regeln beherrschen ließen, sehen 65 Prozent der Nicht-Aktienbesitzer Aktien weiterhin für sich als zu riskant an, erklärten die Autoren auf der Grundlage der Studienergebnisse. Fast jeder zweite Nicht-Aktienbesitzer hält demnach die Aktienanlage zudem für umständlich. Auch das Interesse bleibe gering: Nur rund jeder achte Nicht-Aktienbesitzer zog nach eigener Aussage in den vergangenen Jahren eine Anlage in Aktien oder Aktienfonds in Betracht.

Die Studie ergab allerdings auch, dass die Einschätzung von Aktien durch persönliche Erfahrungen positiver werde, erklärten die Börse Stuttgart und das Aktieninstitut. 71 Prozent der Aktionäre sei bewusst, dass Aktien oder Aktienfonds "langfristig mehr Rendite bringen als andere Anlageformen", bei den Nicht-Aktienbesitzern seien es 29 Prozent. Demnach sehen fast drei Viertel der Aktionäre und nur jeder dritte Nicht-Aktionär Aktien und Aktienfonds als geeignete Instrumente zur Vermögensbildung an.

Nach Angaben der Bundesbank investieren die Deutschen gerade einmal knapp zehn Prozent des gesamten Geldvermögens in Aktien. Wenn es nicht gelinge, eine "bessere Aktienkultur" zu etablieren, befürchte er "ernsthafte Konsequenzen" für viele Bürger, erklärte Michael Völter, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse. "Denn das umlagefinanzierte Rentensystem allein dürfte den Lebensstandard im Alter langfristig nicht auf heutigem Niveau halten können."

 

(D. Wassiljew--BTZ)