Berliner Tageszeitung - Deutsche Bahn setzt "klar" auf unbefristete Beschäftigung

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Deutsche Bahn setzt "klar" auf unbefristete Beschäftigung




Deutsche Bahn setzt
Deutsche Bahn setzt "klar" auf unbefristete Beschäftigung / Foto: © AFP

Die Deutsche Bahn setzt in ihrer Personalpolitik auf unbefristete Beschäftigung. "Das ist ein klarer Weg und den werden wir nicht ändern", sagte der neue Personalvorstand Martin Seiler am Dienstag in Berlin. Die Quote unbefristeter Beschäftigter liege bei der Bahn seit Jahren konstant über 95 Prozent. Dies sei bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter "ein hohes Gut", betonte Seiler. Entfristungsregeln, wie sie derzeit bei der Deutschen Post kritisiert werden, gebe es bei der Bahn nicht.

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Bei der Bahn arbeiten in Deutschland rund 200.000 Menschen - in den kommenden zehn Jahren wird nach Angaben Seilers rund die Hälfte davon aus Altersgründen ausscheiden. Die Personalgewinnung ist daher immens wichtig für den Konzern. Jedes Jahr stellt die Bahn rund 15.000 neue Mitarbeiter ein, dieses Jahr sind es laut Seiler sogar 19.000. "Wir bauen also auf." Denn bei der Personalplanung gelte das Prinzip "im Zweifel einer mehr".

Der neue Personalvorstand ist seit 100 Tagen im Amt. Die Mitarbeiter der Bahn will er vor allem "wetterfest" für die Digitalisierung machen, sagte er. Dafür schloss Seiler mit dem Betriebsrat einen Tarifvertrag Arbeit 4.0. Die Angestellten haben damit ein Recht auf Weiterbildung und Qualifizierung, wenn sich ihre Tätigkeit durch die Digitalisierung verändert.

Alle Mitarbeiter sollen zudem bis Ende kommenden Jahres ein dienstliches Smartphone oder -Tablet haben - ab Sommer bekommen daher die noch fehlenden knapp 60.000 Bahn-Beschäftigten ein solches Gerät. Reisekosten können die Mitarbeiter bereits seit 2017 mit einer App abrechnen; Bewerbungen sollen ab diesem Monat schon auch per Smartphone möglich sein. Bewerber können dann laut Unternehmen auch jederzeit online nachvollziehen, in welchem Stadium ihre Bewerbung gerade ist.

Noch in diesem Jahr will die Bahn außerdem für Bewerber um einen Ausbildungsplatz das Anschreiben abschaffen: Es sei eine der größten Hürden für die Bewerber, erklärte die Bahn - und gleichzeitig wenig aussagekräftig. Lebenslauf und Vorstellungsgespräch seien besser geeignet, Kompetenzen und Motivation festzustellen.

Bei der Bahn bewerben sich jedes Jahr rund 250.000 Menschen um einen Ausbildungsplatz oder einen Job. Dennoch hat der Konzern in boomenden Regionen oder bestimmten Berufsfeldern Schwierigkeiten, neue Leute zu finden - etwa Lokführer, Gleisbauer oder IT-Experten.

(A. Madsen--BTZ)