Berliner Tageszeitung - Südkoreas Verfassungsgericht kippt Abtreibungsverbot

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Südkoreas Verfassungsgericht kippt Abtreibungsverbot




Südkoreas Verfassungsgericht kippt Abtreibungsverbot

Südkoreas Abtreibungsverbot verstößt gegen die Verfassung. Das entschied der Verfassungsgerichtshof des Landes am Donnerstag in Seoul. Das Verbot verletze das Recht von Frauen auf Gesundheit, indem es ihnen den Zugang zu "sicheren und rechtzeitigen Eingriffen" verwehre, urteilte das Gericht. Die Regierung muss das Gesetz nun bis Ende 2020 ändern.

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Da Embryonen zu ihrer Existenz vollständig auf den Körper ihrer Mutter angewiesen seien, könne man sie nicht als separate, eigene Lebewesen mit Recht auf Leben betrachten, erklärten die Verfassungsrichter.

Vor dem Gerichtsgebäude feierten hunderte von Frauen das Urteil mit Jubelrufen und Umarmungen. Derzeit sind Abtreibungen in Südkorea grundsätzlich verboten. Ausnahmen erlaubt das Gesetz aus dem Jahr 1953 lediglich bei Vergewaltigungen, Inzest oder wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Südkorea ist damit eine der wenigen Industrienationen, in denen noch solch ein pauschales Verbot gilt. Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr, Ärzte müssen mit zwei Jahren Gefängnis rechnen.

Schon jetzt ignorieren viele Frauen das Verbot, werden dafür aber selten gerichtlich verfolgt. Gegner des Gesetzes kritisieren, es zwinge Frauen zu gefährlichen heimlichen Abtreibungen und sorge dafür, dass sie von der Gesellschaft ausgegrenzt würden.

(D. Wassiljew--BTZ)