Berliner Tageszeitung - Trump nennt seinen Ex-Anwalt vor Anhörung im Kongress einen Lügner

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Trump nennt seinen Ex-Anwalt vor Anhörung im Kongress einen Lügner




Trump nennt seinen Ex-Anwalt vor Anhörung im Kongress einen Lügner

US-Präsident Donald Trump hat seinen langjährigen Anwalt und Vertrauten Michael Cohen kurz vor dessen öffentlicher Anhörung im Kongress als Lügner bezeichnet. "Michael Cohen war einer von vielen Anwälten, die mich vertreten haben (leider)", schrieb Trump am Mittwoch vor seinem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Vietnam im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Er lügt, um seine Zeit im Gefängnis zu verringern", fügte Trump hinzu. Wegen früherer Lügen vor dem Kongress habe Cohen seine Zulassung als Anwalt verloren.

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Cohen war am Dienstag acht Stunden lang im US-Kongress befragt worden. Die Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Senats fand hinter verschlossenen Türen statt. Am Mittwoch wird Cohen vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses aussagen - der Auftritt wird live im Fernsehen übertragen. Cohens Anwalt Lanny Davis hat "erschreckende" Aussagen über Trump angekündigt.

Medienberichten zufolge will Cohen den Präsidenten als "Rassisten" und "Betrüger" bezeichnen. Laut einem Manuskript für seine Aussage, aus dem die "New York Times" und andere US-Medien zitierten, will Cohen sagen: "Ich schäme mich, dass ich dazu beigetragen habe, Herrn Trumps unerlaubte Handlungen zu verschleiern statt auf mein eigenes Gewissen zu hören. Ich schäme mich, weil ich weiß, was Herr Trump ist. Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Schwindler."

Cohen hatte zehn Jahre für den Trump-Konzern gearbeitet, inzwischen steht er mit dem Präsidenten auf Kriegsfuß. Für Taten, die er großteils im Zusammenhang mit seiner Arbeit für Trump begangen hatte, wurde Cohen im Dezember von einem New Yorker Gericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wegen Meineids in früheren Aussagen gegenüber dem Kongress sowie Steuer- und Finanzdelikten muss Cohen im Mai antreten.

Das Weiße Haus beschuldigte ihn bereits im Vorfeld der jetzigen Anhörungen, den Kongress erneut belügen zu wollen. Cohen hat Trump mit seinen Aussagen wiederholt in Bedrängnis gebracht. So sagte er aus, Schweigegeldzahlungen an zwei angebliche frühere Sexpartnerinnen Trumps in dessen Auftrag geleistet zu haben. In seinem Urteil gegen Cohen sah das Gericht in diesen Zahlungen gesetzwidrige Wahlkampffinanzierung.

(D. Meier--BTZ)