Berliner Tageszeitung - Papst fordert bei historischem Besuch in Abu Dhabi Ende von Kriegen

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Papst fordert bei historischem Besuch in Abu Dhabi Ende von Kriegen




Papst fordert bei historischem Besuch in Abu Dhabi Ende von Kriegen

Bei seinem historischen Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Papst Franziskus zu einem Ende von Kriegen aufgerufen, unter anderem im Jemen und in Syrien. "Krieg schafft nichts als Elend, Waffen nichts als Tod", sagte der Papst am Montag laut Redetext vor hunderten Teilnehmern eines interreligiösen Treffens in Abu Dhabi. Die "katastrophalen Folgen" von Krieg zeigten sich im Jemen, in Syrien, im Irak und in Libyen.

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"Das Wettrüsten, die Ausweitung der eigenen Einflussbereiche und eine aggressive Politik zum Nachteil anderer werden nie Stabilität bringen", betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Religionen müssten gemeinsam "gegen die Logik bewaffneter Macht eintreten, gegen die Monetarisierung von Beziehungen, die Aufrüstung der Grenzen, die Errichtung von Mauern, die Knebelung der Armen".

Ein "brüderliches Zusammenleben" und gleiche Rechte für alle seien die "Samen des Friedens", die Religionen aufkeimen lassen müssten, appellierte der Papst. Sie hätten die Aufgabe, "einen aktiven Beitrag zur Entmilitarisierung des menschlichen Herzens zu leisten".

Der Papst verurteilte religiöse Gewalt scharf. Es sei eine "schwere Entweihung des Namens Gottes, ihn zur Rechtfertigung von Hass und Gewalt gegen den Bruder zu missbrauchen", sagte er. "Es gibt keine Gewalt, die religiös gerechtfertigt werden kann."

Darüber hinaus verteidigte der Papst die Religionsfreiheit. Sie beschränke sich nicht nur auf die freie Ausübung der Religion, "sondern sieht im anderen wirklich einen Bruder und eine Schwester, einen Sohn und eine Tochter derselben Menschheit", sagte er. Religion könne niemandem aufgezwungen werden.

Der Papst forderte im Nahen Osten "Gesellschaften, in denen Menschen unterschiedlicher Religionen das gleiche Heimatrecht genießen und in denen nur der Gewalt in all ihren Formen dieses Recht abgesprochen wird". Vor allem in Saudi-Arabien und in Bahrain werden Schiiten von sunnitischen Herrschaftshäusern diskriminiert, zehntausende Beduinen leben in der Golfregion ohne Staatsbürgerschaft.

Papst Franziskus ist das erste Oberhaupt der katholischen Kirche, das die arabische Halbinsel und damit die Wiege des Islam besucht. Der Dialog mit dem Islam zählt für Franziskus zu den Schwerpunkten seines Pontifikats.

Seine Rede hielt er vor rund 700 Würdenträgern, darunter muslimische Vertreter, Patriarchen der katholischen Ostkirchen sowie Rabbiner aus mehreren westlichen Staaten. Hinter der Veranstaltung stand der Islamische Rat der Ältesten, eine Vereinigung mit Sitz in den Emiraten, die sich für einen toleranten Islam einsetzt.

 

(O. Petrow--BTZ)