Berliner Tageszeitung - UN: Waffenstillstand und Gefangenenaustausch im Jemen verzögern sich

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UN: Waffenstillstand und Gefangenenaustausch im Jemen verzögern sich




UN: Waffenstillstand und Gefangenenaustausch im Jemen verzögern sich

Der UN-Sondergesandte für den Jemen hat eine Verzögerung des Waffenstillstands in dem Bürgerkriegsland verkündet. Der Zeitplan für die umkämpfte Hafenstadt Hodeida sowie für einen Gefangenenaustausch zwischen Regierung und Rebellen sei geändert worden, sagte Martin Griffiths am Montag der Zeitung "Aschark Al-Awsat". Solche Entwicklungen seien aufgrund des ambitionierten Zeitplans jedoch zu erwarten gewesen, fügte der UN-Gesandte hinzu.

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Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Im Dezember hatten sich beide Seiten bei einer ersten Gesprächsrunde in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Huthis kontrollierte Hafenstadt Hodeida geeinigt.

Diese wird nach UN-Angaben "weitgehend" eingehalten. Beide Seiten vereinbarten auch einen Abzug der Kämpfer aus der Stadt und dem Hafen sowie die Öffnung von Straßen für humanitäre Hilfe. Offenbar ist beides aber bisher unterblieben. Nach UN-Angaben wird auch über den ebenfalls bereits vereinbarten Gefangenenaustausch weiterhin verhandelt.

Der Impuls aus Schweden sei noch nicht verpufft, sagte Griffiths, der am Montag in Jemens Hauptstadt Sanaa ankam. Er bestätigte zudem Berichte, wonach es Pläne gebe, den Leiter der UN-Beobachtermission im Jemen, den niederländischen Ex-General Patrick Cammaert, zu ersetzen. Der General habe nur für kurz Zeit vor Ort bleiben wollen, um die Grundlagen für die Hodeida-Mission zu schaffen, sagte Griffiths.

Der UN-Sondergesandte wies Vorwürfe der Huthi-Rebellen zurück, Cammaert sei der Aufgabe nicht gewachsen und verfolge "andere Interessen".

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Opfer bis zu fünf Mal so hoch. Laut dem UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock leiden fast zehn Millionen Menschen im Jemen Hunger.

(M. Tschebyachkinchoy--BTZ)