Berliner Tageszeitung - Pompeo: Khashoggis Mörder müssen zur Rechenschaft gezogen werden

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Pompeo: Khashoggis Mörder müssen zur Rechenschaft gezogen werden




Pompeo: Khashoggis Mörder müssen zur Rechenschaft gezogen werden

US-Außenminister Mike Pompeo hat vor seiner Reise nach Saudi-Arabien Gespräche mit Kronprinz Mohammed bin Salman über den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi angekündigt. "Wir werden weiter darüber sprechen und sicherstellen, dass wir alle Fakten haben", sagte Pompeo am Sonntag in Katars Hauptstadt Doha. Er werde den Kronprinzen auffordern sicherzustellen, dass die Mörder Khashoggis zur Rechenschaft gezogen werden. Der US-Außenminister wollte noch am Sonntag nach Saudi-Arabien fliegen.

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Pompeo befindet sich auf einer achttägigen Reise durch den Nahen Osten. Während seines Besuchs in der Region versucht der US-Außenminister, Allianzen wieder zu festigen, die durch Ereignisse der jüngsten Vergangenheit erschüttert wurden - von der Ermordung Khashoggis bis zur Ankündigung des Abzugs der US-Bodentruppen aus Syrien.

Khashoggi war am 2. Oktober im saudiarabischen Konsulat in Istanbul von einem extra angereisten 15-köpfigen Kommando erwürgt und zerstückelt worden. Die Leiche des 59-jährigen "Washington Post"-Kolumnisten wurde bis heute nicht gefunden. Laut Medienberichten wurde sie in Säure aufgelöst. Saudi-Arabien bestritt über Wochen die Tötung Khashoggis, bevor es unter internationalem Druck schließlich das Verbrechen einräumte.

Riads Staatsanwälte haben Anklagen gegen elf Verdächtige angekündigt, für mindestens fünf von ihnen wollen sie die Todesstrafe fordern. Bin Salman wurde von der Staatsanwaltschaft entlastet, obwohl US-Geheimdienste Berichten zufolge über Beweise verfügen, dass der Kronprinz den Mord angeordnet hat.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Katars Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani forderte Pompeo Katar und Saudi-Arabien derweil auf, ihren Streit zu beenden. "Wir sind alle stärker, wenn wir zusammenarbeiten, wenn wir gemeinsame Herausforderungen in der Region und der Welt haben", sagte der US-Außenminister.

Die drei Golfmonarchien Saudi-Arabien, Bahrain und Vereinigte Arabische Emirate sowie Ägypten hatten am 5. Juni 2017 ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar eine Unterstützung von Terrorgruppen und eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran vor. Katar weist die Vorwürfe zurück.

 

(S. Sokolow--BTZ)