Berliner Tageszeitung - Iran und die USA wollen diese Woche in Katar indirekt miteinander verhandeln

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Iran und die USA wollen diese Woche in Katar indirekt miteinander verhandeln




Iran und die USA wollen diese Woche in Katar indirekt miteinander verhandeln
Iran und die USA wollen diese Woche in Katar indirekt miteinander verhandeln / Foto: © AFP

Der Iran und die USA wollen im Verlauf dieser Woche indirekte bilaterale Verhandlungen zum internationalen Atomabkommen führen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Said Chatibsadeh, sagte am Montag, die Gespräche sollten "in den kommenden Tagen" stattfinden. In Washington bestätigte das Außenamt, dass ein entsprechendes Treffen in Doha, der Hauptstadt von Katar, geplant sei.

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Bei indirekten Verhandlungen sitzen die Delegationen nicht miteinander am Tisch, sondern tauschen ihre Positionen über eine dritte Seite aus. Die jetzt von Teheran angekündigten Verhandlungen sind nicht mit den Gesprächen in Wien über das iranische Atomprogramm identisch, an denen die USA ebenfalls nur indirekt beteiligt sind.

"Wir sind unseren EU-Partnern dankbar, die weiterhin Botschaften übermitteln und daran arbeiten, diese Verhandlungen voranzubringen", sagte der US-Sprecher. Washington sei zu einer Rückkehr zum internationalen Atomabkommen mit Teheran aus dem Jahr 2015 bereit. Allerdings müsse der Iran dafür über das Abkommen hinausgehende Forderungen fallen lassen.

Chatibsadeh sagte jedoch, bei den bevorstehenden bilateralen Gesprächen mit den USA gehe es nicht um die "nukleare Dimension". Gegenstand seien "bestehende Differenzen" und die "Aufhebung von Sanktionen" gegen sein Land.

Auch die Wiener Verhandlungen mit dem Iran sollen in den kommenden Tagen fortgeführt werden, wie der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian am Wochenende bei einem Treffen in Teheran angekündigt hatten.

In den Wiener Gesprächen geht es um eine Wiederbelebung des Atomabkommens. Die Verhandlungen hatten im April 2021 begonnen, waren allerdings ins Stocken geraten. Ein Streitpunkt ist etwa die Forderung des Iran, seine Revolutionsgarden von einer US-Terrorliste zu streichen.

Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Atomabkommen ausgestiegen und hatten wieder umfängliche Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Als Reaktion darauf sagte sich Teheran schrittweise von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen los. Dieses soll sicherstellen, dass sich das iranische Nuklearprogramm auf zivile Zwecke beschränkt und nicht zum Bau von Atomwaffen führt.

A. Madsen--BTZ