Berliner Tageszeitung - Hornbach handelt sich in Südkorea mit Werbespot Rassismusvorwürfe ein

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Hornbach handelt sich in Südkorea mit Werbespot Rassismusvorwürfe ein




Hornbach handelt sich in Südkorea mit Werbespot Rassismusvorwürfe ein

Mit einem Werbespot, in dem eine asiatische Frau glücklich an der verschwitzten Unterwäsche eines weißen Hobby-Gärtners schnüffelt, hat sich die deutsche Baumarkt-Kette Hornbach in Südkorea Ärger eingehandelt. In dem Filmchen, das auf der Video-Plattform YouTube veröffentlicht wurde, sind ältere und beleibte weiße Männer zu sehen, die im Schweiße ihres Angesichts ihren Garten umgestalten.

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Anschließend sammeln Männer in weißen Kitteln die verschwitzte und ausgeleierte Unterwäsche der Hobby-Gärtner ein, welche dann vakuumverpackt in einem Automaten in einer asiatischen Großstadt verkauft wird. Eine asiatisch aussehende Frau zieht eine solche Packung aus dem Automaten, öffnet sie und gerät durch den freigesetzten Geruch offenbar in Ekstase. Der Spot trägt den Titel "So riecht der Frühling".

In den sozialen Online-Netzwerken warfen aufgebrachte Nutzer Hornbach vor, Stereotype von asiatischen Frauen zu verbreiten. "Wieviele Stimmen von asiatischen Frauen braucht Ihr noch, um uns ernst zu nehmen, Euch Eurer gedankenlosen Taten bewusst zu werden und Euch zu entschuldigen?", fragte eine südkoreanische Frau im Kurzbotschaftendienst Twitter. Eine Online-Petition für eine öffentliche Entschuldigung von Hornbach erhielt bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) etwa tausend Unterschriften.

Hornbach zog den Spot zunächst nicht zurück. In einer Stellungnahme, die dem Video auf YouTube beigefügt wurde, hieß es, der Spot habe offenbar zu "Missverständnissen" geführt und diese wiederum zu "Unmut". Das Unternehmen sei an einem Dialog mit den Kritikern interessiert. Es wolle klarstellen, dass es "für ein offenes Miteinander steht und jegliche Form von Diskriminierung oder gar Rassismus scharf ablehnt".

Hornbach-Sprecher Florian Preuß kündigte weitere Konsequenzen an. "Wir werden auf jeden Fall reagieren. Wir sind kein Unternehmen, das sich wegduckt", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Der Ärger über das Video sei "weder bezweckt noch einkalkuliert" worden. "Dass sich da Menschen verletzt fühlen, das ist natürlich das Letzte, was wir wollen", sagte Preuß.

Das Unternehmen konnte allerdings nicht alle Kritiker überzeugen. "Egal, was Ihr sagt, die Werbung war unangemessen", schrieb eine südkoreanische Twitter-Nutzerin. "Asiatische Frauen haben in westlichen Gesellschaften zahlreiche sexuelle Angriffe auf Grundlage rassistischer Verunglimpfungen erlitten."

(F. Schulze--BTZ)