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Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln steigt um zwei Kilogramm
In der Corona-Pandemie haben die Deutschen mehr frische Kartoffeln gekauft und weniger Pommes frites oder Kartoffelsalat. Der Verbrauch frischer Kartoffeln stieg von Juli 2020 bis Juni 2021 um drei Kilogramm auf 24,2 Kilogramm pro Kopf, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) am Montag mitteilte. Insgesamt lag der Verbrauch bei 59,4 Kilogramm Kartoffeln pro Bundesbürger - das waren zwei Kilo mehr als im Vorjahreszeitraum.
Fahrerinnen und Fahrer von Lieferando bekommen Dienstfahrrad und -smartphone
Der Essenslieferdienst Lieferando verbessert die Arbeitsbedingungen und erhöht den Lohn: Fahrerinnen und Fahrer würden ein Dienst-Fahrrad und ein Dienst-Smartphone inklusive Daten-Flatrate angeboten, teilte Lieferando am Montag mit. Der Basislohn sei seit 1. Januar auf elf Euro pro Stunde gestiegen. Vorher betrug er zehn Euro.
Großdemonstration für Agrarwende Ende Januar abgesagt
Das Aktionsbündnis "Wir haben es satt" hat seine jährliche Großdemonstration in Berlin coronabedingt verschoben. Stattdessen ist am 22. Januar eine "bildstarke Aktion" am Reichstagsgebäude geplant; zudem ein Traktor-Protest am Bundeslandwirtschaftsministerium, wie das Bündnis am Montag mitteilte. Der Zusammenschluss von über 60 Organisationen fordert von der Ampel-Regierung einen "agrarpolitischen Neustart".
Verbraucherschützer Müller fordert rasche Energiepreisentlastung
Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat wegen der stark gestiegenen Energiekosten "Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen" wie einen Heizkostenzuschuss für ärmere Haushalte gefordert. Nötig seien überdies "grundsätzliche Entscheidungen, um die Preiskrise der fossilen Energien zu lösen", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. Die größte Sorge der Verbraucherinnen und Verbraucher zu Jahresbeginn seien die Lebenshaltungskosten - "ganz eindeutig".
2021 rund eine Million Tonnen Äpfel geerntet - Vorjahresniveau
Rund eine Million Tonnen Äpfel sind im vergangenen Jahr in Deutschland geerntet worden. Das entspricht in etwa der Erntemenge des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Mehr als drei Viertel der Ernte wurden als Tafelobst zum Verkauf angeboten; der Rest - bis auf einen kleinen Anteil für den Eigenverbrauch - wurde zu Fruchtsaft, Konserven oder Apfelwein verarbeitet.
Baupreise so stark gestiegen wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr
Die stark gestiegenen Preise für Baumaterialien wie Holz haben die Baupreise für Wohngebäude in die Höhe getrieben. Von November 2020 bis November 2021 stiegen sie um 14,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Das war demnach der höchste Anstieg der Baupreise gegenüber dem Vorjahresmonat seit August 1970, als die Preise binnen Jahresfrist um 17 Prozent zugelegt hatten.
Baupreise für Wohngebäude im November: 14 Prozent gestiegen
Die stark gestiegenen Preise für Baumaterialien wie Holz haben die Baupreise für Wohngebäude in die Höhe getrieben. Von November 2020 bis November 2021 stiegen sie um 14,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Das war demnach der höchste Anstieg der Baupreise gegenüber einem Vorjahr seit August 1970.
Ifo: 14 Prozent der Unternehmen sehen sich in Existenz bedroht
Knapp jedes siebte Unternehmen in Deutschland (14 Prozent) sieht sich einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge durch die Folgen der Corona-Pandemie in seiner Existenz bedroht. Besonders gefährdet fühlen sich die Reisebüros und -veranstalter mit 73,2 Prozent sowie Unternehmen aus der Veranstaltungswirtschaft mit 67,4 Prozent, wie das Ifo in München am Montag mitteilte. Im Einzelhandel sprachen demnach im Dezember 17,1 Prozent der Betriebe von einer existenzbedrohenden Lage.
Personalmangel bei Pflegekräften in Krankenhäusern verschärft
Der Personalmangel bei den Pflegefachkräften in den Krankenhäusern hat sich im vergangenen Jahr weiter zugespitzt. Auf den Normalstationen seien sechs Prozent der Stellen und auf den Intensivstationen zwölf Prozent der Stellen unbesetzt geblieben, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview). "Das ist gerade in Zeiten andauernd hoher Belastung eine sehr schwierige Situation", erklärte Gaß.
Nord Stream 2: Linken-Politiker Ernst verlangt sofortigen Start
Mit Blick auf steigende Energiepreise will der Linken-Politiker Klaus Ernst eine schnelle Zertifizierung der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. "Angesichts der leeren Erdgasspeicher ist Nord Stream 2 durchaus eine Möglichkeit, das Angebot zu erhöhen und die Erdgasspeicher rasch aufzufüllen", sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz und Energie im Bundestag nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview. "Hierdurch könnte man den schmerzlich hohen Energiepreisen entgegenwirken." Diese träfen "insbesondere kleine und mittlere Einkommen besonders hart", sagte Ernst. Gas stelle gleichzeitig "eine wichtige Brückentechnologie" für die Energiewende dar. "Die Alternative wäre teures, umweltschädliches Fracking-Gas aus den USA." Schon jetzt sei das Pipeline-Projekt "unnötig in die Läge gezogen worden“, kritisierte Ernst. "Eine milliardenteure Bauruine in der Ostsee zu wollen, obwohl sie ein wichtiges Infrastrukturprojekt für uns darstellt, ist unvorstellbar". Ernst setzt auf eine Zertifizierung der Pipeline "innerhalb des ersten Halbjahres 2022". Bundesnetzagenturchef Jochen Homann hatte jedoch erklärt, im ersten Halbjahr nicht mehr mit einer Entscheidung im Zertifizierungsverfahren zu rechnen. Die mehr als 1230 Kilometer lange Ostseepipeline verbindet Russland mit Deutschland. Die russischen Gaslieferungen nach Deutschland sollen damit verdoppelt werden. Gegner des Projekts kritisieren die Leitung als Druckmittel in den Händen Moskaus. (P. Hansen--BTZ)
Ministerin fordert längere Lebensdauer für Akku-Zahnbürsten
Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke (Grüne) hat die Pläne der Koalition für ein Recht auf Reparatur bekräftigt und eine längere Lebensdauer auch für elektrische Zahnbürsten gefordert. Lemke will die Hersteller dazu verpflichten, dass es bei elektrischen Zahnbürsten künftig eine Akku-Wechselmöglichkeit geben muss, wie sie dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe) sagte. "Eine elektrische Zahnbürste sollte kein Wegwerfprodukt sein."
Bericht: Im vergangenen Jahr gaben 39 Energieversorger Geschäft auf
Angesichts der stark gestiegenen Strom- und Gaspreise haben im vergangenen Jahr 39 Energielieferanten in Deutschland ihr Geschäft aufgegeben. Dies berichtete das Portal "Business Insider" unter Berufung auf die Bundesnetzagentur. Demnach hat sich die Zahl der Pleiten im Vergleich zu den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Zwischen 2016 und 2020 hätten im Schnitt 20 Energieversorger ihre Lieferungen beendet.
US-Arbeitslosenquote rutscht wieder unter vier Prozent-Marke
In den USA ist die Arbeitslosenquote erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie unter die Marke von vier Prozent gerutscht. Die Quote sank im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 3,9 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Allerdings wurden im Dezember lediglich 199.000 neue Jobs geschaffen und damit deutlich weniger als erwartet. Analysten hatten mit rund 440.000 neuen Arbeitsplätze gerechnet.
Billigflieger Ryanair zieht sich vom Flughafen Frankfurt zurück
Der irische Billigflieger Ryanair zieht sich nach fast fünf Jahren wieder vom Flughafen Frankfurt am Main zurück. Zum 31. März werde die dortige Basis geschlossen, alle danach geplanten Flüge von und nach Frankfurt würden storniert, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Grund seien gestiegene Flughafengebühren.
Steinmeier ernennt Nagel zum neuen Bundesbankpräsidenten
Joachim Nagel ist zum neuen Präsidenten der Bundesbank ernannt worden. Der 55-Jährige bekam am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin seine Ernennungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht. Das Bundeskabinett hatte die Berufung von Nagel an die Spitze der deutschen Zentralbank bereits im Dezember beschlossen. Er folgt auf Jens Weidmann, der im Oktober angekündigt hatte, seinen Posten zum Jahresende "aus persönlichen Gründen" vorzeitig zu verlassen.
Inflation in Eurozone: Neues Rekordhoch von 5,0 Prozent in 2021
Die hohen Energiepreise haben die Inflation in der Eurozone auf einen neuen Höchststand getrieben: Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember im Schnitt um 5,0 Prozent im Vorjahresvergleich, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag auf Grundlage einer ersten Schätzung mitteilte. Die Preise für Energie legten dabei um 26,0 Prozent zu. Nahrungsmittel wurden um 3,2 Prozent teurer, Dienstleistungen um 2,4 Prozent.
Frauenanteil in Vorständen deutscher Konzerne mit 13 Prozent auf neuem Höchststand
In die Vorstände der börsennotierten Unternehmen in Deutschland ziehen mehr und mehr Frauen ein. Ihr Anteil erreichte im Januar 13,4 Prozent und damit einen neuen Höchststand, wie die Unternehmensberatung EY mitteilte. Binnen fünf Jahren habe sich der Frauenanteil damit verdoppelt. Dennoch: Die Hälfte aller börsennotierten Unternehmen (52 Prozent) hat aktuell keine einzige Frau im Vorstand. EY erwartet, dass sich das wegen der seit August 2021 gültigen Frauenquote für Vorstände "signifikant" ändern wird.
Deutschland: Industrieproduktion legt im November leicht zu
Lieferprobleme haben die deutsche Industrie im vergangenen Jahr wiederholt gebremst - im November hat die Industrieproduktion nun erneut zugelegt, wenn auch nur leicht. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, erhöhten die Industrieunternehmen die Produktion im Vergleich zum Vormonat Oktober 2021 um 0,2 Prozent. Die Produktion im gesamten verarbeitenden Gewerbe - also inklusive der Baubranche und des Energiebereichs - sank hingegen um 0,2 Prozent.
Deutschlands Exporte im November gestiegen - wegen Preise
Deutschlands Exporte sind im November weiter gewachsen: Im Vergleich zum schwachen Vorjahresmonat legten sie um 12,1 Prozent zu, im Vergleich zum Oktober immerhin um 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Grund seien aber überwiegend Preissteigerungen, nicht ein Mehr an Gütern, erläuterte der DIHK. Und nach China, dem zweitwichtigsten Handelspartner, waren die Ausfuhren rückläufig. Der DIHK sieht den Export "weiterhin in schwierigem Fahrwasser".
Ifo-Institut: Materialengpässe auf dem Bau entspannen sich
Die Materialengpässe auf dem Bau haben sich zum Jahresende leicht entspannt. Wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage in der Branche mitteilte, erlebten auf dem Hochbau im Dezember noch 31,3 Prozent der Firmen Lieferprobleme, im Vormonat waren es aber noch 34,5 Prozent. Im Tiefbau waren 23,1 Prozent betroffen, nach 28,7 Prozent im November.
Chinese gibt Wirtschaftsspionage gegen Monsanto in USA zu
Ein chinesischer Staatsangehöriger hat in den USA Wirtschaftsspionage gegen den mittlerweile zum deutschen Bayer-Konzern gehörenden Agrarriesen Monsanto zugegeben. Der 44-jährige Bildgebungswissenschaftler Xiang Haitao bekannte sich laut US-Justizministerium am Donnerstag der Verschwörung zur Wirtschaftsspionage im Namen Chinas für schuldig. Nach Angaben des Justizministeriums stahl Xiang eine von Monsanto entwickelte Software, die Landwirten helfen sollte, ihre Ernteerträge zu verbessern.
Lauterbach verteidigt sinnvolle 2G-Plus-Regel für Gaststätten
Vor der Bund-Länder-Konferenz über neue Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie am Freitag hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die geplanten Zugangsbeschränkungen für Gaststätten verteidigt. "Die Gastronomie ist ein Problembereich, da sitzt man ohne Maske oft für Stunden", sagte Lauterbach dem Sender RTL am Donnerstagabend. Kritik kam von der Gaststätten-Lobby. Unterdessen kamen Zweifel auf, ob die steigenden Infektionszahlen die Coronatest-Infrastruktur in Deutschland überfordern könnte.
Dehoga kritisiert Pläne für 2G-Plus in der Gastronomie
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat die Pläne von Bund und Ländern kritisiert, in der Gastronomie bundesweit die 2G-Plus-Regel einzuführen. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Ingrid Hartges, sagte der "Bild" (Freitagsausgabe): "Flächendeckend 2G-Plus wäre eine Katastrophe für Kneipen und Restaurants." Hartges warnte, Wirte dürften nicht die Leidtragenden sein, wenn die Regierung "offenbar Anreize für die dritte Impfung" schaffen wolle.
Trumps Internetplattform soll im Februar starten
Der Medienkonzern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump will seine lange versprochene Internetplattform im Februar starten. Eine "Truth Social"-App werde voraussichtlich am 21. Februar verfügbar sein, heißt es im App-Store von Apple. Sie soll ähnliche Funktionen haben wie die Programme von Facebook. Trump hatte die Gründung eines eigenen Online-Netzwerks angekündigt, nachdem er nach der Erstürmung des US-Kapitols vergangenes Jahr von Twitter, Facebook und Youtube ausgeschlossen worden war.
Inflation im Dezember so hoch wie zuletzt Juni 1992
Die Verbraucherpreise sind zum Jahresende so stark gestiegen wie seit Juni 1992 nicht mehr: Die Inflationsrate kletterte im Dezember 2021 auf voraussichtlich 5,3 Prozent im Jahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Erneut stiegen vor allem die Energiepreise, auch Nahrungsmittel wurden deutlich teurer. Für den Ökonomen Sebastian Dullien vom IMK der Hans-Böckler-Stiftung dürfte der Höhepunkt der Inflationsentwicklung nun aber überschritten sein. Die Inflation war seit Mitte vergangenen Jahres stetig gestiegen. Im November übersprang sie die Fünf-Prozent-Marke und erreichte 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Dezember stieg sie nun noch einmal leicht an. Für das gesamte Jahr 2021 ergibt sich den Statistikern in Wiesbaden zufolge eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,1 Prozent zum Vorjahr - das ist der höchste Wert seit 1993. Besonders stark stiegen im Dezember wie auch in den Vormonaten die Energiepreise: Ihr Anstieg betrug 18,3 Prozent, wie das Statistikamt aufgrund vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilte. Nahrungsmittel wurden demnach im Jahresvergleich um 6,0 Prozent teurer, Dienstleistungen um 3,1 Prozent. Zu diesen zählen auch Mieten, diese stiegen um 1,4 Prozent an. Im Vergleich zum November legten die Verbraucherpreise den Angaben zufolge um 0,5 Prozent zu. Bei den Gründen für die Entwicklung verwies das Bundesamt unter anderem auf Basiseffekte durch niedrige Preise 2020, unter anderem wegen der Mehrwertsteuersenkung. Daneben gebe es zunehmend "krisenbedingte Effekte" wie die anhaltenden Lieferprobleme in der Wirtschaft und damit verbundene Steigerungen bei den Erzeugerpreisen. Detaillierte Ergebnisse veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 19. Januar. Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Böckler-Stiftung, rechnet bereits im Januar mit einem deutlichen Rückgang der Inflationsrate "auf spürbar weniger als fünf Prozent". Im Laufe des Jahres werde die Teuerung dann weiter nachgeben und im Durchschnitt schließlich unter drei Prozent betragen. Der Ökonom verwies zur Erklärung ebenfalls auf auslaufende Sonderfaktoren - geht aber von einem weiter bestehenden Preisdruck durch gestörte Lieferketten aus. Auch dort dürfte sich die Lage jedoch "ganz allmählich entspannen". Die Linke forderte einen raschen Inflationsausgleich für "Arbeitslose und Armutsrentner". So sei unter anderem der Energiemarkt "völlig aus dem Ruder gelaufen". Energiepreise müssten wieder reguliert und Stromsperren verboten werden, forderte die Haushaltsexpertin Gesine Lötzsch. (A. Walsh--BTZ)
"Ampel" will eine rasche Entlastung bei Energiekosten
Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat angesichts der hohen Gas- und Energiepreise finanzielle Hilfen für ärmere Haushalte in Aussicht gestellt. Die Bundesregierung prüfe entsprechende Maßnahmen, sagte Lindner am Donnerstag beim Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart. Aus den Reihen der Ampel-Parteien gibt es weitere Vorschläge, wie steigende Energiekosten künftig sozial abgefedert werden und Gelder an die Bürgerinnen und Bürger zurückfließen könnten. Lindner sagte: "Die hohen Gas- und Energiepreise belasten natürlich auch viele Familien." Langfristig sollten Haushalte über andere Maßnahmen entlastet werden, beispielsweise bei der EEG-Umlage und mit dem Klimageld. "Aber wir müssen auch kurzfristig handeln", sagte Lindner. Die Bundesregierung prüfe deshalb Maßnahmen, mit denen Menschen geholfen werden könne, die einen überproportionalen Anteil ihres verfügbaren Einkommens beispielsweise für die gestiegenen Heizkosten aufwenden müssten. "Ich sage zu, mit den Möglichkeiten, die ich habe, dass wir eine solche solidarische Unterstützung der Menschen, die besonders betroffen sind von den gestiegenen Kosten beim Heizen, dass wir die auch finanzieren werden", sagte Lindner. BERLINER TAGESZEITUNG erfuhr am Donnerstag, die Bundesregierung wolle noch in diesem Monat grünes Licht für einen Extra-Zuschuss für Heizkosten geben. Der einmalige Zuschuss für Wohngeld-Bezieher solle am 26. Januar 2022 beschlossen werden, berichtete die Zeitung. Spätestens im Sommer solle der Zuschuss ausgezahlt werden. Die exakte Höhe sei noch unklar. Im Koalitionsvertrag von SPD- Grünen und FDP heißt es: "Wir werden das Wohngeld stärken, eine Klimakomponente einführen und kurzfristig einen einmalig erhöhten Heizkostenzuschuss zahlen." Außerdem wollen die Ampel-Parteien laut Koalitionsvertrag den kompletten Wegfall der EEG-Umlage. Sie sank zwar zum Jahreswechsel von 6,5 Cent auf gut 3,7 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde, macht aber noch immer mehr als ein Zehntel des Strompreises aus. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels sagte nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem Interview, die erste Absenkung der EEG-Umlage um knapp drei Cent werde "wohl von den steigenden Energiepreisen aufgefressen". Deshalb müsse die Regierung zügig, "das heißt noch dieses Jahr", dafür sorgen, dass wenigstens einkommensschwache Gruppen bei den Energiekosten entlastet werden. Der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler sprach sich inach Informationen von BERLINER TAGESZEITUNG für eine "Klimadividende" von 300 Euro je Haushalt aus. Diese sei "jetzt möglich", sagte er der Zeitung. Das Geld solle schnell an die Haushalte fließen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek plädierte dafür, eine Rückzahlung nach Schweizer Vorbild vorzunehmen. "In der Schweiz gibt es bereits ein pro Kopf ausgezahltes Klimageld, um den Wandel sozial abzufedern. Auch über solche Instrumente werden wir sprechen." Auch der Präsident des Eigentümerverbands Haus&Grund, Kai Warnecke, forderte: "Jeder sollte in diesem Jahr ein gleich hohes Klimageld in Höhe von 100 Euro bekommen." Das Geld solle aus Einnahmen der CO2-Bepreisung kommen, sagte er dem Blatt. Das Umweltbundesamt hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der Bund aus dem Zertifikatehandel mit Verschmutzungsrechten im vergangenen Jahr eine Rekordsumme eingenommen hat. Die Einnahmen aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel beliefen sich 2021 auf insgesamt rund 12,5 Milliarden Euro. Die Gelder fließen vollständig in den Energie- und Klimafonds (EKF) - ein Sondervermögen des Bundes, das über den Bundeshaushalt hinaus Investitionen ermöglichen soll, etwa zur energetischen Gebäudesanierung oder für die Elektromobilität. Linken-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler forderte 200 Euro Soforthilfe für "alle 13 Millionen Menschen", die in Deutschland weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beziehen, "also offiziell als arm gelten". Zudem sei "ein Wintermoratorium für Stromsperren, die deutlich Anhebung von Hartz IV sowie die Erstattung der tatsächlichen Energiekosten für Menschen, die die Grundsicherung beziehen" nötig. (D. Wassiljew--BTZ)
Studie: Deutsche gaben 2020 pro Kopf rund 800 Euro für Online-Shopping aus
Verbraucher in Deutschland haben einer Erhebung zufolge im Jahr 2020 im Schnitt 813 Euro pro Kopf beim Online-Shopping ausgegeben. In den Landkreisen Starnberg, München, dem Hochtaunuskreis sowie der Stadt München waren die durchschnittlichen Ausgaben mit rund 1000 Euro pro Kopf deutschlandweit am höchsten, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) am Donnerstag erklärte. Insgesamt wurden 2020 in Deutschland im Onlinehandel demnach 72,8 Milliarden Euro Umsatz gemacht.
Massive Umsatzeinbrüche für Gastgewerbe und Einzelhandel
Handelsunternehmen und das Gastgewerbe beklagen aufgrund der geltenden Corona-Regeln teils "katastrophale" Umsatzverluste im wichtigen Weihnachts- und Silvestergeschäft. Der Umsatz im Gastgewerbe sei im Dezember um die Hälfte gegenüber Dezember 2019 eingebrochen, erklärte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Guido Zöllick, am Donnerstag. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) beklagte hohe Umsatzeinbußen. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen forderte indes eine flächendeckende Schließung der Gastronomie.
Hotel- und Gaststättenverband beklagt katastrophale Umsatzverluste im Dezember
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beklagt die "katastrophalen" Umsatzverluste der Branche im besonders wichtigen Weihnachts- und Silvestergeschäft. Der Umsatz im Gastgewerbe sei im Dezember um die Hälfte gegenüber Dezember 2019 eingebrochen, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Donnerstag. Laut aktueller Umfrage sehen 55,7 Prozent der Unternehmer ihren Betrieb aktuell in seiner Existenz gefährdet.
Verbraucherschützer nominieren Kandidaten für "Mogelpackung des Jahres"
Verbraucherinnen und Verbraucher können wieder über die "Mogelpackung des Jahres" abstimmen. Die Verbraucherzentrale Hamburg nominierte fünf Kandidaten, die durch "besonders raffinierte Füllmengenänderungen" im vergangenen Jahr deutlich teurer wurden. Auf der Liste finden sich Kitkat von Nestlé, Kekse von Bahlsen und von Griesson-de Beukelaer sowie Soßen von Knorr und von Homann. Die Abstimmung im Netz läuft bis zum 24. Januar.
Geschäft mit Büchern lief 2021 besser als vor der Corona-Pandemie
Das Geschäft mit Büchern ist auch im zweiten Corona-Jahr gut gelaufen: Der Umsatz lag 3,2 Prozent über dem des Vorjahres und sogar 0,8 Prozent über dem des Vorkrisenjahres 2019, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag mitteilte. Verlierer war allerdings der stationäre Buchhandel - hier ging der Umsatz im Vergleich zu 2019 um 11,5 Prozent zurück.
Auftragseingang in der Industrie im November deutlich gestiegen
Nach einem starken Rückgang im Oktober ist der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe im November wieder deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, war der Auftragseingang saison- und kalenderbereinigt 3,7 Prozent höher als im Oktober und 1,3 Prozent höher als im November 2020.