Ohne körperliche Probleme: Zverev im Halbfinale von Shanghai
Keine Spur von körperlichen Problemen: Alexander Zverev (29) hat beim ATP-Masters in Shanghai nach einer starken Vorstellung das Halbfinale erreicht. Der designierte Weltranglistenerste, dem im Turnierverlauf sein rechter Knöchel Probleme bereitet hatte, besiegte den Australier Alex de Minaur am Donnerstag mit 6:4, 6:4 und wirkte dabei zu keinem Zeitpunkt gehemmt.
Im Kampf um das Endspiel trifft der zweimalige Grand-Slam-Sieger in der chinesischen Metropole auf den Spanier Alejandro Davidovich Fokina, gegen die Nummer 26 der Welt ist Zverev dann der klare Favorit. Gegen den Weltranglistenneunten de Minaur, der ihn vor drei Wochen beim Laver Cup in London noch besiegt hatte, konnte sich Zverev auf seinen herausragenden Aufschlag verlassen und fuhr seinen 62. Sieg in diesem Jahr auf der ATP-Tour ein.
Dass Zverev noch in diesem Jahr an die Spitze des Rankings klettert, steht seit Montag offiziell fest. In Shanghai kann er den Prozess beschleunigen. Erreicht er das Finale und gewinnt anschließend das Turnier in Wien, wird er am 2. November die Nummer eins der Welt. Spitzenreiter Jannik Sinner (Italien) hat seine Saison wegen einer Knieverletzung bereits beendet, Zverevs Verfolger Carlos Alcaraz (Spanien) liegt zu weit zurück.
Zverev hatte in seinem Viertelfinal-Krimi gegen den Kasachen Alexander Bublik sichtlich mit Knöchelproblemen zu kämpfen gehabt, biss sich aber dennoch durch. Er habe in diesem Jahr "viel Tennis gespielt" und spüre seinen Körper "immer häufiger", sagte er im Anschluss. In der kommenden Woche erhält der deutsche Topspieler eine unfreiwillige, aber wohl benötigte Pause: Das Show-Turnier "Six Kings Slam" in Saudi-Arabien, bei dem Zverev neben anderen Stars wie Alcaraz und Novak Djokovic aufschlagen sollte, wurde aufgrund der tödlichen Huthi-Angriffe in der Region auf Ende Dezember verschoben.
Gegen de Minaur waren ihm zunächst keinerlei körperliche Probleme anzumerken. Er nahm dem Australier früh den Aufschlag ab, bei drei Breakbällen gegen sich konnte er sich wenig später auf seinen starken Service verlassen. Am Gewinn des ersten Satzes ließ er dann keine Zweifel mehr aufkommen.
Auch bei einem kleinen Durchhänger Mitte des zweiten Satzes zog er sein eigenes Aufschlagspiel noch auf seine Seite und schlug wenig später gegen den frustrierten Australier zu. Zverev nutzte seinen ersten Matchball zum Sieg.
D. Meier--BTZ