Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Sambia
Im südafrikanischen Sambia ist am Donnerstag ein neuer Präsident gewählt worden. 16 Kandidaten konkurrierten um das Amt, als Favoriten galten jedoch der seit 2015 amtierende Staatschef Edgar Lungu und sein langjähriger Kontrahent, der Geschäftsmann Hakainde Hichilema. Parallel zur Präsidentschaftswahl fanden auch Parlaments- und Kommunalwahlen statt. Der Wahlkampf war von den wirtschaftlichen Problemen des Landes und den Auswirkungen der Corona-Krise geprägt.
Hichilema, der bereits zum sechsten Mal zur Wahl antritt, wird von einem Bündnis aus zehn Parteien unterstützt. Präsident Lungu war einer der Ersten, die ihre Stimme in der Hauptstadt Lusaka abgaben. "Wir gewinnen. Ich wäre nicht ins Rennen gegangen, wenn wir nicht gewinnen würden, wir sind ein Gewinnerteam", sagte Lungu nach der Stimmabgabe im Armenviertel Chawama.
Seine Beliebtheitswerte sind Umfragen zufolge jedoch wegen der schwächelnden Wirtschaft und steigender Lebenshaltungskosten gesunken. Das Wahlergebnis könnte noch knapper ausfallen als 2016, als Lungu nur knapp vor Hichilema gewann.
Sambia ist Afrikas zweitgrößter Kupferproduzent nach der Demokratischen Republik Kongo und der achtgrößte der Welt. Lange schrieb das 17-Millionen-Einwohner-Land eine Erfolgsgeschichte in der Region. Ein Einbruch der Kupferpreise 2011 stürzte Sambia aber in eine wirtschaftliche Krise.
Unter Lungu geriet das Land zudem mit der Rückzahlung seiner Staatsschulden in Verzug. Die Inflation stieg im Juni auf über 24 Prozent - den höchsten Wert seit mehr als zehn Jahren. "Ich stimme für den Wandel. Wir können so nicht weitermachen", sagte der 20-jährige Wähler Andrew Daka am Donnerstag.
Vor den Wahlen war es in Sambia zu massiven Spannungen gekommen. Anhänger von Lungus Patriotischer Front (PF) lieferten sich mehrfach gewaltsame Auseinandersetzungen mit Anhängern von Hichilemas Vereinigter Partei für die nationale Entwicklung (UPND). Lungu entsandte daraufhin das Militär - ein Schritt, der von Kritikern als Einschüchterungsversuch für die Opposition gewertet wurde.
Rund sieben Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, mit dem Ergebnis wird erst am Sonntag gerechnet.
(D. Fjodorow--BTZ)