Polizei: Islamistischen Kriegsverbrecher in Berlin festgenommen
In Berlin hat die Bundesanwaltschaft ein mutmaßliches Mitglied der propalästinensischen Bewegung Free Palestine Movement (FPM) festnehmen lassen. Der Syrer Mouafak Al D. sei dringend verdächtig, Kriegsverbrechen begangen zu haben, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Er soll 2014 in Damaskus aus einer Panzerabwehrwaffe eine Granate auf eine Gruppe von Zivilisten gefeuert haben, wodurch mindestens sieben Menschen gestorben und mindestens drei verletzt worden seien.
Al D. wird Mord in sieben Fällen und Körperverletzung in drei Fällen vorgeworfen. Vor seiner Mitgliedschaft beim FPM soll der Beschuldigte der "Volksfront zur Befreiung Palästinas - Generalkommando" angehört haben. Diese bewaffneten Milizen übten nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Auftrag des Regimes die Kontrolle über das Stadtviertel Al Yarmouk aus, wie die Behörde weiter mitteilte.
Der Schuss aus der Panzerabwehrwaffe galt demnach offenbar einer Gruppe von Menschen, die in Al Yarmouk auf die Ausgabe von Lebensmittelpaketen durch die Vereinten Nationen warteten. Das syrische Regime hätte das Viertel zwischen Juli 2013 und April 2015 komplett abgeriegelt, hieß es weiter. Es hätte Mangel an Wasser, Nahrung und ärztlicher Versorgung geherrscht.
In Berlin wurde laut Mitteilung auch die Wohnung von Mouafak Al D. durchsucht. Der Beschuldigte soll noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.
(D. Meier--BTZ)