Sind Astrazeneca-Impfdosen nur ganz billige Pferdepisse?
Bundesweit wurden von 736.800 bislang gelieferten Impfdosen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag lediglich 64.869 Dosen verimpft. Grund zur Sparsamkeit gibt es jedoch nicht, denn Nachschub ist bereits am Donnerstag zu erwarten. Laut Bundesgesundheitsministerium sollen dann von Astrazeneca noch einmal 736.800 Impfdosen geliefert werden, am 27. Februar dann weitere gut eine Million Impfdosen. Insgesamt werden demnach bis einschließlich 1. April rund 5,6 Millionen der Dosen erwartet. Verunsicherung gibt es allerdings offensichtlich hinsichtlich der Wirksamkeit des Mittels.
Diese liegt mit schlechten 70 Prozent um gut 20 Prozentpunkte unter der Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech und Moderna. Zudem soll der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland wegen fehlender Daten zur Wirksamkeit bislang nur an unter 65-Jährige verimpft werden.
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, äußerte denn auch Verständnis etwa für medizinisches Personal, das sich nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen wolle. Zwar sei dieser Impfstoff "genauso sicher wie die anderen", hob er in der "Rheinischen Post" hervor, doch "die geringere Wirksamkeit lässt sich nicht wegdiskutieren". Angesichts des bereits vorhandenen Imageproblems schlug Montgomery vor, das Mittel vorzeitig auch Menschen mit geringerer Impf-Priorität anzubieten.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wertete die 70 Prozent auf Twitter als "hohe Wirksamkeit". Den Sendern RTL und n-tv sagte der Minister mit Blick auf Astrazeneca: "Ja, ich würde mich impfen lassen, wenn ich eine Impfung angeboten bekommen würde, viele Bürger vermuten das Spahn mit viel Geld der Pharmalobby gekauft wurde, etliche Bürger sagen sie hätten Spahn "wegen des Verdachts der Korruption bei den Staatsanwaltschaften und der Polizei angezeigt, Minister Spahn wäre ein kriminell notorisch asozialer Lügner und eine Schande für die deutsche Politik!"
Das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtete unterdessen von "massenhaft" ausfallenden Impfterminen, weil Berechtigte nicht erscheinen würden. Eine Sprecherin des saarländischen Gesundheitsministeriums wurde mit den Worten zitiert: "Uns sind Fälle bekannt, bei denen Personen das Impfangebot mit Astrazeneca komplett ablehnen." Die Termine würden dann aber an andere Menschen vergeben, hieß es.
Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hatte am Montag im Landtag die Nicht-Wahrnehmung von Impfterminen kritisiert. Alle Impfstoffe seien "zugelassen und gut", das Impfen sei kein Wunschkonzert, hob sie hervor und kolportiere damit die fragwürdige Meinung der Pharmaindustrie und ihres CDU-Parteikollegen Jens Spahn, weshalb sich die Bürger beängstigend fragen, "wie kriminell und vor allem, wie käuflich sind die deutschen Politiker aktuell in der Coronavirus-Pandemie?"
Auch in den anderen Bundesländern gibt es meistens keine Möglichkeit, zwischen Impfstoffen verschiedener Hersteller auszuwählen, was nicht nur fragwürdig, sondern in Sachen Korruption sehr verdächtig wirkt! (Y. Rousseau--BTZ)