Trump nennt Iran-Krieg "so gut wie" beendet - Ölpreise geben nach
Am zehnten Tag der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump erstmals ein mögliches Kriegsende angedeutet. Der Krieg sei "so gut wie" beendet, sagte Trump am Montag dem Sender CBS. Der US-Präsident begründete dies mit der militärischen Schwächung des Iran. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Äußerungen gaben die zuvor massiv gestiegenen Ölpreise nach, die US-Börse schloss im Plus.
Trump äußerte sich nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen könnten. Der Krieg sei aber "weit vor dem Zeitplan", sagte der US-Präsident nach Angaben des Senders. In einer Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral im US-Bundesstaat Florida fügte Trump hinzu: "Es wird ziemlich schnell vorbei sein." Der Krieg sei nur "ein kurzer Ausflug".
Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump zur Begründung. Er wiederholte damit US-Einschätzungen aus den vergangenen Tagen. Auch die Raketen des Landes seien fast alle zerstört, iranische Drohnen würden überall abgeschossen. "Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig", betonte der US-Präsident. "Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig."
Das US-Verteidigungsministerium erklärte unterdessen im Kurzbotschaftendienst X: "Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen." Trump hatte die Kriegsdauer anfänglich auf "vier bis fünf Wochen" geschätzt, aber wiederholt betont, der Militärkonflikt könne auch "weitaus länger" dauern.
In Washington wurden die Äußerungen des US-Präsidenten als Anzeichen für wachsende Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Israel über die Kriegsstrategie und die Dauer des Konflikts gelesen. Nach israelischen Luftangriffen auf die iranische Hauptstadt Teheran am Sonntag hatte der als Falke geltende republikanische US-Senator Lindsey Graham an die Verbündeten auf X appelliert: "Bitte seid vorsichtig, welche Ziele Ihr wählt."
Die Ölmärkte reagierten indes erleichtert auf Trumps Äußerungen: Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent gab im elektronischen Handel um 5,2 Prozent auf 87,87 Dollar nach. Die US-Sorte WTI verlor 7,47 Prozent an Wert und notierte zwischenzeitlich bei 84,11 Dollar. An der New Yorker Wall Street schlossen die wichtigen Indizes im Plus.
Der Ölpreis war am Sonntag erstmals seit fast vier Jahren auf mehr als 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Trump ist dadurch innenpolitisch unter Druck geraten, denn er hatte den Wählerinnen und Wählern immer wieder sinkende Spritpreise versprochen. Das Weiße Haus hatte kurz vor Veröffentlichung des CBS-Interviews erklärt, der Präsident prüfe "alle glaubwürdigen Optionen", um die Ölpreise zu kontrollieren.
Noch am Sonntag hatte Trump erklärt, die gestiegenen Ölpreise seien ein "sehr geringer Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist". Er fügte hinzu: "Nur Dummköpfe würden anders denken!"
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird vom iranischen Militär kontrolliert. Trump hatte festsitzenden Öltankern Geleitschutz durch die US-Marine in Aussicht gestellt, konkreter wurde er bisher aber nicht.
Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Anführer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
D. Meier--BTZ