Festakt für belarussische Oppositionelle: Karlspreis wird nachträglich überreicht
Die im Dezember in Belarus aus der Haft entlassene Oppositionelle Maria Kolesnikowa bekommt in etwa zwei Wochen den ihr 2022 verliehenen Internationalen Karlspreis nachträglich überreicht. Am 14. März sei ein Festakt im Krönungssaal des Aachener Rathauses geplant, erklärte das Direktorium des Internationalen Karlspreises zu Aachen am Freitag. Kolesnikowa nehme die damals in Abwesenheit verliehene Auszeichnung persönlich entgegen.
"Dass wir Maria Kolesnikowa nun in Aachen empfangen dürfen, ist ein starkes Signal an alle, die in Europa für Freiheit und Demokratie eintreten", erklärte der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, der CDU-Außenpolitiker und frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet.
Kolesnikowa selbst nannte die nachträgliche Verleihung eine "riesige Ehre". Die Nachricht von der Preisverleihung 2022 sei für sie während ihrer Haft "ein großes Zeichen der Solidarität" gewesen.
Kolesnikowa war im Dezember 2025 gemeinsam mit zahlreichen weiteren politischen Gefangenen in Belarus nach Vermittlungsbemühungen der USA freigelassen worden. Sie wurde danach von Deutschland aufgenommen und soll nach Regierungsangaben politisches Asyl erhalten. Die Politikerin gehörte 2020 zu den Führungsfiguren einer Massenprotestbewegung gegen den langjährigen belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko.
Anders als andere Oppositionelle ging Kolesnikowa, eigentlich Musikerin und Kuratorin, anschließend nicht ins Exil. Sie wurde zu elf Jahren Straflager verurteilt und inhaftiert. Die Verleihung des Karlspreises 2022 begründete das Direktorium mit ihrem "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für demokratische Rechte und freie Wahlen. Belarus wird von Lukaschenko autoritär regiert, der Machthaber ist zugleich einer der treuesten Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Mit dem Karlspreis werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa verdient machten. Zu den Preisträgern zählen etwa der verstorbene Papst Franziskus, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an den früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) und Ex-Ministerpräsidenten Italiens, Mario Draghi.
F. Burkhard--BTZ