Oberstes Gericht Venezuelas ernennt Maduros Vize Rodríguez zur Übergangspräsidentin
Nach der Entmachtung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA hat das Oberste Gericht Venezuelas die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin ernannt. Rodríguez werde "vorübergehend alle mit dem Amt des Präsidenten verbundenen Eigenschaften, Pflichten und Befugnisse übernehmen und ausüben", entschied das Gericht in Caracas am späten Samstagabend (Ortszeit). Mit dem Schritt solle die Kontinuität der Verwaltung und Verteidigung des Landes gewährleistet werden.
Nach Angaben der Richter wurde Maduro jedoch nicht für dauerhaft aus dem Präsidentenamt ausgeschieden erklärt. Ein solcher Schritt hätte Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen erforderlich gemacht.
Bei einem groß angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der Nacht zum Samstag Ziele in Venezuela angegriffen, Maduro und dessen Frau gefangen genommen und nach New York gebracht. Die USA wollen die Führung des südamerikanischen Landes nach den Worten von Präsident Donald Trump zunächst selbst übernehmen.
Nach Angaben des US-Justizministeriums soll Maduro in New York zu einem nicht näher definierten Zeitpunkt vor Gericht gestellt werden. Er wird der "Verschwörung zum Drogenterrorismus" beschuldigt. Zudem wird Maduro vorgeworfen, tonnenweise Kokain in die USA importiert zu haben sowie illegale Waffen zu besitzen.
Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Die venezolanische Regierung warf den USA dagegen vor, es auf die riesigen Ölreserven des Landes abgesehen zu haben.
A. Lefebvre--BTZ