Entwicklungsministerin Schulze nennt russischen Afrika-Gipfel "PR-Show Putins"
Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat den am Donnerstag beginnenden Russland-Afrika-Gipfel als "PR-Show Putins" bezeichnet und die teilnehmenden Länder vor Russlands Absichten gewarnt. "Wer afrikanischen Ländern billigen russischen Weizen verspricht und zugleich ukrainische Getreidehäfen bombardiert, will nicht den Hunger bekämpfen, sondern nur neue Abhängigkeiten schaffen", sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).
Russland verhalte sich nur in der Rhetorik antikolonial, "tatsächlich zielt sein Vorgehen in Afrika auf Abhängigkeit und Ausbeutung", argumentierte die SPD-Politikerin.
Bei dem Gipfel in St. Petersburg mit 49 Teilnehmerstaaten soll es um wirtschaftliche Zusammenarbeit, Energie, Sicherheit, Bildung und Gesundheit sowie Ernährung gehen. Zudem will Putin am Freitag die Lage in der Ukraine erörtern. Ein weiteres Thema dürfte das durch Russland aufgekündigte Abkommen zum Export ukrainischen Getreides über Schwarzmeer-Häfen sein.
Schulze sagte, Russland exportiere "Waffen, Fake News und Söldner, mit oft fatalen Folgen". Moskau habe den afrikanischen Staaten entwicklungspolitisch "wenig zu bieten". Sie forderte die afrikanischen Länder auf, während des Gipfels klar Stellung zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beziehen.
L. Brown--BTZ