Regionalwahlen in bevölkerungsreichsten Regionen Italiens begonnen
In den beiden bevölkerungsreichsten Regionen Italiens, der Lombardei und Latium, haben am Sonntag zweitägige Regionalwahlen begonnen. Bis Montag sind 13 Millionen Bürger aufgerufen, das Regionalparlament und den Regionalpräsidenten zu wählen.
Die Wahlen gelten als erster Stimmungstest für die seit Oktober amtierende ultrarechte Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die Wahllokale sind am Montag bis 15.00 Uhr geöffnet, mit ersten Ergebnissen wird in den Stunden danach gerechnet.
In der Lombardei mit ihrer Hauptstadt Mailand, der wichtigsten italienischen Wirtschaftsmetropole, dürfte der auch von Melonis ultrarechter Partei Fratelli d'Italia (FdI) unterstützte Präsident Attilio Fontana der Lega für weitere fünf Jahre wiedergewählt werden. In der Region Latium, in der Italiens Hauptstadt Rom liegt, gilt der von den Regierungsparteien unterstützte Kandidat Francesco Rocca als Favorit.
Interessant mit Blick auf die nationale Politik dürfte vor allem sein, wie hoch der Stimmenzuwachs für Melonis FdI zulasten ihrer Bündnispartner Lega und Forza Italia (FI) ausfallen wird.
Das Kräfteverhältnis im rechten Lager erscheint nationalen Umfragen zufolge deutlich: Laut einer Anfang Februar veröffentlichten Erhebung des Instituts Youtrend käme FdI bei nationalen Wahlen derzeit auf fast 30 Prozent, die rechtsnationale Lega um Vize-Regierungschef Matteo Salvini nur auf knapp neun und die FI des langjährigen Regierungschefs Silvio Berlusconi auf sieben Prozent.
Bei den Wahlen in der Lombardei und Latium profitieren die rechten Parteien zudem davon, dass die Oppositionsparteien nicht in der Lage sind, sich gegen sie zu verbünden. Anders als die rechten Regierungsparteien konnten sich die Mitte-Links-Partei Partito Democratico (PD), die populistische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) und die Mitte-Partei weder in der Lombardei noch im Latium auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaft der Region einigen.
S. Sokolow--BTZ