Mord an Lehrer Paty: Pariser Berufungsgericht reduziert Haftstrafen von Mitverantwortlichen
Im Berufungsverfahren im Fall der Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty durch einen jungen Dschihadisten hat ein Gericht in Paris am Montag die Haftstrafen mehrerer Mitverantwortlicher reduziert. Die Haftstrafen von zwei Freunden des von der Polizei getöteten Täters wurden von 16 Jahren auf sieben beziehungsweise sechs Jahre reduziert. Ihnen war Beihilfe zum Mord vorgeworfen worden. Sie sollen den Täter gefahren und ihm geholfen haben, Waffen zu beschaffen.
Das Berufungsgericht befasste sich zudem mit zwei Männern, denen eine Hasskampagne zur Last gelegt wurde. Die Haftstrafe des Vaters eines Mädchens, das fälschlich behauptet hatte, Paty habe muslimische Schüler gebeten, den Klassenraum zu verlassen, bevor er Mohammed-Karikaturen zeigte, wurde von 13 Jahren auf zehn Jahre reduziert. Die 15-jährige Haftstrafe eines islamistischen Aktivisten blieb indes unverändert.
Der Geschichtslehrer Paty war im Oktober 2020 von einem 18 Jahre alten islamistischen Angreifer erstochen und enthauptet worden, nachdem er in einer Stunde zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Der Fall hatte in Frankreich eine Schockwelle ausgelöst.
L. Solowjow--BTZ