"Belfast" und "The Power of the Dog" mit den meisten Golden-Globes-Nominierungen
Das Drama "Belfast" und der Western "The Power of the Dog" sind die Top-Favoriten für die US-Filmpreise Golden Globes. Beide Filme wurden am Montag von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) für jeweils sieben Auszeichnungen nominiert. Die Golden Globes gelten als die zweitwichtigsten Filmpreise Hollywoods nach den Oscars. Allerdings stehen die Organisatoren seit dem vergangenen Jahr massiv in der Kritik.
Ihnen wurde mangelnde Vielfalt bei der Auswahl der Preisträger und Korruption ausgelastet. Die HFPA, die Vereinigung ausländischer Journalisten in Hollywood, leitete daraufhin eilig einen Reformprozess ein. Unter anderem rekrutierte die bis dahin nur 90 Mitglieder zählende Organisation neue Mitglieder.
Dennoch wird die Verleihung der 79. Golden Globes am 9. Januar deutlich weniger Aufmerksamkeit auf sich ziehen als sonst - schon allein deshalb, weil die Zeremonie diesmal nicht im Fernsehen übertragen wird. Der Sender NBC hatte bereits im Mai mitgeteilt, die Golden-Globes-Gala 2022 nicht zu übertragen.
Der wichtigste Preis bei den Golden Globes ist jener für den besten Film in der Drama-Kategorie. "Belfast", für das sich der britische Regisseur Kenneth Branagh von seiner Kindheit in der nordirischen Stadt inspirieren ließ, sowie der beim Streamingdienst Netflix laufende Western "The Power of the Dog" der neuseeländischen Filmemacherin Jane Campion wurden für diesen Preis nominiert.
Die übrigen Nominierungen für den Drama-Globe sind das sich um eine Familie von Gehörlosen drehende Werk "Coda", das Science-Fiction-Epos "Der Wüstenplanet" (Originaltitel: "Dune") sowie der biografische Film "King Richard" über den Vater der Tennisstars Venus und Serena Williams. In der Fernsehsparte ist die beim US-Bezahlsender HBO laufende Serie "Succession" der große Favorit. Die böse Satire um eine steinreiche Familie wurde für fünf Golden Globes ins Rennen geschickt.
Wegen der Kontroverse um die Golden Globes werden viele Stars der Preisverleihung diesmal wohl fernbleiben. "Es wird nicht das übliche Event", räumte HFPA-Präsidentin Helen Hoehne am Rande der Nominierungen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP ein.
Die HFPA wurde unter anderen von den Schauspielern Scarlett Johansson und Mark Ruffalo hart attackiert, ihr Kollege Tom Cruise gab seine drei Golden Globes im Protest zurück. Die Kritiker der Golden Globes bemängelten vor allem mangelnde kulturelle Vielfalt bei der Auswahl der Preisträger.
Unter den jetzigen Nominierungen sind drei afroamerikanische Schauspieler in der Kategorie der besten männlichen Hauptrolle in einem Leinwanddrama - nämlich Mahershala Ali ("Swan Song"), Will Smith ("King Richard") und Denzel Washington ("Macbeth").
(L. Andersson--BTZ)