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USA: Kritik an Trumps Einreiseverbot bei Oscar-Nominierten

Gegen Donald Trumps umstrittenes Einreiseverbot für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern ist auch beim Festessen der Oscar-Kandidaten Kritik laut geworden. Die Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Cheryl Boone Isaacs, nutzte die glamouröse Veranstaltung am Montag (Ortszeit) in Beverly Hills für ein leidenschaftliches Plädoyer für Toleranz und Vielfalt. "Heute feiern wir Sie, Ihre Arbeit und Ihre Leistungen, aber jeder von Ihnen weiß, dass es leere Stühle in diesem Raum gibt", sagte Boone Isaacs in Anspielung auf Filmschaffende, die wegen des Einreiseverbots nicht gekommen waren. Diese leeren Stühle hätten einige "Künstler der Academy zu Kämpfern" gemacht.

Es gebe "heute einen Kampf um künstlerische Freiheit, der dringlicher erscheint als jemals seit den 50er-Jahren", fügte die Academy-Präsidentin mit Blick auf die Hetzjagd auf mutmaßliche Kommunisten in der McCarthy-Ära hinzu. "Wir stehen auf zur Unterstützung von Künstlern in aller Welt, wir stehen auf gegen die, die versuchen, unsere Meinungsfreiheit zu beschränken und wir stehen auf für diesen Grundsatz: Dass alle kreativen Künstler in aller Welt verbunden sind durch dieses unzerbrechliche Band, das mächtiger als Nationalitäten und Politik ist." Von den etwa 160 Oscar-Nominierten, die an dem Essen teilnahmen, bekam Boone Isaacs für diesen Appell viel Applaus.
Der neue US-Präsident Trump hatte am 27. Januar 2017 angeordnet, dass Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern sowie sämtliche Flüchtlinge vorübergehend nicht in die USA einreisen dürfen. Ein Bundesrichter im Westküstenstaat Washington hob das Dekret am Freitag vorläufig auf, eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Sollte das Einreiseverbot Bestand haben, träfe dies den iranischen Regisseur Ashgar Farhadi, dessen Film "The Salesman" für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert ist. Auch die Helden des Oscar-nominierten Dokumentarfilms "The White Helmets", die Freiwilligen der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme, könnten nicht an der Oscar-Gala teilnehmen.
An dem Festessen für die Nominierten nahmen am Montag (06.02.2017) unter anderem Ryan Gosling und Emma Stone teil, die für ihre Leistungen im Musical-Film "La La Land" für den begehrten Filmpreis nominiert wurden. Die Oscars werden am 26. Februar 2017 verliehen.  (M.SMITH--BTZ)