Berliner Tageszeitung - AVUS in Berlin

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AVUS in Berlin




AVUS in Berlin

Sie galt als eine der schnellsten und gefährlichsten Strecken ihrer Zeit: die Avus. Anlässlich des 100. Jahrestages des ersten Rennens  erhält die AVUS in Berlin von BERLINER TAGESZEITUNG den positiven KNORKE-PREIS der Woche!
 
Die AVUS führt vom Funkturm, an dem sie einen Anschluss zum Berliner Stadtring (A 100) hat, rund neun Kilometer geradeaus durch den Grunewald bis nach Nikolassee. Bis zum April 1998 wurde die AVUS zusätzlich an bestimmten Wochenenden auch als Rennstrecke genutzt.
 
Schon in ihrer Geburtsstunde, bei der feierlichen Eröffnung am 19. September 1921, war die "Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße" (Avus) ein Pionier. Schließlich war sie die erste Straße der Welt, auf der nur Kraftfahrzeuge und Motorräder fahren durften. Bis dahin gab es nur Straßen, auf denen auch Fuhrwerk und Fahrräder erlaubt waren. Damit, und auch weil sie lange Zeit als Fahrbahnbelag-Teststrecke diente, war die Avus zwar Wegbereiter der Autobahn, aber eben doch keine Autobahn. Denn die verbindet bekanntlich zwei Orte miteinander. Die Avus, die anfangs nur gegen Gebühr von 10 Mark zu befahren war, diente lediglich als Test- und Rennstrecke.
 
Fünf Tage nach der Eröffnung steigt auch schon das erste Autorennen auf der Avus. Ein furioses Rennen, dass die Besucher anlockte. Dabei waren die Berliner zuvor überhaupt nicht begeistert, dass man durch den Grunewald, die grüne Lunge, eine Schneise schlug, sodass man sogar von Baummord in Berlin redete.
 
Die Avus galt wegen ihrer langen Geraden als die schnellste Rennstrecke der Welt. Limitiert werden diese nur von den Kurven. Um auch die Geschwindigkeiten hoch zu halten, kommt man auf die Idee der Steilkurve. Mit zwölf Metern Höhe und 43,6 Grad Neigungswinkel wird die Avus zum "Hexenkessel", wie Ulf Schulz sagt. Beim Einweihungsrennen der neuen Sensation kommt Sieger Hermann Lang im legendären Silberpfeil von Mercedes-Benz auf eine Spitzengeschwindigkeit von fast 400 km/h.
Im Jahr 1959 ist die Formel-1 zu Gast auf der Avus. Berlins Bürgermeister Willy Brandt hatte sich dafür eingesetzt. Und auch dafür, den Ost-Berlinern das Ticket zum selben Preis in Ost-Mark anzubieten, wie den West-Berlinern in West-Mark. Ein Zeichen der Annäherung, zwei Jahre vor dem Mauerbau.
 
Die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft (DTM) kam ab 1984 nach Berlin und war der "dritte Frühling der Avus", bis zum Tod von Kieth O’dor, der STW-Rennfahrer verunglückte am 10. September 1995 bei einem Rennen zum Super Tourenwagen Cup auf der Berliner AVUS (heute Autobahn A 115) und starb in der folgenden Nacht im Krankenhaus Steglitz-Zehlendorf an einer Gehirnblutung. Bei dem Unfall geriet er mit seinem Nissan Primera aus ungeklärter Ursache ins Schleudern, schlug links gegen die Begrenzungsmauer und prallte von dort aus in die Fahrbahnmitte zurück. Einige Fahrer konnten noch ausweichen, nicht jedoch Frank Biela, der frontal in die rechte, die Fahrerseite, des bereits stehenden Fahrzeugs von O’dor prallte. Das war das Ende der AVUS als Rennstrecke!
 
Aber alles Hin und Her kann nicht vergessen machen, dass die AVUS weltweit einen legendären Ruf genießt, weshalb sie heute von BERLINER TAGESZEITUNG ausgezeichnet wird!
  
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Erklärung des KNORKE Preises:
Knorke ist ein Wort der Umgangssprache und bedeutet so viel wie "gut", "ausgezeichnet", "zufrieden", ähnlich dem heutigen Gebrauch von cool. KNORKE ist als Wort seit 1916 in Berlin nachgewiesen und wurde rasch zum beliebten Modewort des Zeitungsjournalismus. Um 1956/57 hatte die Berliner Bekleidungsfirma Leineweber unter Berliner Schulkindern einen  Wettbewerb ausgeschrieben, um einen Namen für etwas ganz Besonderes zu  finden. Der Siegername war KNORKE, begründet wurde dies mit der  Wortbedeutung "toll", "klasse".
 
"KNORKE" ist  Bestandteil des "Berliner Dialekt" (auch als Berliner Mundart,  Berlinisch oder Berlinerisch bezeichnet), eine Mundart, welche im  Großraum Berlin-Brandenburg gesprochen wird. Im Zusammenhang mit einem  oft derben, aber herzlichen Humor wird diese Ausdrucksweise auch als  "Schnauze mit Herz" bezeichnet. BERLINER TAGESZEITUNG vergibt den "KNORKE Preis" wöchentlich, für ganz besonders gute Leistungen, wobei dieser BTZ-Preis im "sehr positiven Sinne" und als HERVORRAGEND gewertet werden darf!