Berliner Tageszeitung - Sephora schließt US-Filialen eine Stunde lang für Anti-Rassismus-Schulung

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Sephora schließt US-Filialen eine Stunde lang für Anti-Rassismus-Schulung




Sephora schließt US-Filialen eine Stunde lang für Anti-Rassismus-Schulung
Sephora schließt US-Filialen eine Stunde lang für Anti-Rassismus-Schulung / Foto: © AFP

Die französische Kosmetikkette Sephora hat am Mittwoch all ihre Filialen, Vertriebszentren und Verwaltungsbüros in den USA für eine Anti-Rassismus-Schulung geschlossen - für eine Stunde. In Washington etwa öffnete die Filiale im Zentrum eine Stunde später als gewohnt. Grund ist ein Tweet der schwarzen R&B-Sängerin SZA, sie sei in einer Sephora-Filiale in Los Angeles des Diebstahls verdächtigt worden.

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Sephora teilte am Mittwoch mit, alle 16.000 Beschäftigten in den USA hätten an der Schulung zum Thema "Integration" teilgenommen. Es sei um das "Erscheinungsbild" gegangen, mit Blick etwa auf die "sexuelle und ethnische Identität", auf das Alter oder Behinderungen.

SZA - oder Solana Imani Rowe - hatte sich im Mai bei Twitter beschwert, dass der Sicherheitsdienst gerufen worden sei, als sie sich in einer Sephora-Filiale umsah, "um sicherzustellen, dass ich nichts gestohlen habe". Die Musikerin war bereits mehrfach für den Grammy nominiert, in diesem Jahr unter anderem für den besten R&B-Song.

Dunkelhäutige Frauen sind eine Zielgruppe von Sephora - sie verkauft zum Beispiel die Kosmetik-Marke von Superstar Rihanna, Fenty Beauty. Mit der Marke machte Sephora im vergangenen Jahr einen Umsatz von 570 Millionen Dollar (508 Millionen Euro).

Sephora gehört zum französischen Luxuskonzern LVMH. Das Unternehmen folgt mit der Anti-Rassismus-Schulung dem Beispiel der US-Kaffeekette Starbucks. Diese hatte dafür im Mai vergangenen Jahres die mehr als 8000 Filialen in den USA für jeweils vier Stunden geschlossen.

In einer Starbucks-Filiale in Philadelphia waren zuvor zwei Afroamerikaner unberechtigt festgenommen und in Handschellen abgeführt worden. Das löste eine Welle der Empörung, Proteste und Boykott-Drohungen aus - Starbucks büßte Schätzungen zufolge zwölf Millionen Dollar (10,7 Millionen Euro) an Einnahmen ein.

(F. Schulze--BTZ)