Berliner Tageszeitung - Chemieriese Bayer nach Monsanto-Übernahme mit Gewinneinbruch

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Chemieriese Bayer nach Monsanto-Übernahme mit Gewinneinbruch




Chemieriese Bayer nach Monsanto-Übernahme mit Gewinneinbruch
Chemieriese Bayer nach Monsanto-Übernahme mit Gewinneinbruch / Foto: © AFP

Der Chemieriese Bayer muss nach der Übernahme des US-Konzerns Monsanto einen deutlichen Gewinneinbruch vermelden. Wie das Leverkusener Dax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte, verringerte sich der Gewinn im vergangenen Jahr um 76,9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Gründe dafür waren die Finanzierungskosten für die rund 63 Milliarden Dollar (gut 54 Milliarden Euro) teure Übernahme von Monsanto sowie "saisonal bedingte" Mindereinnahmen bei der neuen US-Tochter.

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Außerdem hatte Bayer 2017 noch hohe Gewinne durch den Verkauf von Anteilen an der früheren Werkstoffsparte Covestro verbuchen können. Für die Zukunft gab sich der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann aber zuversichtlich. Die Integration von Monsanto sei "hervorragend gestartet" und das Ende vergangenen Jahres angekündigte Sparprogramm werde Bayer "fokussierter, schlagkräftiger, agiler und wettbewerbsfähiger" machen. Unter anderem plant Bayer, 12.000 Stellen weltweit abzubauen und weitere Sparten zu verkaufen.

Der Umsatz des Konzerns stieg 2018 um 4,5 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro. Das Wachstum ging vor allem auf das Arzneimittelgeschäft und das Agrargeschäft zurück. "Für unser Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln war 2018 ein schwieriges Jahr", erklärte Baumann. Die Sparte schrumpfte leicht.

In Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurden Bayer bis Ende Januar in den USA Klagen von etwa 11.200 Klägern zugestellt. Die Kläger machen Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich. Im ersten Prozess um den Ex-Hausmeister Dewayne Johnson hatte ein Geschworenengericht in San Francisco Monsanto vergangenes Jahr zur Zahlung von 289 Millionen Dollar (251 Millionen Euro) Schadenersatz verurteilt. Eine Richterin reduzierte den Betrag später auf 78 Millionen Euro.

"Wir halten das erst-instanzliche Urteil im Fall Johnson für falsch. Daher haben wir Berufung eingelegt", erklärte Baumann. Am Montag ist in San Francisco vor einem Bundesgericht ein neuer Prozess gestartet, der richtungsweisend für tausende andere Klagen sein könnte. Baumann erklärte dazu: "Wir haben die wissenschaftlichen Fakten auf unserer Seite und werden dieses wichtige und sichere Herbizid für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft weiter entschieden verteidigen." Für dieses Jahr sind nach derzeitigem Stand insgesamt sieben Prozesse angesetzt.

 

(S. Soerensen--BTZ)