Berliner Tageszeitung - Bahnbeauftragter der Bundesregierung Ferlemann regt höhere Fahrpreise an

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Bahnbeauftragter der Bundesregierung Ferlemann regt höhere Fahrpreise an




Bahnbeauftragter der Bundesregierung Ferlemann regt höhere Fahrpreise an
Bahnbeauftragter der Bundesregierung Ferlemann regt höhere Fahrpreise an / Foto: © AFP

Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), hat zur Finanzierung von Investitionen höhere Fahrpreise ins Gespräch gebracht. "Die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren", sagte Ferlemann nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview. Auch Fernbusse würden teurer, "die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs sind vorbei". Es könne nicht der Normalfall sein, für 19 Euro quer durch Deutschland zu fahren.

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Ferlemann sprach sich für eine komplette Digitalisierung des Schienennetzes aus. Das koste zwar bis 2040 jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro. Doch damit könne auch viel Geld gespart werden, "weil auf demselben Netz mehr Züge fahren". Dazu müsse sich die Bundesregierung jetzt bekennen, forderte der CDU-Politiker.

Er forderte grundsätzlich ein Umdenken in der Politik. In der Vergangenheit sei das Geld lieber in neue, teure Strecken wie zwischen Berlin und München gesteckt worden. "Wichtiger wäre ein Ausbau der Bahnknoten in den Ballungsräumen, da verlieren die Züge zu viel Zeit", zeigte sich Ferlemann überzeugt. Aber Politiker wollten natürlich lieber Schnellstrecken eröffnen als ein Ausweichgleis.

Ferlemann kritisierte aber auch die Bahn und deren Forderungen nach mehr Geld. "Immer höre ich von der Bahn: Wenn ihr uns für dieses oder jenes mehr Geld gebt, wird alles besser", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Doch das Gegenteil sei eingetreten. Seit eineinhalb Jahren gebe es auf einmal riesige Probleme im täglichen Betriebsablauf. Da sage er als Bahnbeauftragter: "Ihr müsste euren Job machen, das System muss funktionieren. Vorher gibt die Politik kein Geld."

Ferlemann stellte sich zugleich hinter Bahn-Chef Richard Lutz und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. "Wir haben einen guten Vorstandsvorsitzenden Lutz und ein gutes Vorstandsmitglied Pofalla. Ein neuer Chef macht die Bahn nicht besser", sagte der CDU-Politiker.

(S. Sokolow--BTZ)