Berliner Tageszeitung - Bericht: Ausbreitung der Omikron-Variante könnte zu Millionen Arbeitsausfällen führen

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Bericht: Ausbreitung der Omikron-Variante könnte zu Millionen Arbeitsausfällen führen




Bericht: Ausbreitung der Omikron-Variante könnte zu Millionen Arbeitsausfällen führen
Bericht: Ausbreitung der Omikron-Variante könnte zu Millionen Arbeitsausfällen führen / Foto: © AFP

Die Ausbreitung der Omikron-Variante könnte einem Bericht des "Spiegel" zufolge zu massiven Arbeitsausfällen in Deutschland führen. Sollten im Frühjahr 2022 tatsächlich millionenfach Angestellte ausfallen, könne dies auch zum Problem für die kritische Infrastruktur werden, berichtete der "Spiegel" am Mittwoch. Zwei Modellrechnungen für das Magazin bezifferten die Anzahl der Arbeitsausfälle im Februar mit drei bis zehn Millionen. Die Logistikbranche schlug bereits Notfallmaßnahmen zur Aufrechterhaltung von Lieferketten für die fünfte Coronawelle vor.

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In einer ersten Modellrechnung für den "Spiegel" gab der Professor für klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, Thorsten Leer, die Anzahl der Arbeitsausfälle Mitte Februar mit fast drei Millionen an. Insgesamt könnten sich demnach über alle Altersgruppen hinweg im Februar bis zu fünf Millionen Menschen in Deutschland in Quarantäne befinden.

Der Modellierer Dirk Paessler errechnete ein deutlich pessimistischeres Szenario: Laut Paessler könnte die Zahl der Arbeitsausfälle im Februar auf bis zu zehn Millionen steigen. Hauptunterschied zwischen den Modellen ist laut "Spiegel" die zugrunde gelegte Verdopplungszeit der Omikron-Variante. Bereits ein halber Tag Unterschied führt bei den Berechnungen zu deutlichen Unterschieden bei der errechneten Zahl der Arbeitsausfälle. Wie schnell sich Omikron genau ausbreitet, ist unbekannt.

Die deutsche Logistikbranche schlug Notfallmaßnahmen zur Aufrechterhaltung von Lieferketten für die fünfte Coronawelle vor. Er könne sich vorstellen, dass der im März 2020 geschlossene "Pakt zur Versorgung Deutschlands" kurzfristig neu aufgelegt werde, sagte Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), dem Fachdienst "Tagesspiegel Background". "Wir müssen alle die Luft anhalten und hoffen, dass es nicht so eng wird wie befürchtet."

Im Frühjahr 2020 hatten fünf Branchenverbände in der ersten Coronawelle versprochen, die Funktionsfähigkeit der Lieferketten flächendeckend und zu jeder Zeit sicherzustellen. In Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium wolle der BGL Anfang Januar über einen solchen neuen Gütertransportpakt sprechen, sagte Engelhardt dem Blatt weiter. "Es darf sich nicht wiederholen, dass in den Supermärkten die Regale leer bleiben oder Industrieunternehmen nicht mit Teilen versorgt werden."

Im Frühjahr 2020 waren Lieferketten zusammengebrochen, auch, weil viele Fahrer aus Osteuropa wegen Corona in ihre Heimatländer zurückgekehrt waren. Spediteure sprangen ein, Lkw wurden umgerüstet und umgeleitet, die Versorgung wieder aufgenommen. "Das geht aber nur punktuell", sagte BGL-Vorstand Engelhardt. Der Verband setze vor allem darauf, dass die Impflücke in der Branche geschlossen werden kann. Drei Viertel der Fahrer seien geimpft.

(F. Schulze--BTZ)