Berliner Tageszeitung - Deutsche Sportfunktionäre kritisieren FIS-Präsident Gian Franco Kasper

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Deutsche Sportfunktionäre kritisieren FIS-Präsident Gian Franco Kasper




Deutsche Sportfunktionäre kritisieren FIS-Präsident Gian Franco Kasper
Deutsche Sportfunktionäre kritisieren FIS-Präsident Gian Franco Kasper / Foto: © AFP

Die fragwürdigen Aussagen von FIS-Präsident Gian Franco Kasper zu Olympischen Winterspielen in Diktaturen haben in Sportdeutschland für großes Unverständnis gesorgt. "Mich hat mehr als nur erstaunt, was ich da gelesen habe. So funktioniert die Welt nicht, die Sportwelt schon mal gar nicht. Wir müssen andere Wege finden, als die Demokratie auszuschließen", sagte Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview.

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Auch Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender und Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), kritisierte die Aussagen des Chefs des Ski-Weltverbandes. "Als Sportfunktionär kann er so etwas nicht sagen, denn dann macht er den Sport eher kaputt", sagte Schwab dem SID: "Ich bin überhaupt nicht seiner Meinung. Olympia sollte man zeitgemäß veranstalten und nicht irgendwo aus dem Boden stampfen."

Kasper hatte in einem Interview mit dem Schweizer Tages-Anzeiger am Rande der alpinen Ski-WM im schwedischen Are über sportliche Großereignisse gesagt: "Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten."

Diktaturen könnten "solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen", sagte der 75 Jahre alte Kasper: "Es geht um den Sport. Wo er stattfindet, ist in gewisser Weise sekundär."

Auch in diesem Punkt widerspricht ihm Schwab. Er bringt das Interesse von Stockholm und Mailand an den Olympischen Winterspielen 2026 an und forderte eine Umkehr vom Gigantismus: "Wir müssen den olympischen Gedanken neu durchspielen und die Konzepte anpassen. Das ist längst überfällig." Auch Reindl meinte: "Wenn das Produkt nicht mehr angenommen wird, muss man es anpassen. Man kann nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand."

 

(A. Bogdanow--BTZ)