Berliner Tageszeitung - USA machen Austritt aus Weltgesundheitsorganisation offiziell

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USA machen Austritt aus Weltgesundheitsorganisation offiziell




USA machen Austritt aus Weltgesundheitsorganisation offiziell
USA machen Austritt aus Weltgesundheitsorganisation offiziell / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Coronavirus-Pandemie offiziell den Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeleitet. Wie ein US-Regierungsvertreter am Dienstag sagte, wurde UN-Generalsekretär António Guterres formell über den geplanten Austritt informiert. Der Austritt würde damit in einem Jahr wirksam.

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Ein Guterres-Sprecher in New York bestätigte, das Dokument zum US-Austritt aus der WHO sei am Montag eingegangen. Er betonte, eine der Bedingungen für einen Austritt sei, dass alle Beiträge für die Organisation beglichen seien. Guterres prüfe derzeit gemeinsam mit der WHO, ob alle Bedingungen erfüllt würden. Der Rückzug würde dann am 6. Juli 2021 in Kraft treten.

Trump wirft der UN-Unterorganisation seit Monaten Fehler in der Corona-Krise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. Er kündigte deswegen zunächst einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO und schließlich den Bruch mit der Organisation an.

International stieß dies auf Empörung. Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Angriffen auf die WHO von eigenen Fehlern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ablenken zu wollen. In den USA sind bereits mehr als 130.000 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben - die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Mit 2,96 Millionen bestätigten Infektionen wurden zudem mehr Corona-Fälle registriert als in jedem anderen Land der Welt.

In den vergangenen Wochen verzeichneten die USA einen dramatischen Neuanstieg der Infektionszahlen. Experten führen das auf eine vorschnelle Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück. Trump drängt im Wahljahr 2020 auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Vier Monate vor der Wahl liegt Trump in Umfragen hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden.

Die 1948 gegründete WHO ist abhängig von Beiträgen ihrer mehr als 190 Mitgliedsländer sowie von Spenden von Regierungen und nicht-staatlichen Akteuren. Die USA waren bislang der größte Geldgeber der Organisation. Im Finanzjahr 2018/2019 unterstützten sie die WHO mit 893 Millionen Dollar (804 Millionen Euro) und stemmten damit rund 15 Prozent des Gesamtbudgets.

Trump ist bekannt als scharfer Kritiker internationaler Organisationen. Als zentrales Motto seiner Amtszeit hat er "Amerika zuerst" ausgegeben.

(F. Burkhard--BTZ)