Berliner Tageszeitung - Australiens Premier: WHO sollte Befugnisse wie UN-Waffeninspekteure bekommen

Börse
SDAX -0.95% 12661.8
Euro STOXX 50 0.1% 4168.81
Goldpreis 0.78% 1969.2 $
TecDAX -1.06% 3227.33
DAX 0.08% 15139.51
MDAX -0.4% 26608.48
EUR/USD 0.38% 1.0845 $

Australiens Premier: WHO sollte Befugnisse wie UN-Waffeninspekteure bekommen




Australiens Premier: WHO sollte Befugnisse wie UN-Waffeninspekteure bekommen
Australiens Premier: WHO sollte Befugnisse wie UN-Waffeninspekteure bekommen / Foto: © AFP

Australiens Premierminister Scott Morrison hat sich dafür ausgesprochen, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ähnlichen Befugnissen ausgestattet wird wie UN-Waffeninspekteure. WHO-Mitgliedstaaten sollten verpflichtet werden, unabhängige Gesundheitsexperten auf ihrem Staatsgebiet zu Ermittlungen bei neuen Virusausbrüchen zuzulassen, sagte Morrison am Donnerstag vor Journalisten. Dies sollte zur Bedingung für eine WHO-Mitgliedschaft werden.

Textgröße:

"Wenn man Mitglied einer Organisation wie der WHO wird, sollte dies mit Verpflichtungen und Verantwortung verbunden sein", sagte der Premier weiter. Es Experten zu ermöglichen, wie "Waffeninspekteure" schnell Untersuchungen vorzunehmen, könne Leben retten. "Ich denke, dass die Menschen lieber früher als später wissen möchten, was mit einem besonders gefährlichen Virus passiert, das das Potenzial hat, das zu tun, was dieses Virus der Welt angetan hat", sagte Morrison.

Der australische Premier soll die Forderung in den vergangenen Tagen bei mehreren Telefonaten mit Staats- und Regierungschefs gestellt haben, darunter mit US-Präsident Donald Trump. Trump hatte gewarnt, dass China Konsequenzen drohten, sollte das Land "bewusst verantwortlich" für die Pandemie sein.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte China am Mittwoch gedrängt, Inspekteure in bestimmten Laboren zuzulassen. Er zeigte sich besorgt über die Sicherheit in den Laboren vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Pompeo schloss nicht aus, dass das tödliche Virus aus einem Labor im chinesischen Wuhan kam. Peking hat dies wiederholt bestritten.

In der Corona-Pandemie starben weltweit bereits mehr als 180.000 Menschen. 2,6 Millionen Menschen weltweit haben sich infiziert. Zahlreiche Länder versuchen das Virus mit strikten Maßnahmen wie Kontaktverboten und Ausgangsbeschränkungen einzudämmen. Australien hat sich zuletzt bereits für eine unabhängige Untersuchung zum weltweiten Umgang mit dem Virus stark gemacht, darunter zum Umgang der WHO mit der Krise sowie zu Chinas anfänglicher Reaktion auf die Verbreitung in Wuhan.

(O. Karlsson--BTZ)