Berliner Tageszeitung - USA führen Vergeltungsangriffe für Tod von zwei ihrer Bürger im Irak

Börse
DAX -0.04% 15210.39
SDAX 0.55% 12929.74
Euro STOXX 50 0.27% 4207.14
TecDAX 1.39% 3273.16
Goldpreis 2.31% 1995.8 $
MDAX 1.46% 27263.98
EUR/USD 0.28% 1.0896 $

USA führen Vergeltungsangriffe für Tod von zwei ihrer Bürger im Irak




USA führen Vergeltungsangriffe für Tod von zwei ihrer Bürger im Irak
USA führen Vergeltungsangriffe für Tod von zwei ihrer Bürger im Irak / Foto: © AFP

Nach dem Tod von zwei US-Bürgern und eines Briten durch Raketenbeschuss im Irak hat die US-Armee in der Nacht zum Freitag Vergeltungsangriffe geflogen. Die Angriffe auf pro-iranische Milizen seien noch im Gange, sagte ein US-Militärvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Dabei würden Waffenlager unter Beschuss genommen.

Textgröße:

Nach Angaben eines anderen US-Militärs griffen die US-Kampfflugzeuge Standorte der irakischen Hasched-al-Schaabi-Milizen in mehreren Provinzen des Landes an. Dabei würden auch Lagerorte von Drohne attackiert, hieß es. Teile der Hasched-Milizen sind mit dem Iran verbündet.

Bei dem Raketenangriff am Mittwoch auf die Militärbasis Tadschi nahe der Hauptstadt Bagdad waren ein US-Soldat, ein britischer Soldat sowie ein US-Bürger getötet worden, der für eine private Partnerfirma der US-Armee gearbeitet hatte. 14 weitere Menschen wurden verletzt, darunter US-Bürger, Briten und Polen. Der Stützpunkt war nach Angaben der US-geführten internationalen Militärkoalition von 18 Raketen getroffen worden.

Es handelte sich um den blutigsten Angriff auf einen US-Stützpunkt im Irak seit Jahren. Für den Beschuss übernahm niemand die Verantwortung. Die USA haben in der Vergangenheit immer wieder pro-iranische Milizen für solche Raketenangriffe verantwortlich gemacht.

Bereits wenige Stunden nach dem Raketenangriff vom Mittwoch hatten nach Angaben von Aktivisten drei Kampfflugzeuge, die mutmaßlich zur US-geführten Koalition gehören, Hasched-Stellungen im syrischen Grenzgebiet zum Irak angegriffen. Dabei seien mindestens 18 irakische Kämpfer getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, deren Angaben allerdings von unabhängiger Seite oft schwer zu überprüfen sind.

Die jüngsten gegenseitigen Angriffe schüren Ängste, dass die Konflikte in der Region weiter eskalieren könnten. Eine dramatische Zuspitzung der Lage hatte es bereits zum Jahreswechsel gegeben. Als Vergeltung für Raketenbeschuss mit einem toten US-Bürger flogen die USA damals massive Luftangriffe auf pro-iranische Milizen und töteten mindestens 25 Kämpfer.

Anfang Januar tötete das US-Militär dann bei einem gezielten US-Drohnenangriff nahe Bagdad den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani sowie den irakischen Milizen-Anführer Abu Mehdi al-Muhandis. Durch diese Attacke gerieten die USA und der Iran damals an den Rand eines Krieges.

(C. Fournier--BTZ)