Berliner Tageszeitung - Mindestens sieben Tote bei bewaffnetem Angriff auf Protestlager in Bagdad

Börse
Euro STOXX 50 -0.74% 3749.76
DAX -0.56% 13621.23
Goldpreis -0.03% 1770.6 $
SDAX -1.48% 12761.86
MDAX -0.83% 27302.88
TecDAX -0.26% 3130.69
EUR/USD -0.33% 1.0059 $

Mindestens sieben Tote bei bewaffnetem Angriff auf Protestlager in Bagdad




Mindestens sieben Tote bei bewaffnetem Angriff auf Protestlager in Bagdad
Mindestens sieben Tote bei bewaffnetem Angriff auf Protestlager in Bagdad / Foto: © AFP

Bei einem bewaffneten Angriff auf ein zentrales Protestlager in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Freitag nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Der Überfall habe sich nach Einbruch der Dunkelheit ereignet, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP. Demnach griffen mehrere bewaffnete Männer auf Pick-ups ein Gebäude in der Nähe der Al-Sinek-Brücke an, in dem regierungskritische Demonstranten seit Wochen ausharren.

Textgröße:

Den Augenzeugenberichten zufolge zwangen die bewaffneten Männer mehrere Demonstranten, das Gebäude zu verlassen. Später waren demnach Schüsse zu hören. Das Staatsfernsehen berichtete, die Proteststätte sei von "unbekannten Männern" in Brand gesteckt worden.

Nach Angaben von Ärzten wurden bei dem Überfall dutzende weitere Menschen verletzt. Die Zahl der Todesopfer könnte demnach weiter steigen. Eine Ärztin in einem nahegelegenen provisorischen Krankenhaus sagte, sie habe mindestens fünf Patienten mit Stichwunden behandelt.

Seit Beginn der regierungskritischen Demonstrationen im Irak Anfang Oktober sind mindestens 430 Menschen getötet und fast 20.000 weitere verletzt worden. Wegen der blutigen Niederschlagung der Proteste verhängten die USA am Freitag Sanktionen gegen drei irakische Milizenführer mit Verbindungen zum Iran.

Im Zuge der wochenlangen Proteste war der irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi zurückgetreten. Seitdem laufen in Bagdad Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung. Daran ist auch der iranische General Ghassem Soleimani beteiligt.

(A. Bogdanow--BTZ)