Berliner Tageszeitung - Trump und Kim vereinbaren kurzes Treffen an koreanischer Grenze

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Trump und Kim vereinbaren kurzes Treffen an koreanischer Grenze




Trump und Kim vereinbaren kurzes Treffen an koreanischer Grenze
Trump und Kim vereinbaren kurzes Treffen an koreanischer Grenze / Foto: © AFP

Historischer Handschlag an der innerkoreanischen Grenze: US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen sich am Sonntag in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Kim habe der Begegnung zugestimmt, sagte der südkoreanische Präsident Moon Jae In bei einer Pressekonferenz mit dem US-Präsidenten in Seoul. Trump erklärte, er wolle Kim "nur schnell die Hand schütteln und Hallo sagen".

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Trump hatte Kim am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka via Twitter überraschend ein Treffen angeboten. Die nordkoreanische Regierung bezeichnete den Vorschlag am Samstag als "interessant". Am Sonntag bestätigte Pjöngjang dann nach Angaben Südkoreas das Treffen. "Die Anführer der Vereinigten Staaten und Nordkoreas werden sich in Panmunjom, dem Symbol der Teilung, für den Frieden die Hand geben", sagte Moon an der Seite von Trump, der am Samstagabend in Südkorea eingetroffen war. Moon wird den US-Präsidenten nach Panmunjom begleiten.

Er freue sich sehr auf das Treffen mit Kim, sagte Trump. "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander aufgebaut." In Osaka hatte er erklärt, dass er "kein Problem" damit habe, seinen Fuß auf nordkoreanischen Boden zu setzen. Dies wäre eine weitere spektakuläre Geste in den seit Jahrzehnten angespannten Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang.

Die Begegnung in der entmilitarisierten Zone ist das dritte Aufeinandertreffen der beiden Politiker. Bei einem ersten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Juni 2018 in Singapur hatte Nordkorea grundsätzlich einer Denuklearisierung zugestimmt. Konkrete Schritte wurden damals aber nicht vereinbart. Ein zweiter Gipfel in Hanoi im Februar scheiterte, da es keinerlei Annäherung gab; seither herrscht in den Atomgesprächen zwischen Washington und Pjöngjang Stillstand.

Experten sind skeptisch, ob das kurze Treffen am Sonntag dazu beigetragenen kann, die Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm voranzutreiben. Es handele sich um "eine Begegnung für die Kameras und ohne Tagesordnung", sagte der US-Politikwissenschaftler Joshua Pollack. Um Bewegung in den Konflikt zu bringen, sei mehr nötig als ein weiterer Handschlag und die kurzen Briefe, die sich Trump und Kim regelmäßig schreiben.

In der entmilitarisierten Zone hatten sich Moon und Kim im April vergangenen Jahres zu einem ersten Gipfel getroffen, was als weiteres Zeichen des diplomatischen Tauwetters zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten gewertet wurde.

Der Konflikt um das Atomprogramm des weitgehend isolierten nordkoreanischen Staates beschäftigt die internationale Staatengemeinschaft seit langem. Trump warf die diplomatischen Gepflogenheiten seiner Amtsvorgänger über den Haufen, indem er sich ohne Umschweife direkt mit dem Machthaber aus Pjöngjang traf.

(M. Tschebyachkinchoy--BTZ)