Berliner Tageszeitung - Trump rudert bei Äußerungen über britisches Gesundheitssystem NHS zurück

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Trump rudert bei Äußerungen über britisches Gesundheitssystem NHS zurück




Trump rudert bei Äußerungen über britisches Gesundheitssystem NHS zurück
Trump rudert bei Äußerungen über britisches Gesundheitssystem NHS zurück / Foto: © AFP

Nach seiner Forderung zur Öffnung des britischen staatlichen Gesundheitssystems (NHS) für US-Firmen nach dem Brexit ist US-Präsident Donald Trump wieder zurückgerudert. Zu dieser Äußerung während seines Staatsbesuchs in Großbritannien, die empörte Reaktionen in London ausgelöst hatte, sagte Trump in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender ITV, das Gesundheitssystem sei "nicht Teil des Handels" auf bilateraler Ebene.

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Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der britischen Regierungschefin Theresa May in London am Dienstag hatte Trump mit Blick auf die Verhandlungen zwischen beiden Ländern über ein Handelsabkommen nach dem Brexit gesagt: "Alles liegt auf dem Tisch" - und dabei auf Nachfrage ausdrücklich auch das NHS einbezogen.

Die Äußerungen hatten in Großbritannien für Empörung gesorgt. Viele Briten fürchten eine teilweise Privatisierung des staatlichen Gesundheitssystems. Nach Trumps Auftritt bei der Pressekonferenz wurde auch gemutmaßt, US-Pharmakonzerne könnten im Falle einer Marktöffnung die Preise für Medikamente und für die medizinische Grundversorgung nach oben treiben.

Im Interview mit dem Fernsehsender ITV sagte Trump nun zu den Verhandlungen mit den Briten und einer möglichen Einbeziehung des Gesundheitssystems: "Es liegt aus meiner Sicht nicht auf dem Tisch." Zu seinen Äußerungen während der Pressekonferenz sagte er: "Mir wurde eine Frage gestellt und ich habe gesagt: Alles liegt auf dem Tisch, denn so ist es, aber das (Gesundheitssystem, Anm. d. Red.) ist etwas, das ich nicht als Teil des Handels betrachten würde."

Verwirrung stiftete Trump in dem Interview auch mit plötzlich versöhnlichen Äußerungen über den Parteichef der oppositionellen Labour, Jeremy Corbyn. Er habe "kein Problem damit", sich mit Corbyn zu treffen oder mit ihm zu verhandeln, sollte der Linkspolitiker eines Tages britischer Premier werden. Am Dienstag hatte Trump gegenüber Journalisten gesagt, er habe ein Treffen mit Corbyn abgelehnt, da dieser "irgendwie eine negative Kraft" sei. Corbyn hatte am Dienstag bei einer Protestkundgebung gegen Trump gesprochen und am Montag das Staatsbankett für Trump bei der Queen boykottiert.

Trump hält sich wegen seines Staatsbesuchs und der Feierlichkeiten zum D-Day seit drei Tagen in Großbritannien auf. Schon vor seinem Besuch hatte er mit öffentlichen Empfehlungen zu den Brexit-Verhandlungen und zur Nachfolge der scheidenden Premierministerin May für Aufruhr im Königreich gesorgt.

(F. Burkhard--BTZ)