Berliner Tageszeitung - Anti-IS-Kräfte nehmen einen deutschen Dschihadisten in Syrien fest

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Anti-IS-Kräfte nehmen einen deutschen Dschihadisten in Syrien fest




Anti-IS-Kräfte nehmen einen deutschen Dschihadisten in Syrien fest
Anti-IS-Kräfte nehmen einen deutschen Dschihadisten in Syrien fest / Foto: © AFP

Die kurdisch geführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben den deutschen Dschihadisten Martin Lemke festgenommen. Das bestätigten dessen zweite und dritte Frau am Donnerstag in einem Überprüfungslager nahe dem ostsyrischen Dorf Baghus an der irakischen Grenze gegenüber Medienvertretern. Lemkes dritte Frau, die ihren Namen mit Leonora angab, sagte, sie sei mit ihrem 28-jährigen Mann und dessen zweiter Frau namens Sabina vor der SDF-Offensive in der Provinz Deir Essor geflohen.

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Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat fast das ganze "Kalifat" verloren, das sie im Sommer 2014 in Teilen des Iraks und Syriens ausgerufen hatte. Im Osten Syriens kontrollieren die Dschihadisten nur noch wenige Quadratkilometer und sind weiter auf dem Rückzug.

Die beiden Deutschen Leonora und Sabina sagten nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview, Lemke habe hauptsächlich als Techniker für den IS gearbeitet, aber nicht an Kämpfen teilgenommen. In deutschen Medien ist davon die Rede, der aus Sachsen stammende Lemke habe der IS-Religionspolizei Hisba und später dem Dschihadisten-Geheimdienst Amnijat angehört. Er soll demnach regelmäßig Kontakt zum ehemaligen IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani gehabt haben.

Sie hätten sich gemeinsam den SDF-Kämpfern ergeben, sagte die 19-jährige Leonora, die ihren zwei Wochen alten Säugling in den Armen hielt. Die 34-jährige Sabina sagte, sie sei zusammen mit ihrem Mann geflohen. In den Überprüfungszentren der SDF werden Zivilisten von mutmaßlichen aktiven IS-Mitgliedern getrennt.

Leonora war nach eigenen Angaben 15 Jahre alt, als sie im März 2015 zusammen mit einer Freundin in dem vom IS kontrollierten Gebiet eintraf. Dort habe sie ihren Mann geheiratet und die meiste Zeit über in Raka gelebt, der Hauptstadt des "Kalifats" im Norden Syriens.

In der Gewalt der SDF befinden sich hunderte ausländische Dschihadisten. Die kurdischen Kämpfer wollen ihnen nicht den Prozess machen, sondern sie in ihre westlichen Herkunftsländer abschieben. Dort stößt diese Absicht auf wenig Gegenliebe.

 

(D. Meier--BTZ)