Berliner Tageszeitung - EU-Delegation erhält Einblick in chinesische Unruheregion Xinjiang

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EU-Delegation erhält Einblick in chinesische Unruheregion Xinjiang




EU-Delegation erhält Einblick in chinesische Unruheregion Xinjiang
EU-Delegation erhält Einblick in chinesische Unruheregion Xinjiang / Foto: © AFP

China hat einer EU-Delegation Zugang zur Region Xinjiang im äußersten Westen der Volksrepublik gewährt, in der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen Mitglieder der uigurischen Minderheit willkürlich in Internierungslagern festgehalten werden. Die Gruppe habe neben Moscheen und islamischen Lehrinstituten auch Zugang zu einem der umstrittenen "Ausbildungszentren" bekommen, sagte ein EU-Vertreter nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview. Die Anlagen seien zwar von den Behörden "sorgfältig ausgesucht" worden, der Besuch habe aber dennoch "nützliche Erkenntnisse" geliefert.

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Die Reise vom 11. bis zum 13. Januar führte die Delegation in Begleitung chinesischer Behördenvertreter in die Städte Urumqi und Kashgar in der Provinz Xinjiang. Die gewonnenen Erkenntnisse ergänzten die Informationen aus anderen Quellen, die "Beweise über massive und systematische Menschenrechtsverletzungen" in der Region enthielten, sagte der EU-Vertreter.

Der Geschäftsführer von Human Rights Watch, Kenneth Roth, hatte anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation vor zwei Wochen das Vorgehen der chinesischen Regierung gegen die muslimische Minderheit der Uiguren als das weltweit "größte vernachlässigte Problem" bezeichnet. Nach Schätzungen der UNO werden bis zu eine Million Uiguren und andere turkstämmige Muslime in chinesischen Internierungslagern festgehalten.

Es war der erste Besuch eines multinationalen Institution seit Peking die Existenz der Lager eingeräumt hatte. Laut Peking helfen die "Ausbildungszentren" dabei, radikalisierte Muslime vom Terrorismus fernzuhalten und sie in die Gesellschaft zu reintegrieren. Ehemalige Lagerinsassen berichteten jedoch, sie seien inhaftiert worden, weil sie islamischen Traditionen folgend lange Bärte oder Kopftücher trugen.

 

(O. Joergensen--BTZ)