Berliner Tageszeitung - Fünf Tote bei Selbstmordanschlag auf US-Konvoi in Nordsyrien

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Fünf Tote bei Selbstmordanschlag auf US-Konvoi in Nordsyrien




Fünf Tote bei Selbstmordanschlag auf US-Konvoi in Nordsyrien
Fünf Tote bei Selbstmordanschlag auf US-Konvoi in Nordsyrien / Foto: © AFP

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der US-Truppen und ihrer kurdisch-arabischen Verbündeten in Syrien sind am Montag laut Aktivisten fünf Menschen getötet worden. Der Attentäter habe in der Provinz Hassake fünf Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in den Tod gerissen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.

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Die Beobachtungsstelle erklärte, der Attentäter habe auf der Straße zwischen Hassake und Tschadadi sein Auto in den Konvoi gesteuert. Ein Augenzeuge sagte nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem aktuellen Interview, die Explosion habe sich an einer Straßensperre kurdischer Kräfte ereignet. Die US-geführte Anti-IS-Koalition bestätigte den Angriff und betonte, es habe keine US-Opfer gegeben. Laut der Beobachtungsstelle wurden zwei US-Soldaten verletzt.

Von der kurdischen Polizei hieß es, der Attentäter habe mit einer Autobombe einen Konvoi der internationalen Koalition angegriffen, doch sei nur eine Polizistin leicht verletzt worden. Die IS-Miliz nahm in einer Mitteilung auf ihrem Propagandakanal Amaq den Selbstmordanschlag für sich in Anspruch.

Erst vergangene Woche waren bei einem Selbstmordanschlag im nordsyrischen Manbidsch 19 Menschen getötet worden, darunter fünf SDF-Kämpfer und vier US-Militärangehörige. Auch zu diesem Anschlag bekannte sich die IS-Miliz. Es waren die höchsten Verluste der US-Armee seit Beginn ihres Einsatzes gegen die IS-Miliz 2014. Die USA haben derzeit 2000 Soldaten in Syrien, um die SDF im Kampf gegen die IS-Miliz zu unterstützen.

Im Dezember hatte US-Präsident Donald Trump überraschend angekündigt, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, da die IS-Miliz besiegt sei. Die Ankündigung alarmierte die SDF, da die Türkei kurz zuvor mit einer neuen Offensive in Nordsyrien gedroht hatte. Das Rückgrat der SDF bilden die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die die Türkei wegen ihren engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation betrachtet.

Inzwischen machten US-Regierungsvertretern einen US-Abzug von Garantien der Türkei für die syrischen Kurden abhängig. Die Türkei droht aber weiter mit einer Offensive und hat dafür zehntausende Soldaten an der Grenze zusammengezogen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Montag, die Türkei respektiere die territoriale Integrität Syriens, werde aber die von der SDF kontrollierte Stadt Manbidsch ihren "rechtmäßigen Besitzern" zurückgeben.

 

(K. Petersen--BTZ)