Berliner Tageszeitung - Münchner Sicherheitskonferenz: Ischinger will Leitung abgeben

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Münchner Sicherheitskonferenz: Ischinger will Leitung abgeben




Münchner Sicherheitskonferenz: Ischinger will Leitung abgeben
Münchner Sicherheitskonferenz: Ischinger will Leitung abgeben / Foto: © AFP

Wolfgang Ischinger will die Leitung der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) abgeben. "Nun ist es an der Zeit, die operative Führung in jüngere Hände zu übergeben", sagte Ischinger dem Düsseldorfer "Handelsblatt". Daher habe er dem Stiftungsrat der Konferenz vorgeschlagen, Christoph Heusgen den Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz anzuvertrauen. Der Wechsel soll demnach nach der nächsten Sicherheitskonferenz erfolgen, die im Februar 2022 geplant ist.

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Ganz zurückziehen will Ischinger sich nach eigenen Angaben jedoch nicht. "Ich selbst bleibe Vorsitzender des Stiftungsrats", kündigte er an. Der 75-jährige frühere Diplomat zog eine positive Bilanz seiner bisherigen Tätigkeit: "Ich führe die Münchner Sicherheitskonferenz seit 2008. In diesen 13 Jahren konnte ich mit meinem Team enorm viel bewegen und gestalten."

Den Weg zu seiner Entscheidung für einen Stabwechsel beschrieb Ischinger im "Handelsblatt" wir folgt: "Meine Frau sagte vor einiger Zeit, ich solle aufhören, bevor das jemand schreibt." Er habe sie gefragt, wann das wohl passieren würde. Seine Frau habe daraufhin geantwortet: "Bald".

An der Münchner Sicherheitskonferenz nehmen regelmäßig hochrangige Regierungsvertreter aus zahlreichen Staaten teil. Sie gilt als eines der wichtigsten außen- und sicherheitspolitischen Foren weltweit.

Mit Blick auf den aktuellen russischen Truppenaufmarsch an den Grenzen zur Ukraine riet Ischinger der neuen Bundesregierung zu einer Politik der Stärke. Allerdings rechne er "noch" nicht unmittelbar mit einem russischen Einmarsch in das Nachbarland.

Als weitere wichtige Themen nannte er das Verhältnis zu China sowie, "zu verhindern, dass ein neuer Trump in den USA an die Macht kommt". Mit Blick auf China äußerte Ischinger die Erwartung, dass sich die deutsche Außenpolitik hier auch unter der neuen Regierung nicht grundlegend ändern werde. "Der Koalitionsvertrag ist aus meiner Sicht keine Kampfansage an Peking, und Olaf Scholz kann und wird keinen Bruch mit China anstreben", sagte er dem "Handelsblatt".

Ischinger war von 1998 bis 2001 beamteter Staatssekretär im Auswärtigen Amt unter dem damaligen Ressortchef Joschka Fischer (Grüne). Danach war er zunächst deutscher Botschafter in den USA, dann ab 2006 in Großbritannien.

Heusgen war ab 2005 für die damals neu ins Amt gekommene Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für den Bereich Außenpolitik im Kanzleramt verantwortlich. 2017 wurde er Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen.

(H. Müller--BTZ)